Banken verschlafen die Vorteile von Facebook

Die Finanzbranche schenkt der grössten Social-Media-Plattform nicht genügend Aufmerksamkeit. Dabei bietet sie günstige Werbefläche für Millionen von Konsumenten.

Die Schweizer Banken scheuen sich vor Facebook. Ihre Präsenz auf der Social-Media-Plattform beschränken sich oft auf Angestellten-Foren oder wenig gepflegten und oft sterilen Unternehmens-Pages.

Dabei ist Facebook eine gigantische Plattform, die den  Zugang zu Millionen konsumfreudiger Kunden ermöglicht, ohne dass dabei ein riesen Werbeetat angezapft werden muss. Zu diesem Schluss kommt die neue Studie «Banking on Facebook» vom Online-Portal «Netbanker».

Demnach gibt es allerhand Gründe, die einen aktiveren Auftritt auf Facebook rechtfertigen. Argumente, dass Facebook zu wenig seriös oder zu unprofessionell sei, gelten dabei nicht.

Eine Gratis-Niederlassung eröffnen

«Wenn Sie in einer Nachbarschaft präsent sein könnten, die von 90 Prozent ihrer Kunden regelmässig frequentiert würde, wie viel würden Sie dafür ausgeben», fragen die Urheber der Studie. Grossbanken geben Millionen von Franken aus, um an strategisch gut situierten Standorten eine Niederlassung zu betreiben.

«Aber was, wenn es fast nichts kostet, dort einen Shop zu eröffnen? Dies ist Facebook; ein Ort, den die Kunden regelmässig besuchen und Marken sich für keinen einzigen Dollar etablieren können», heisst es in der Studie.

Billiger und aktuell

Die ältere Generationen gehört zwar nicht zwingend zu den regelmässigen Facebook-Nutzern. Doch die Internet-Generation verbringt  Stunden wenn nicht gar Tage im Netz – mitunter auf Facebook. Und dort lassen sie sich freiwillig von Werbung berieseln, während die kostspieligen Bankkataloge, die per Post ins Haus geliefert werden, unangetastet im Altpapier landen.

Banken investieren bereits viel in Online-Werbung. Facebook wird dagegen eher noch gemieden. Dass Banking via Facebook funktioniert, hat die neuseeländische ASB Bank bereits bewiesen.

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NEWS GANZ KURZ

Schwyzer KB

Die Schwyzer Kantonalbank hat eine Beteiligung der Nova Vorsorge gekauft und geht mit dem Vorsorgespezialisten eine strategische Zusammenarbeit ein. Bankkunden sollen in Zukunft massgeschneiderte Vorsorgelösungen angeboten werden. Die Schwyzer Kantonalbank wolle in den kommenden fünf Jahren zu der Vorsorgespezialistin in ihrer Marktregion werden, hiess es.

SNB

Die Schweizerische Nationalbank beläst ihr Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0 bis 0,25 Prozent. In ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung bekräftigten sie zudem, den Mindestkurs des Euro gegen den Franken mit aller Konsequenz durchzusetzen. Sie bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.

Immobilien

Die Homegate AG übernimmt die Immobilienplattform home.ch, die von local.ch betrieben wird. Mit der Übernahme festigt Homegate ihre Position als Marktführerin in der Schweiz im Bereich der Immobilienplattformen.

Postfinance

Das Institut senkt die Zinsen auf Einlagen. Ab dem 1. November erhalten Postfinance-Kunden auf dem Geld in ihren Privatkonti noch 0,01 Prozent Zins. Auf dem Vorsorge 3a-Konto sind es noch 1,125 Prozent. Grund für die Senkung seien die anhaltend tiefen Zinsen an den Finanzmärkten.

Bankdatendiebstahl

Der Nationalrat will Diebe von Bankkundendaten härter bestrafen und auch Käufer ins Visier nehmen. Er hat am Dienstag als Erstrat entsprechende Gesetzesänderungen gutgeheissen. SP und Grüne waren dagegen. Künftig sollen Datendiebe mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden können, wenn sie die Daten verkaufen. Bislang galt die Höchststrafe von drei Jahren.

Kantonalbanken

Die 24 Kantonalbanken haben im ersten Halbjahr 2014 einen kumulierten Reingewinn von 1,4 Milliarden Franken erwirtschaftet, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Die anvertrauten Kundengelder betragen 337 Milliarden, ein leichtes Plus von 0,8 Prozent. Die Bilanzsumme hat sich um zwei Prozent auf 524 Milliarden Franken erhöht. Der Gewinnrückgang ist insbesondere auf das Zinsgeschäft zurückzuführen. Die Kantonalbanken senkten dabei auch ihren Geschäftsaufwand um 2,4 Prozent.

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