Banking Odyssey 2030 – vier Szenarien im Wealth Management

Hier wird für einmal nicht der Untergang des Bankgeschäfts beklagt. In diesen vier überraschenden Zukunftsszenarien leben die Banken weiter: mal besser, mal schlechter.

Dieses Mal ist alles anders – mit grosser Wahrscheinlichkeit wenigstens. Die Kommunikationstechnologien haben Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen zwanzig Jahren tatsächlich verändert.

Von der Finanzdienstleistungsbranche lässt sich das so umfassend kaum behaupten. Doch die Veränderungen haben sich beschleunigt und erfassen mittlerweile die Banken ganz gehörig, wie Teodoro Cocca, Professor für Asset und Wealth Management an der Universität Linz, feststellt.

Er hält diese Veränderungen in der Studie «NextGen – Wealth Management im Jahr 2030 fest» und beschreibt die Auswirkungen in vier Zukunftsszenarien, die teilweise gar nicht mal so futuristisch sind.

Szenario 1:
Es bleibt alles wie gehabt.
Die Privatbank im Jahr 2030 berät die Kunden der «Next Generation» genau gleich in persönlichen Gesprächen wie heute, bietet dieselben Anlagelösungen und -produkte an und vertreibt diese oder lässt sie von anderen Banken vertreiben. Warum? Weil auch die die «Digital Natives» einen Konservativismus im Banking schätzen.

Umso mehr, als innovative und alternative Bankendienstleistungsanbieter für Skandale sorgen: Kundengelder werden veruntreut, in der Banking-Cloud offenbaren sich Sicherheitslücken. Regulatoren schreiten ein, was die Anforderungen im Finanzdienstleistungssektor nochmals erhöht und Finanz-Startups verunmöglicht. Technologische Innovationen werden nur sehr zaghaft integriert, das traditionelle Geschäftsmodell wird nicht tangiert.

Szenario 2:

Etablierte Banken schaffen den Quantensprung. Die Privatbank 2030 ist dieselbe wie 2014. Sie hat die Transformation geschafft und das klassische Wealth Management um neue Interaktionskanäle erweitert. Virtuelle Angebote und digitale Kommunikation mit dem Kunden finden statt, aber nur für einfache und standardisierte Dienstleistungen.

Für höhere Ansprüche und komplexere Bedürfnisse wird beidseitig noch immer das Gespräch von Angesicht zu Angesicht geschätzt. Weil die Privatbanken sich so ständig weiterentwickeln, haben Dritt- und Neuanbieter kaum Chancen. Die Regulatoren unterstützen dies, indem sie so hohe Anforderungen stellen, dass die Eintrittshürden kaum überwindbar sind.

Szenario 3:
Apple und Facebook gründen «iWealth».
iWealth ist erst in den USA aktiv, dann in den technologieaffinen asiatischen Ländern und erobert in der Folge auch Europa. Im Jahre 2030 vernetzt iWealth über fünf Millionen Millionäre weltweit und hat damit den grössten Marktanteil. iWealth ist virtuell, der physische Kontaktpunkt sind SmartTablets, SmartTV und SmartWatch.

Die Banken sind aber nicht verschwunden: Sie werkeln im Hintergrund bei der Abwicklung von Geschäften und Transaktionen sowie als Custodian. Auch die Anlageprodukte stammen von den Banken, die aber jeglichen Kundenkontakt verloren haben. Sie sind zum billigen Produzenten einer reinen «Commodity; degradiert sind. iWealth erzielt aufgrund der hohen Markentreue höhere Margen und nutzt technologische Skalenvorteile.

Szenario 4:
Die Ich-Bank entsteht.
Der Kunde im Jahr 2030 stellt sich seine eigene Bank zusammen, im Internet. Er vernetzt einzelne Finanzdienstleistungen und stimmt sie aufeinander ab. Die Digitalisierung hat es Anbietern möglich gemacht, nur Teile aus der Banking-Wertschöpfungskette anzubieten: Advisory, strategische und taktische Asset Allocation, Portfoliomanagement, Trading, Risikomanagement, Vermögensreporting, Steuerausweis, Customer Care.

Der User kann sich auf Informationsportale stützen, um die Best-In-Class-Angebote ausfindig zu machen. Banken haben in diesem Szenario ein untergeordnete Rolle. Den Kundenkontakt haben sie verloren. Sie stellen im Wesentlichen nur noch die technische Infrastruktur und die Abwicklungsfunktion zur Verfügung.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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