Wie die Deutsche Bank die Superreichen jagt

Die Deutsche Bank schaltet sich in den Kampf um superreiche Kunden ein. Damit begibt sie sich ins Gehege der UBS, Credit Suisse und Julius Bär. Wie gefährlich ist dieser neue Konkurrent?

Die Pläne für das Private Banking machte diese Woche Michele Faissola (Bild) in London bekannt, der die Sparte Deutsche Asset & Wealth Management in den letzten zwei Jahren restrukturiert hat. «Wir wollen der Wachstums-Motor im Deutsche-Bank-Konzern sein», sagte Faissola gemäss der Nachrichtenagentur «Reuters».

Das muss er von der UBS und der Credit Suisse abgeschaut haben. Die beiden gelten als die Leader im Geschäft mit den Superreichen, zumindest in Europa und in Asien. Im UHNWI-Segment der Kunden, die 50 Millionen Franken oder mehr besitzen, verwaltet die UBS insgesamt 420 Milliarden Franken; bei der Credit Suisse sind es rund 370 Milliarden Franken.

Keine Grösse im UHNW-Segment

Im Vergleich dazu: Die Deutsche Bank verwaltet insgesamt rund 300 Milliarden Euro an Privatkundengeldern. Wie viele davon ins UHNWI-Segment fallen, gibt die Deutsche Bank nicht bekannt.

Dem deutschen «Handelsblatt» sagte Bernd Amlung, der für die UHNW-Strategie verantwortlich ist: «Wir wissen, dass wir nicht in der selben Liga spielen können wie die Schweizer. Aber wir wollen aufholen und im UHNW-Segment stärker als der Markt wachsen.» Vor diesem Hintergrund hat das Institut allein in den vergangenen Monaten fast drei Dutzend Top-Kundenberater engagiert.

Die Sparte der Superreichen

Mit der weiteren Personaloffensive soll die Initialzündung in den Märkten Naher Osten, Asien und USA nun folgen. Ihren Trumpf sieht die Deutsche Bank dabei im Investmentbanking. Diese Sparte soll den Superreichen komplexere und exklusivere Anlageprodukte schmackhaft machen, insbesondere im Bereich Private Equity, Hedge Funds und Immobilien.

Deshalb erfolgt der Ausbau im Private Banking vor allem via London, wo die Investmentbanker sitzen, die solche komplexen Produkte entwickeln, wie Marco Bizzozero, Chef der Deutschen Bank in der Schweiz, ergänzt. Internationale Buchungsplattform für das Private Banking bleibt indessen die Schweiz, von wo Bizzozero mittlerweile die gesamte EMEA-Region (Europa, Afrika sowie Naher Osten) verantwortet. Über die hiesige Plattform verwaltet die Deutsche Bank mindestens 40 Milliarden Franken.

Sehr ambitiöse Gewinnziele

In diesem Quartal soll der Neugeldzufluss offenbar eine neue Rekordhöhe erreicht haben, was Faissola wohl dazu bewog, für seine Division das überaus ambitiöse Ziel eines Vorsteuergewinns von 1,7 Milliarden Euro für 2015 ins Auge zu fassen. Ambitiös deshalb, weil seine Sparte im ersten Quartal 2014 gerade mal einen Vorsteuergewinn von 169 Millionen Euro auswies.

Wie er den Gewinnsprung erreichen will, bleibt vorerst Faissolas Geheimnis. Fest steht, die Basis dafür muss eine markante Steigerung der Kundenvermögen liefern. Das Problem dabei: Faissola braucht dafür weitere (teure) Kundenberater, die er bei der Konkurrenz holen muss, und die wiederum ihre UHNWI-Kunden ebenfalls zu einem Wechsel zur Deutschen Bank motivieren sollen.

Die Erfahrung zeigt, dass solche Wachstumsstrategien zunächst sehr hohe Kosten verursachen, bevor die Erträge kommen – wenn überhaupt. In der Branche geht man mittlerweile von einer Quote an wechselwilligen Kunden von allerhöchsten noch 20 Prozent aus. Dies gilt vor allem für «reife» Märkte wie die USA und Europa.

Stiche an der Personalfront

Aber auch in Asien, wo der UHNWI-Markt nach wie vor zweistelligeWachstumsraten ausweist, wird die Situation immer schwieriger. Denn gut ausgebildete Kundenberater, welche die höchst komplexen Bedürfnisse der Superreichen verstehen können, sind absolute Mangelware, insbesondere in Singapur und Hongkong.

Vor diesem Hintergrund wird die Deutsche Bank nicht umhin kommen, bei der Konkurrenz, sprich bei der UBS und der Credit Suisse, zu grasen. Und fähige Leute kennen ihren Marktwert.

Skepsis in Deutschland

Noch sind die UBS, Credit Suisse und auch Julius Bär der Deutschen Bank um mehr als eine Länge voraus, was Präsenz, Marktanteile und Bekanntheit im UHNWI-Segment betrifft. Bis in fünf oder zehn Jahren ist allerdings alles möglich.

Skeptischer gibt sich das deutsche «Handelsblatt». Es schreibt: «Die Deutsche Bank steigt in das Rennen um diese gefragte Klientel sehr spät ein, die Wachstumsregionen lassen sich an einer Hand abzählen und die strengere Regulierung erschwert das Neugeschäft.»

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Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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