Fintech: Warum die UBS plötzlich um ihre Zukunft fürchtet

In London experimentiert ein kleines Team der Schweizer Grossbank UBS mit der Blockchain-Technologie. Dabei geht es um einen viel höheren Einsatz als bisher gedacht, wie Forschungsleiter Alex Batlin nun verriet.

Letzten April eröffnete die UBS in Londons angesagtestem Fintech-Inkubator Level 39 ein eigenes Labor. Seither sickern die Nachrichten über die Anstrengungen der UBS-Spezialisten dort tröpfchenweise an die Öffentlichkeit durch.

Die Grossbank forscht im Fintech-Mekka unter Hochdruck an der Blockchain-Technologie, die hinter digitalen Währungen wie Bitcoin steht – und experimentiert dabei etwa mit Krypto-Wertschriften und bionischen Kundenberatern, wie auch finews.ch berichtet.

Nun lüftete Team-Leiter Alex Batlin (Bild) den Deckel über den geheimen Forschungsarbeiten der Grossbank in London – wenigstens einen Spalt weit. Wie er gegenüber dem Branchen-Portal «Coin Desk» berichtete, geht es ihm um nichts weniger, als die UBS «future-proof» zu machen. Also überlebensfähig für die Zukunft.

Intermediäre ausgeschaltet

Laut Batlin steht dieses Überleben mit der Ankunft der Blockchain-Techologie auf der Kippe. «Blockchain könnte eine der grössten Gefahren, aber auch eine der bedeutendsten Chancen für Banken wie die UBS sein», sagte er gegenüber dem Branchen-Portal. Seine Mission sei es sicherzustellen, dass die Bank und ihre Eigner als Gewinner des durch die neue Technologie ausgelösten Wandels dastehen, so Batlin weiter.

Die Blockchain ermöglicht Transaktionen auf rein digitaler Basis. Im Zentrum steht nicht eine Währung, sondern die Information über den Transfer von Werten – die wiederum fortlaufend in einer Datenbasis gespeichert wird. Der Effizienzgewinn etwa gegenüber dem heutigen Zahlungsverkehr gilt als enorm. Vor allem macht die Blockchain aber die Intermediäre zwischen den Handelnden überflüssig, und könnte deshalb die Finanzlandschaft auf den Kopf stellen.

Batlin von der UBS will dem zuvor kommen. Und nicht nur er. Wie auch finews.ch berichtete, erkunden nun eine ganze Reihe von Banken das Potenzial der Blockchain, um nicht von ihr überrollt zu werden.

Über den Haufen geworfen

Dabei entwickle sich die Technologie jedoch so rapide, dass der normale Innovationsprozess über den Haufen geworfen werde, wie Batlin berichtet. «Wir können nicht viel mehr tun, als Hypothesen zu testen».

Dennoch sei die UBS mit ihren ganzen Schlagkraft besser gerüstet als kleine Startups, um das Potenzial der Blockchain fürs Banking zu heben, so der Forschungsleiter weiter. Gelingt dies, verspricht sich Batlin riesige Chancen: Eine einzige Plattform, auf der Marktteilnehmer weltweit Wertschriften, Derivate und Währungen handeln können.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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