Fintech: Baut die UBS den ultimativen Robo-Advisor?

Wenn ein Fintech-Jungunternehmer behauptet, der Siegeszug der Roboter in der Vermögensverwaltung sei «unaufhaltsam», so lässt sich das allenfalls als Aufschneiderei abtun. Wenn Dirk Klee (Bild unten) das sagt, dann ist es ratsam, genau zuzuhören.

Denn Klee ist oberster operationeller Chef (COO) im UBS Wealth Management, der grössten Division der gewichtigesten Schweizer Bank.

Gegenüber dem britischen Branchenportal «efinancial news» (Artikel bezahlpflichtig) gab Klee nun einen seltenen Einblick in die Digitalisierungs-Pläne des führenden Vermögensverwalters – und legte dar, wie weit diese schon gediehen sind.

Dirk Klee 500

Rascher Vorstoss in verschiedene Märkte

Demnach trägt sich die UBS schon länger mit dem Gedanken, einen eigenen Vermögensverwaltungs-Roboter – einen Robo-Advisor im Jargon – zu lancieren. Dazu will Klee jedoch erst eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur für das Wealth Management schaffen. Von dieser Plattform aus könnten die Roboter dann nach ersten Tests rasch in zahlreiche Märkte vorstossen, verriet er.

Offenbar sieht die Grossbank gerade im «Affluent»-Bereich ein ideales Einsatzgebiet – also bei den mittelgrossen Kunden, wo die Masse den Ausschlag gibt und Skaleneffekte durch Automatisierung geschöpft werden können.

Affluent-Bereich im Visier

Klee liess dabei durchblicken, dass die Bank in Regionen vorstossen könnte, wo sie noch kein Affluent-Geschäft betreibt. Zu denken ist da etwa an die aufstrebende asiatische Mittelschicht.

«Wir arbeiten derzeit daran und sind überzeugt, dass der Trend kommen wird», so Klee. Die UBS etabliere sich lieber als Marktführer, als sich von «Fintechs formen zu lassen.»

Klee ist 2013 vom weltgrössten Vermögensverwalter Blackrock zur UBS gestossen, wo er zuvor als Länderchef für Deutschland, Österreich und Osteuropa amtete. Als rechte Hand von Wealth-Management-Chef Jürg Zeltner hat er seither bereits einige Akzente gesetzt – gerade was die Digitalisierung betrifft.

Digitaler Darwinismus

So ist er eine der Triebkräfte hinter den Schnittstellen der UBS zur Welt der agilen Fintech-Start-ups – dem UBS Lab in Zürich, dem Büro im Level 39 in London und dem Center for Design Thinking and Innovation in Singapur.

Klee hält es dabei bezüglich der Digitalisierung mit Charles Darwin, wie er der Westschweizer Zeitung «Le Temps» letztes Jahr offenbarte. «Entweder, wir passen uns der Innovation an – oder wir verschwinden».

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NEWS GANZ KURZ

swissQuant

Der Schweizerische Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) hat den Technologie-Anbieter swissQuant als neues Mitglied und Partner aufgenommen. Der Eintritt von swissQuant unterstreicht laut Mitteilung die Ambition des SVSP, die gesamte Wertschöpfungskette der Industrie zu vertreten.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016 einen leicht tieferen Umsatz (-0,3 Prozent) auf gut 425 Millionen Franken realisiert. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

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