BKB: UBS und CS müssen mehr Stellen abbauen

Die beiden Grossbanken dürften ihre Ertragsziele auch 2012 verfehlen. Deshalb prognostiziert die Basler Kantonalbank, dass sie weitere Stellen abbauen werden.

Die Basler Kantonalbank (BKB) hält insbesondere die von der CS angestrebte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent für nicht realistisch. «Es ist nicht zu erwarten, dass die CS ihre Ziele bis 2013 erreichen wird», schreibt die BKB der neusten Ausgabe ihres Anlagekommentars «Anlagen Aktuell».

Und auch im Fall der UBS, welche ihre Ziele am Investor Day im November 2011 nach unten korrigiert hat, halten die Anlagestrategen der BKB die Eigenkapitalrenditenziele nur für knapp erreichbar.

Noch mehr Stellenabbau erwartet

Daher folgert die BKB, dass beide Banken weitere Kosteneinsparungen und einen zusätzlichen Stellenabbau ankündigen werden. Es sei denn, die Ertragslage verbessere sich mittelfristig deutlich.

Dieser Stellenabbau käme zu den bereits angekündigten Kostensparprogrammen hinzu. So hat die UBS angekündigt, rund 3'500 Stellen zu streichen (–5 Prozent), die Credit Suisse etwa 7 Prozent (ebenfalls etwa 3'500).

Gedrückte Gewinnaussichten

Für den anhaltenden Kostendruck sorgen laut der BKB insbesondere zwei Trends: Erstens der weiter zunehmende Wettbewerbsdruck im Investmentbanking.

Zweitens würden die trüben Marktaussichten mit der ungewissen Konjunkturentwicklung und den politischen Unwägbarkeiten bei der Bewältigung der Euro-Krise die Erträge mittelfristig schmälern.

Gegängeltes Investmentbanking

Das Problem des Investment-Banking besteht darin, dass sich mit der Einführung von Basel 3 die Eigenkapitalrendite stark verringern wird. CS und UBS würden aber ihr Geschäftsmodell nur zögerlich anpassen, kritisieren die BKB-Autoren. 

Zwar hätten die beiden Banken ihre Aktivitäten insbesondere im Bereich Fixed-Income-Handel reduziert. Doch strategische Einschnitte respektive der Ausstieg aus besonders kapitalintensiven Geschäftsbereichen seien bisher ausgeblieben. Diese würden aber zwingend folgen müssen.

Vor allem der FIIC-Handel betroffen

Der Abstieg von CS und UBS sei nämlich insbesondere im Bereich Fixed-Income (FIIC) programmiert. In diesem komplexesten Geschäftsbereich sind der Handel mit Obligationen, verbrieften Produkten, Zinsen, Währungen und Rohstoffen angesiedelt.

Denn mit der Verschärfung der Regulation werden gemäss BKB Grössenvorteile noch wichtiger. Kleinere Banken hätten einen Teil ihrer Abteilungen bereits geschlossen. Davon würden nun vor allem die Marktführer profitieren – zuforderst Goldman Sachs, Deutsche Bank, JP Morgan Chase und Citigroup.

«Weil die Schweizer Grossbanken im globalen Vergleich eine relativ schwache Position in diesem Geschäftsbereich einnehmen, müssen UBS und CS ihre Fixed-Income-Strategie zwangsläufig den veränderten Gegebenheiten anpassen müssen», kommentiert die BKB. 

CS und UBS auch im Aktienhandel unter Druck

Im Aktienhandel würden UBS und CS im globalen Vergleich zwar eine starke Position einnehmen, schreibt die BKB. Auch würde der Aktienhandel von den Vorhaben zur Verschärfung der Regulierung in den nächsten Jahren deutlich weniger stark betroffen sein als der Fixed-Income-Handel.

Aber auch hier werden die beiden Schweizer Finanzhäuser neue Konkurrenten bekommen: Weil sich gewisse Konkurrrenten verabschieden – zum Beispiel Royal Bank of Scotland (RBS) – dürften andere vermehrt in diesen Bereich vorstossen. Dies auch, weil die Attratktivität des Aktienhandels relativ zunimmt.

Ein Platz in den Top-10 nicht mehr überall möglich

Gut halten konnten sich die Schweizer Banken bisher auch im Beratungsgeschäft für Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions), Aktienemissionen und Bondemissionen. Hier liegt Morgan Stanley an der Spitze, gefolgt von der Bank of America Merrill Lynch und Goldman Sachs. Nach JP Morgan folgen die Deutsche Bank und die CS (Rang sechs). Die UBS liegt auf Rang neun.

In anderen Geschäftsbereichen dürfte es hingegen für sie immer schwieriger werden, vorne mitzumischen.

Das einzig Positive im Ausblick der BKB: «Die Grossbanken nehmen – auch dank der proaktiven Haltung der Schweizer Aufsichtsbehörden – international eine Vorreiterrolle ein.

Unsicherheit führt zu «untergewichten»

Wie die Anpassung an eine «neue Bankenwelt» verläuft ist sehr schwer abzuschätzen. Wie auch immer: Die Eigenkapitalrenditen werden künftig tiefer ausfallen als vor der Finanzkrise.

Die BKB hat Aktien der UBS und CS «untergewichtet». Nach der glücklichen Refinanzierungsrunde des spanischen und französischen Staats sprangen die Akienkurse der beiden Grossebanken allerdings um 8,1 respektive 6,8 Prozent hoch. 

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Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

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Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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