Montblancs Meisterstück trägt neu eine Zuger Handschrift

Klack, klack, klack – das mechanische Tippen der Finger auf der Computertastatur ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Für ein paar schnelle Notizen greift man vielleicht noch zum Kugelschreiber. Aber mit Füllfederhalter schreiben? Das wirkt heute fast wie aus der Zeit gefallen. 

Viele verbinden den Füller höchstens noch mit der Primarschule oder mit einer fernen Epoche, in der Dichter ihre Gedanken bedächtig mit der Feder zu Papier brachten. An dieser Stelle kommt Montblanc ins Spiel. Das in Hamburg ansässige Unternehmen, einer der weltweit führenden Hersteller von Schreibgeräten, Armbanduhren, Schmuck und Lederwaren, will die verlorengegangene Schreibkultur neu beleben.

Der Klassiker neu gedacht

Sein jüngster Ansatz dafür ist das Montblanc Meisterstück 149 «Style of Zug», welches in Kooperation mit der Zuger Boutique für exklusive Schreibgeräte entstand. Die präsentierte Edition ist das Ergebnis einer rund zweijährigen Zusammenarbeit. Das Ziel war es, dem klassischen Füller eine eigene gestalterische Identität zu verleihen, ohne seine Substanz zu verändern – ein Balanceakt zwischen Innovation und Respekt vor einer Ikone.

Ein Abend im Zeichen des Schreibens

Vorgestellt wurde die Edition vergangene Woche im Rahmen einer Abendveranstaltung in der Boutique von Style of Zug. Begleitet von persönlichen Einblicken der Projektbeteiligten – Sandro Cazzato, Delphine Favier und Samuel Naldi –konnten die Gäste den neu lancierten Füllfederhalter gleich selbst erproben und eine handgeschriebene Postkarte verfassen, die anschliessend in einen bereitgestellten Briefkasten eingeworfen wurde.

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Die Gastgeber des Abends: Sandro Cazzato, Delphine Favier und Samuel Naldi. (Bild: zVg)

Die Kunst der leisen Verfeinerung

Auffällig ist zunächst die Farbgebung: Die Edition erscheint in «Glacier Blue Grey», einem eigens entwickelten Lackton, der die kühle Klarheit alpiner Landschaften aufgreift. Ergänzt wird das Design durch platinbeschichtete Elemente – eine metallene Kappenspitze sowie ein Kolbenknopf, die dem Schreibgerät eine kühlere, moderne Note verleihen. Im Inneren bleibt hingegen alles beim Bewährten: Kolbenmechanik, Proportionen und die 18-Karat-Goldfeder entsprechen dem Original.

Zug, eingeprägt in Gold

Die eigentliche Tiefe zeigt sich jedoch im Detail. Für die Feder wurde ein neues Prägemotiv entworfen. Das Design lehnt sich an die charakteristische Dachstruktur des Zytturms in Zug an, dessen Fischgrätenmuster seit Jahrhunderten Teil der lokalen Architektur ist. Fortgeführt wird das Muster durch drei geprägte Kirschen, die als subtile Referenz auf die traditionsreiche Kirschkultur des Kantons verweisen. Der Schriftzug «Style of Zug» ist dezent integriert, während die Gravur «1 von 500» die Limitierung auf jedem Stift unmittelbar sichtbar macht. Denn die Edition ist weltweit auf 500 Exemplare begrenzt und ausschliesslich über Style of Zug erhältlich. Angeboten wird das Modell in den Federstärken Fine und Medium, der Preis liegt bei 1'590 Franken.

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Im Zentrum des Abends stand eine Postkarte mit Zug-Motiv, die die Gäste mit eigener «Montblanc-Handschrift» verfassen und direkt vor Ort versenden konnten. (Bild: zVg)

Wenn Schreiben wieder berührt

Was das Projekt darüber hinaus antreibt, zeigt sich in den persönlichen Erfahrungen der Beteiligten. Sandro Cazzato, einer der Gastgeber, erzählt, er habe als Linkshänder lange eine eher frustrierte Beziehung zum Schreiben gehabt. Verschmierte Seiten, wenig Freude. Erst ein Besuch in der Montblanc-Manufaktur in Hamburg habe seine Sicht grundlegend verändert. «Als ich gesehen habe, wie die Feder tausendmal getestet wird, bevor sie überhaupt eingesetzt wird, wusste ich: Morgen kaufe ich meinen ersten Füller.» Heute umfasst seine Sammlung über 300 Schreibgeräte.

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Strich für Strich zurück zur Tinte: das Meisterstück 149 «Style of Zug» im Detail. (Bild: zVg)

Eine Entwicklung, die sinnbildlich dafür stehen soll, worauf Montblanc mit dieser Edition abzielt: das Schreiben nicht länger als blosse Funktion zu verstehen, sondern als Erlebnis, das wieder Freude bereitet. Entscheidend bleibt am Ende jedoch nicht das Schreibinstrument, sondern das, was man zu Papier bringt – und ob man sich überhaupt noch die Zeit dafür nimmt.