Nun hat auch Raiffeisen einen Robo-Adivsor

Bild: Shutterstock

Bei der grössten Hypothekargeberin der Schweiz sind ab sofort auch Online-Abschlüsse möglich. Was heisst dies nun für die Kunden-Berater? finews.ch fragte nach.

Die genossenschaftlich organisierte Schweizer Grossbank fährt im Hypothekargeschäft neu auch auf der digitalen Schiene. Ab sofort können Kunden Hypotheken direkt online abschliessen, wie Raiffeisen am Montag mitteilte.

Ein virtueller Bankberater begleite die Kunden auf dem Weg zur Online-Hypothek und gewährleiste auch online eine kompetente Beratung, hiess es weiter. Bei der Online Hypothek handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Raiffeisen, wie die Bank auf Anfrage von finews.ch ausrichten liess.

Und so funktioniert's

Der Kunde erfasst dabei Angaben zur Immobilie wie Kaufpreis, Wohnfläche oder Zustand. Anschliessend folgt direkt online die Einschätzung, ob der Kaufpreis marktgerecht ist.

Im Anschluss wird die langfristige Tragbarkeit eruiert und ein passendes Finanzierungsmodell dem Kunden vorgeschlagen. «Per Mausklick» kann der Kunde das Geschäft definitiv abschliessen, so Raiffeisen.

Tauchen während dem Prozess Fragen oder Unklarheiten auf, hat der Kunde laut Mitteilung jederzeit die Möglichkeit, einen Berater vor Ort zu kontaktieren oder den Online-Prozess ganz zu verlassen und ihn offline zu Ende zu führen.

Zusätzlicher Vertriebskanal

Werden Raiffeisen-Berater nun bald durch Roboter ersetzt? Dies treffe nicht zu, so Raiffeisen gegenüber finews.ch. Der Bedarf nach einer klassischen Beratung werde auch künftig gross bleiben. Die Online-Dienstleistung sei vielmehr ein zusätzlicher Vertriebskanal, um die Digital-affine Kundschaft abzuholen, hiess es weiter. 

Klar ist: Online-Abschlüsse verursachen weniger Kosten für die Bank und so auch für Raiffeisen. Doch dies sei nicht der Haupttreiber der Lancierung gewesen, erklärte Raiffeisen. 

Fest steht: Das Sparpotenzial bei Raiffeisen ist enorm. Die Grossbank unterhält über 1'000 Bankstellen – und ist somit in fast jeder Ecke der Schweiz präsent. Die Digitalisierung des Bankgeschäfts wird wohl über kurz oder lang einige Filialen überflüssig machen. Raiffeisen hat einen Marktanteil im Schweizer Hypothekargeschäft von rund 17 Prozent und ist damit hierzulande die Nummer eins.

Konkurrenten wie die Glarner Kantonalbank mit ihrem Hypomat sind schon länger im Online-Hypotheken-Geschäft tätig – und dies recht erfolgreich, wie der letzte Quartalsbericht zeigte. Und kürzlich lancierte auch die Freiburger Kantonalbank Online-Hypotheken, wie auch finews.ch berichtete.

Ein Marktplatz für Immobilien

Neben der Online-Hypothek stellt Raiffeisen mit «RaiffeisenCasa.ch» auch eine neue Immobilien-Plattform zur Verfügung, wie aus der Mitteilung weiter hervorging. Dabei handelt es sich um einen Immobilien-Marktplatz, auf dem Privatpersonen kostenlos ihre Immobilien zum Verkauf ausschreiben können.

Interessierte Käufer erhalten über diese Plattform eine Vielzahl an Informationen zum Wohneigentum, zur Tragbarkeit und Finanzierung sowie zur Attraktivität der Gemeinde. Zusätzlich kann der energetische Zustand der Immobilie ermittelt werden, wie auch finews.ch kürzlich berichtete. 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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