Warum Steuertransparenz gut ist fürs Banking mit Superreichen

Warum sich fast alle Privatbanken auf die «UHNWI» stürzen? Auch darum, weil diese Klientel keine Probleme hat mit mehr Steuertransparenz und dem Automatischen Informationsaustausch.

Joe StadlerJosef «Joe» Stadler (Bild), der Leiter des Wealth Managements mit den so genannten «Ultra High Net Worth»-Kunden bei der UBS, kann aus seiner Warte die Furcht des Schweizer Finanzplatzes vor den Folgen eines automatischen Informationsaustausches nicht nachvollziehen.

Seinem Geschäft würde es nicht schaden, wenn das Schweizer Bankgeheimnis für ausländische Steuerbehörden keine Hürde mehr darstellte. Im Gegenteil: Mehr Steuertransparenz hilft im Private Banking mit Superreichen, wie Stadler der Nachrichtenagentur Reuters erklärte.

«Die heutigen Standards helfen zu verhindern, dass das Bankgeheimnis für Steuerflucht missbraucht wird. Und diese Entwicklung hat sich positiv auf unser Geschäft ausgewirkt», sagt der UBS-Mann. Als UHNWI gelten Kunden mit mehr als 30 Millionen Franken an investierbarem Vermögen.

Alle wollen ein Stück vom Kuchen

Tatsächlich hat die UBS die Kundengelder der UHNWI in den vergangenen Jahren markant steigern können. Sie verwaltet in diesem Segment nun 425 Milliarden Franken. Vor fünf Jahren waren es noch knapp 300 Milliarden gewesen. Die UBS liegt in dieser Disziplin unangefochten an der Spitze, gefolgt von der Credit Suisse (CS).

Aber mittlerweile forciert auch die CS das Private Banking mit dem Geldadel. Kürzlich gab sie den Rückzug aus dem Geschäft mit Affluent-Kunden in Italien bekannt, nur um den Ausbau des UHNWI-Segments zu beschleunigen.

Ebenso die Deutsche Bank, die im Wealth Management beileibe keine Marke ist wie die UBS oder die CS. Doch nun will sie sich ebenfalls ein Stück davon sichern.

Effizientere Kunden

Das alles kommt nicht von ungefähr: Der UHNWI-Bereich wächst traditionell schneller als alle anderen Kundensegmente. Und weil pro Kunde und pro Bankberater eine höhere Geldsumme verwaltet und bewegt wird, ist dieses Geschäft unterm Strich auch effizienter.

Gemäss Stadler möchte die UBS den Betrag von 500 Millionen Franken Vermögen, den ein Kundenberater in diesem Bereich durchschnittlich verwaltet, auf 600 Millionen Franken erhöhen. «Wir möchten Skaleneffekte nutzen», so der 51-jährige Banker, der diese Einheit seit 2009 leitet.

Professioneller in Vermögensfragen

Ein weiterer Grund für die Attraktivität des UHNWI-Geschäfts ist allerdings auch, dass sich die Superreichen um die Diskussion um Steuertransparenz nicht kümmern. Sie agieren in Vermögensfragen viel professioneller als Affluent- oder klassische Private-Banking-Kunden mit einstelligen Millionenvermögen.

Vielfach haben UHNWI bereits ein Family Office, welches für legale Strukturen der Vermögensaufteilung sorgt. Für die Banken erleichtert dies mühselige Compliance-Abklärungen und senkt das Risiko für Reputationsschäden.

Chinesen verstehen Diskussion nicht

Ausserdem ist in Asien, vor allem in China, die in unseren Breitengraden geführte Diskussion um Steuertransparenz und Bankgeheimnis überhaupt kein Thema. Die Chinesen verstünden gar nicht richtig, worum es da gehe, sagte ein Steueranwalt. Der Steuerstreit zwischen der Schweiz und Deutschland werde nicht wahrgenommen.

Darum kann die UBS in Asien und in China voll und ganz auf ihren Ruf setzen, um das Geschäft mit Superreichen weiter auszubauen. «Wir sind in Asien seit vielen Jahren stark und wollen unsere Präsenz dort weiter ausbauen», sagte Stadler.

Er strebt für seine Division ein Neugeldwachstum von 7 bis 8 Prozent jährlich an. Über den Zyklus erachte er dies als möglich, «wenn man die letzten fünf oder sechs Jahre anschaut».

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