UBS: Episches Selbstvertrauen

UBS-Chef Sergio Ermotti, Film-Still

UBS-Chef Sergio Ermotti, Film-Still

Nichts weniger als den «Schlüssel zum Erfolg» präsentiert sich die UBS in ihrem neuesten Image-Film «We Are UBS», der eben gerade über die Social-Media-Kanäle flimmert (siehe Video unten). 

Gefunden haben will diesen Schlüssel die Führungsriege der Grossbank um CEO Sergio Ermotti und Präsident Axel Weber – angefangen mit Ermotti selber. Der erklärt mit einem milden Lächeln, dass die Tür zum Erfolg nicht mit einem Schlüssel zu öffnen sei, sondern mit Dreien.

Den drei Schlüsseln im UBS-Logo nämlich.

Epische Minuten

Zwölf epische Minuten sind dann den Testimonials der UBS-Geschäftsführung gewidmet – der Film ist laut UBS ein Update einer älteren Version, das Veränderungen im Management Rechnung trägt.

Finanzchef Kirt Gardner, Asien-Präsidentin Kathryn Shih oder Schweiz-Chef Lukas Gähwiler kriegt das Publikum zu sehen und von ihnen zu hören, was die grösste Schweizer Bank so erfolgreich macht. Wir lernen: der Erfolg der UBS gründet auf ihrer starken Kapitalisierung, darauf, dass sie die Kunden voran stellt und dabei stets die Risiken im Auge behält.

Darüber wachen die Chefs, die zu sanften Pianoklängen und in Zeitlupe ins Bild gerückt werden – unterbrochen von hektischen Zeitraffer-Szenen, welche den Alltag ausserhalb der Bank zeigen. Auch hier liegt die Botschaft auf der Hand: Da schaltet eine Crew, die sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und die lange Sicht auf die Dinge pflegt.

Strotzend vor Selbstvertrauen

Mit der epischen Länge und dem unverholenen Pathos knüpft der Film an die «UBS Why»-Kampagne von 2015 an, für welche die Grossbank damals 150 Millionen Franken bereitstellte und sich den ganz grossen Fragen des Lebens widmete. Jene Kampagne vermittelte das Bild einer Bank, die nach zahlreichen Skandalen wieder Morgenluft witterte. Das Image-Video der Führungsriege zeigt nun ein Institut, das vor Selbstvertrauen strotzt.

Die Botschaft, welche über den Film vermittelt wird, ist dennoch widersprüchlich – zu schön ist der Schein, um der heutigen Realität standhalten zu können.

Kämpfen, sparen

Tatsächlich hatte die UBS im letzten Halbjahr mit schwierigen Märkten und einer zurückhaltenden Kundschaft zu kämpfen; punkto Gewinnkraft brachte es das im Film erfolgreiche Institut nicht unter die Top-5-Grossbanken in Europa. Im Wealth Management, dem Kerngeschäft der Bank, ist zudem eine Millionenschweres Sparprogramm angelaufen.

Auch was die Kapitalisierung anbelangt, ist die UBS noch nicht am Ziel – vom heutigen Stand aus besehen, fehlen der Grossbank noch rund 3 Milliarden Franken, um den ab 2019 geltenden «Too-big-to-fail»-Regeln zu entsprechen.

Die Krux mit den Chef-Botschaften

Zudem: Image-Filme sind Kinder ihrer Zeit, und die kann besonders im Banking schnell ablaufen. Erinnert sei an die kultige Videobotschaft von Ex-UBS-Chef Oswald Grübel aus dem Jahr 2010. Der Banken-Doyen brauchte damals nur etwas mehr als zwei Minuten (siehe Video unten), um der Welt zu erklären, warum seine Bank nach dem Beinahe-Kollaps in der Finanzkrise nun «nicht ruhen» werde.

Doch schon 2011 war die Botschaft Makulatur – und Grübel mit ihr. Damals hatte der Londoner Händler Kweku Adoboli in der Investmentbank 2,3 Milliarden Dollar der UBS verspekuliert. Die Bank musste ihre Werbekampagne stoppen, und Grübel trat als CEO zurück.

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Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

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Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

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Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

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Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

Fondsmarkt

Die Schweizer Fondbranche kratzt an der Billionen-Grenze. Wie der Branchendienst Swiss Fund Data vermeldete, erreichte das Vermögen der in der Schweiz gehandelten Anlagefonds letzten August rund 914 Milliarden Franken.

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Die Europäische Investitionsbank finanziert die Forschung am Genfer CERN. Dies, indem sie dem Teilchenbeschleuniger eine Kreditfazilität von 250 Millionen Franken leistet. Das Geld wird zum Bau des nächsten CERN-Grossprojekts benötigt, dem High Luminosity Large Hadron Collider.

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