Credit Suisse: Tidjane Thiams stumpfe Wunderwaffen

(Bild: Shutterstock)

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Für Aufsehen sorgte Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam auch im vergangenen April, als er vorschlug, operationelle Risiken wie betrügerischen Machenschaften von Händlern oder Attacken von Cyber-Kriminellen an die Märkte auszulagern.

So wollte er sich gegen operationelle Verluste von bis zu 4,2 Milliarden Franken absichern. Die Risiken sollten via einer Anleihe an die Investoren verkauft werden – ähnlich einem Katastrophen-Bonds, wie auch finews.ch berichtete.

Wenig Interesse an Katastrophen-Anleihe

Doch schon einen Monat später stellte sich heraus, dass die Idee vielleicht doch nicht so gut ist. Denn die Nachfrage nach dieser Katastrophen-Anleihe hielt sich in engen Grenzen. Platzieren konnte die CS gerade mal 220 Millionen Franken; erhofft hatte sie sich allerdings 630 Millionen Franken. Kurzum: Mit dem eingenommenen Geld lassen sich die Kapitalsorgen der Bank kaum beseitigen.

Auch von einem anderen innovativen Ansatz versprach sich Thiam einiges: So kündigte die CS im vergangenen März an, mit der US-Sicherheitsfirma Palantir Technologies ein Gemeinschaftsunternehmen namens Signac zu gründen, wie auch finews.ch berichtete. Die Absicht dahinter: Potenziell gefährlichen Mitarbeitern frühzeitig auf die Schliche zu kommen.

Hilfreiche Hacker

Dazu verhelfen sollte eine Software, die bei Verdacht Warnsignale abgibt; nachdem diese Software innerhalb der CS-Investmentbank gute Resultate lieferte, beschlossen die CS-Verantwortlichen, sie auch im International Wealth Management einsetzen, wie auch finews.ch berichtete.

Doch nun ist genau das eingetreten, was für jede Datensicherheits-Firma der Albtraum ist: Eigens dafür engagierten Hackern ist es gelungen, an vertrauliche Daten von Palantir zu gelangen. Obschon das Ganze gezielt als Testlauf konzipiert worden war, zeigten sich die Verantwortlichen schockiert über die Durchlässigkeit des Systems, wie Recherchen des amerikanischen Newsportals «Buzzfeed News» ergaben.

Unnötige Negativ-Schlagzeilen

In einem gestellten Szenario hatte ein «rotes» Team an Hackern versucht, ins System einzudringen und daraus vertrauliche Daten zu entnehmen, während ein «blaues» Team alles daran setzte, die Angreifer abzuwehren und so allfällige Schwachstellen im System auszumachen.

Tatsächlich versagte das Abwehr-Team von Palantir kläglich. Die Enthüllungen von «Buzzfeed News» dürften der Credit Suisse sauer aufstossen, die sich von dem Joint-Venture doch etwas mehr erhofft hatte als die nun grassierende Negativ-Publicity.

Schaler Nachgeschmack

Umgehend beeilten sich die Verantwortlichen von Palantir zu versichern, der Hacker-Test sei alt und die Problemfelder seien längst behoben. Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch – vor allem für die CS, die sich fragen muss, ob die von Palantir gelieferte Software tatsächlich ihre Wirkung entfalten kann.

In der angespannten Situation, in welcher sich die CS derzeit befindet, entpuppt sich jedes Vorhaben, das nicht die erhofften Erwartungen erfüllt, zu einem noch riskanteren Unterfangen.

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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