Das ist der Alptraum der Grossbanken-Chefs

Der tiefe Ölpreis treibt vielen Bankern den Angstschweiss auf die Stirn. Wie Analysen zeigen, haben sie Hunderte von Milliarden an gefährdeten Krediten ausstehend. Das könnte auch für die UBS und CS ein Problem werden.

Eine aktuelle Analyse aus dem Hause UBS lässt aufhorchen. Demnach sehen sich die grössten Banken der Welt mit 300 Milliarden an gefährdeten Krediten konfrontiert, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtete.

Dabei handelt es sich um Kredite an Firmen im Energie- und Mining-Sektor – und nur um jene Tranche, die auf Euro lautet. Der Einbruch der Öl- und Gaspreise hat die Einnahmen der Förderer versiegen lassen.

Es besteht die Gefahr, dass diese Firmen ihre Kredite nicht mehr bedienen können, sollten sich diese nicht bald erholen. Der Schaden für die Banken wäre enorm. Und selbst wenn sich die Rohstoffpreise wieder fangen, erwarten die UBS-Analysten laut Bericht «signifikante Kreditausfälle».

Milliardenhohes Engagement der Schweizer Grossbanken

Einen Vorgeschmack lieferte kürzlich die britische Standard Chartered Bank. Hauptsächlich wegen gestiegener Rücklagen für faule Kredite im Rohstoffsektor musste die Grossbank einen Jahresverlust von 2,2 Milliarden Dollar vermelden.

Auch die UBS und die Credit Suisse halten Kredite an Energie-Unternehmen in Milliardenhöhe in ihren Bilanzen. Laut den Geschäftsberichten sind es bei der UBS 6,1 Milliarden und bei der Credit Suisse gar 9,1 Milliarden Dollar, wie auch finews.ch berichtete.

Sollte der Ölpreis weiter sinken, könnten sich auch die Schweizer Grossbanken unvermittelt genötigt sehen, Massnahmen wie Standard Chartered zu ergreifen. Derzeit liegt der Fass-Preis für die Rohöl-Sorte Brent bei 35 Dollar. Doch laut Experten droht ein Rückgang auf 20 Dollar oder tiefer.

US-Banken stecken tief drin

Konkurrenten wie J.P. Morgan, Citigroup oder Wells Fargo haben bereits Vorkehrungen gegen einen potenziellen Öl-Crash getroffen und Rückstellungen in Milliardenhöhe gebildet. Laut der US-Ratingagentur Standard & Poor’s sind 50 Prozent der Kredite im Energiesektor gefährdet.

US-Grossbanken stecken denn auch tiefer in gefährdeten Krediten als ihre europäischen Rivalen. Laut Schätzungen der UBS-Analysten beträgt das Exposure eine Billion Dollar.

Goldman Sachs beschwichtigt

Laut Goldman Sachs würden die möglichen Folgen des «Energy Collpas» aber bei weitem nicht so schlimm sein wie damals bei der Subprime-Krise, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» am Freitag mitteilte. 

Die Analysten der US-Grossbank begründen dies zum einem mit dem deutlich kleineren Kreditvolumen. Im Energiesektor seien etwa 1,5 Billionen Dollar an Krediten ausstehend gegenüber 5 Billionen Dollar an Hypotheken während 2002 bis 2007.

Überdies sei die Volatilität des Ölpreises – angesichts früherer Kursschwankungen – nicht sehr überraschend. Und dies lasse Investoren vorsichtiger agieren, so die Goldman-Sachs-Analysten. Weiter seien heutzutage die Bankbilanzen deutlich besser kapitalisiert als im Höhepunkt des Subprime-Booms 2007.

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NEWS GANZ KURZ

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2016 einen leicht tieferen Umsatz (-0,3 Prozent) auf gut 425 Millionen Franken realisiert. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

Schwyzer Kantonalbank

Im ersten Halbjahr sank der Gewinn des Innerschweizer Finanzinstituts um 3,4 Prozent auf knapp 33 Millionen Franken. Unter anderem belasteten höhere Wert-Berichtigungen auf Beteiligungen das erste Halbjahr. Dank einer substanziellen Volumenzunahme kam das Zinsengeschäft mit einem Brutto-Erfolg von gut 91 Millionen Franken in etwas auf Vorjahres-Niveau zu liegen. Für das 2016 rechnet die Bank mit einem Jahresergebnis leicht unter Vorjahr.

Bank Coop

Die Bank Coop hat im ersten Halbjahr 2016 einen leichten Gewinnrückgang auf 22,7 Millionen Franken erlitten. Die Bank erklärt dies mit höheren Investitionen für verschiedene digitale Projekte, Umbauten sowie einer höheren Zuweisung an die Reserven für Bankrisiken. Im Zinsengeschäft konnte Bank Coop leicht zulegen, warnt jedoch vor dem anhaltenden Margendruck.

Fonds

Die «Brexit»-Turbulenzen haben auch bei den in der Schweiz gehandelten Fonds Spuren hinterlassen. Laut dem Schweizerischen Fondsverband Sfama verminderten sich die verwalteten Vermögen um 17 Milliarden Franken. Die Netto-Mittelabflüsse betrugen knapp 2,3 Milliarden Franken.

Freiburger KB

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn-Rückgang um 5,3 Prozent auf 68,5 Millionen Franken verzeichnet. Die Bank leidet unter dem Negativzins-Umfeld. Im Hauptgeschäft der Bank, dem Zinsengeschäft, resultierte denn auch ein um 2,6 Prozent gesunkener Nettoerfolg auf gut 107 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr bleibt die Kantonalbank dennoch zuversichtlich.

Pimco

Der weltgrösste Anleihenmanager hat Emmanuel «Manny» Roman per Ende August zum neuen CEO ernannt. Roman ist derzeit CEO beim britischen Hedgefonds Man Group. Er tritt an die Stelle von Douglas Hodge, der als Managing Director und Senior Adviser bei Pimco bleibt. Bei Man Group kommt neu Luke Ellis an die Spitze.

Obwaldner Kantonalbank

Das Innerschweizer Staatsinstitut erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 6,9 Millionen Franken, gleich viel wie im Jahr zuvor. Trotz besserem Geschäftsgang fehlte heuer der Ertrag aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung, der letztes Jahr den Gewinnausweis verschönt hatte.

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