Grossbanken: Noch ein Geschenk des Bundesrats

Bundeshaus

Bundeshaus, Bild Shutterstock

Seit Monaten laufen die Grossbanken UBS und Credit Suisse Sturm gegen schärfere Eigenkapitalregeln der Schweizer Regierung. Nun sind sie mit ihrem Lobbying offenbar einmal mehr erfolgreich.

Für Schweizer Grossbanker ist das «Wachstumsverbot» seit Monaten das heisseste Thema überhaupt. Als solches empfinden die UBS und Credit Suisse (CS) nämlich die vom Bundesrat letzten Dezember geforderten Anpassungen der Eigenkapital-Bestimmungen (Too-big-to-fail). Via die Schweizerische Bankiervereinigiung liefen sie schon Sturm gegen die «de-facto-Grössenlimite». Ebenfalls hatte die «NZZ» dem Thema in einem Artikel viel Platz eingeräumt.

Der Stein des Anstosses: Der bundesrätliche Verordnungs-Vorschlag enthielt progressive Eigenmittelvorgaben. Diese fordern von den Grossbanken schneller mehr Eigenkapital, wenn sie über eine Bilanzsummen-Grenze von 1'050 Milliarden Franken hinaus wachsen. Dies deshalb, weil der Vorschlag annimmt, dass ab dieser Grenze die Risiken rasch zunehmen. Genau das schimpfte die hiesige Banken-Lobby ein Wachstumsverbot.

Schon das zweite Geschenk

Wie nun abermals die «NZZ» weiss, wird offenbar von der Idee des progressiven Anstiegs der Eigenmittel wieder abgerückt. Stattdessen sollen die Eigenmittelzuschläge linear zur Bilanzlänge erfolgen, wie die Zeitung am Mittwoch berichtete.

Mit den neuen, verschärften Eigenmittel-Anforderungen will der Bundesrat sicherstellen, dass die Schweizer Grossbanken ohne Belastung des Steuerzahlers gerettet respektive liqudiert werden können. So müssen UBS und CS bis 2019 eine Eigenkapital-Quote von mindesten 5 Prozent der Bilanzsumme vorweisen; hinzu kommen 3 bis 5 Prozent Wandlungskapital für den Krisenfall.

Allerdings macht Bundesbern den Schweizer Grossbanken mit dem Kompromiss bei der Progression nun schon das zweite Geschenk.

Das Pendel schwingt zurück

Bereits im Verordnungs-Vorschlag vom Dezember enthalten war nämlich eine massives Zugeständnis an UBS und CS. Bis 2019 zählen deren nach den neuen Regeln teils disqualifizierten Pflichtwandel-Anleihen nicht nur weiter, sondern dürfen gar wie Instrumente der höchsten Qualität verrechnet werden. Dabei geht es um enorme Summen, wie finews.ch berichtete.

In den nächsten Tagen werden die Anpassungen nun von der parlamentarischen Wirtschaftskommission (WAK) diskutiert. Mitte Jahr will der Bundesrat die Verordnung dann in Kraft setzen – und damit sein Entgegenkommen zementieren.

Das würde die Beobachtung untermauern, dass acht Jahre nach der Finanzkrise das Pendel zurückschwingt: Weltweit wehren sich die Banken immer lauter gegen neue Eigenkapital-Regeln. Und finden Gehör.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

weitere News