Bonuskürzungen und verletzte Banker-Ego

Massiv tiefere Zahlungen bei den US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley werfen ein düsteres Licht auf die Bonusrunde bei CS und UBS voraus.

Der Verlust im vierten Quartal 2011, den Morgan Stanley am Donnerstag publizierte, lässt nichts Gutes für die Investmentbanken von UBS und CS erwarten. Sie veröffentlichen ihre Geschäftszahlen fürs 4. Quartal am 7. respektive 9. Februar.

Auch die vorangegangene Ankündigung der US-Investmentbank, die Boni drastisch zu kürzen, lassen die UBS- und CS-Banker bangen. Zumal auch die UBS wie einige US-Investmentbanken letztes Jahr schon angekündigt hat, die Boni für 2011 zu kürzen. 

Vergraulen der Angestellten inklusive

Morgan Stanley kappt nun die Cash-Boni fürs vergangene Geschäftsjahr bei 125'000 Dollar. Beträge darüber werden zurückgestellt. «Diese Unverschämtheit ist nicht dumm», zitierte der Nachrichtendienst «CNBC» einen Insider.

Dass einige Kollegen nun wütend die Bank verlassen, sei einkalkuliert, sagt der Morgan-Stanley-Mann. Damit versuche die Geschäftsleitung weitere Entlassungsrunden zu vermeiden. Bereits in den letzten Wochen hat Morgan Stanley 1'500 Jobs abgebaut.

«Bonusauszahlung nehmen viel stärker als 21 Prozent ab»

Nachdem dann Goldman Sachs die Gewinnwerwartungen der Börse für das Geschäftsjahr 2011 am Mittwoch sogar noch untertroffen hatte, dreht sich nun im New Yorker Hauptquartier an der 200 West Street alles um die Boni.

Auch Goldman Sachs machte diese Woche seine Ankündigung wahr, die Boni zu kürzen. Die Lohnsumme schrumpfte 2011 um 21 Prozent, sagte Finanzchef David A. Vinar am Donnerstag an. Zugleich gab er zu verstehen, dass die bar ausgezahlten Boni um viel mehr zusammengestrichen würden, berichtet das Karriereportal «eFinancialcareers.com».

Grosse Aufregung am Bonus Tag

Auf Twitter überschlagen sich die Meldungen der Betroffenen: "Frontoffice down zero to 40%, no base reduction", meldet einer aus der Beratung. Die Betroffenen lecken sich auf im Brachenportal «Dealbreaker.com» die Wunden: «FICC schlimmer dran als Aktienhandel und Investment Banking.»

Andere Goldmänner (und Frauen) kämpfen mit Selbstzweifeln: «Bekommt ein Analyst im ersten Jahr wirklich nur 20'000 Bonus?», fragt einer bange, nachdem ihm sein Chef seine Bonus-Summe mitgeteilt hat. 

«Ich bin ein gegroundeter Futures-Trader» 

So werden die Bankangestelten am Bonus-Tag nämlich einzeln zu ihren Chefs ins Zimmer gerufen, wo jeder einzeln gesagt bekommt, welche Aktien- und Bargeldzueilung er für das vergangene Jahr erhält (siehe auch «So schlimm stehts um die Goldman-Boni» auf «Finews.ch»).

Andere machen ihrer Empörung Luft, nachdem sie rauskommen: «Ich bin ein gegroundeter Futures-Trader.» Sein Bonus entspreche mehr der Entlöhnung für einen Monat als für ein Jahr, schnauft er.

Wieder anderen geht das Selbstmitleid gegen den Strich: «Du willst 100'000 Bonus fürs Zusammenstellen einer 70-seitige Präsentation?», mokiert sich etwa einer über den lamentierenden Kollegen. «Wozu solltest Du einen Bonus erhalten? Da waren keine grossen Deals 2011.»

Es wird v.a. beim Fussvolk gespart

Betroffen sind vor allem die unteren Chargen, wie einer Zusammenstellung auf dem Branchendienst «Dealbreaker.com» zu entnehmen ist, auch beim vergangenen Stellenabbau.

2011 visierte Goldman Sachs zunächst Kosteneinsparungen von 1,2 Milliarden Dollar an, erhöhte später aber das Ziel auf 1,4 Milliarden. Dafür kündigte die Investmenbank 2400 Angestellten. Dieser Abbau fand weniger im Management als unter dem schlechter bezahlten Fussvolk statt, berichtet das Portal «eFinancialcareers.com».  

Was heisst das für die CS- und UBS-Banker?

Gemessen an diesen Vorgaben, müssen auch die Bankangestellten bei der Credit Suisse und UBS den Gürtel enger schnallen, zumindest jene im Investmentbanking. Und dies nachhaltig, wie das neue Anlage-Kommentar der Basler Kantonalbank (BKB) glauben lässt. 

Die BKB-Anlagestrategen gehen sogar davon aus, dass der von den beiden Grossbanken 2011 angekündigte Abbau von je 3500 Stellen nicht ausreichen wird, wie «Finews.ch» im Artikel «BKB: UBS und CS müssen mehr Stellen abbauen» berichtete. 

 Job-Chancen ausserhalb der Banken

Verzagten empfiehlt das Karriereportal «eFinancialcareers.com», sich bei einem Hedge-Fund respektive Fund-of-Fund-Manager wie Man Investments zu bewerben. 

«Gute Jobs bei den bösen Rating-Agenturen», lautet eine weitere Empfehlung an entlassene Bankangestellte.  

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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