Mai
17
2012
Today
PDFDruckenDiesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen

Die Schweizer Banken sind kaum auf der grössten Social-Media-Plattform vertreten, während andere Branchen Facebook schon intensiv zu Werbezwecken gebrauchen.

Die blanken Zahlen machen den Anschein, als ob die Schweizer Banken den Facebook-Trend schlicht verschlafen. Am prominentesten vertreten ist noch die Credit Suisse. Die Bank verfügt auf Facebook über eine Unternehmens-Gruppe mit 2330 Mitgliedern. An Inhalt ist jedoch nicht viel vorhanden. Zwar gibt es ein Diskussionsforum, wo insgesamt sieben offene Threads existieren, über drei Einträge pro Thema kommt es jedoch nie hinaus.

Facebook.CSAuch die Wall-Einträge sind nicht atemberaubend. Der einzige Eintrag aus diesem Jahr stammt von einem Mitarbeiter aus Dubai, der den CS-Angestellten ein frohes neues Jahr wünscht...

Die ganze Seite wurde von einem Mitarbeiter ins Leben gerufen und fristet noch ein Mauerblümchen-Dasein. Etwas attraktiver fällt dabei die Unternehmens-Page der CS aus. Diese zählt auf 6205 «Likes» (Leute, welche die Seite unterstützen). Neben Informationen zur Bank sind Links und Fotos zu Events und Tätigkeiten der Bank vorhanden. Diese Seite wird auch aktiver mit Inhalt versorgt.

Ganz anders sieht es bei der UBS aus. Für die zweite Schweizer Grossbank existiert zwar auch eine Gruppe, diese verfügt jedoch nur über 117 Mitglieder und über so gut wie keinen brauchbaren Inhalt. Eine Unternehmens-Page zur UBS gibt es, sie hat 2727 Unterstützer; in diesem Bereich finden sich aber lediglich grundlegende Infos zur Bank sowie ein Link zum Wikipedia-Eintrag der UBS.

Auch die Konkurrenz macht keine gute Figur

Ähnlich der Facebook-Auftritt von Julius Bär: Infos zur Bank, Wikipedia-Eintrag und stolze zwölf Unterstützer sind darauf zu finden (ein gleichklingender Gastrobetrieb, die «Julius Bar» in New York, kommt auf 317 «Likes»).

Und auch die Kantonalbanken sind nicht besser auf Facebook vertreten. Die ZKB bringt es mit ihrer Unternehmens-Page noch auf 44 «Likes», der Zulauf der übrigen Kantonalbanken befindet sich im unteren zweistelligen Bereich.

Im Vergleich mit der Konkurrenz wird das scheinbar dürftige Abschneiden der Schweizer Banken hingegen relativiert. Zwar zählen Bank of America (6291 «Likes»), Goldman Sachs (8196 «Likes»), Citigroup (6729 «Likes») und Deutsche Bank («3117») auf mehr Unterstützer als die Schweizer Banken, doch inhaltlich sind auch bei diesen nicht mehr als bloss Standard-Unternehmensinformationen ersichtlich.

Auch die Konkurrenz schläft

Kurz: Facebook scheint branchenweit noch fremd zu sein. Bleibt also die Frage, wieso die grösste Social-Media-Plattform der Welt noch nicht aktiver von den Finanzhäusern genutzt wird. Auf Anfrage von finews.ch heisst es von der UBS: «Die UBS ist sich der wachsenden Bedeutung der Social Media bewusst und prüft gegenwärtig Optionen, wie sie diese Kanäle zielführend nutzen kann.» Das Problem ist demnach nicht, dass die Banken Facebook unterschätzen, sondern dass sie noch Wege suchen, wie sie die Plattform richtig nutzen können.

Aus Branchenkreisen heisst es, dass diverse Banken noch abwägen, wie sie möglicherweise Facebook nutzen wollen. Ein grosser Stolperstein sind dabei die globale Präsenz von Facebook und der Fakt, dass die Facebook-Server in den USA stehen. Sollten sich Banken entscheiden, auf eine offizielle Facebook-Präsenz zu setzten, stehen sie vor rechtlichen Hürden.

Während in anderen Branchen, beispielsweise der Uhrenindustrie, problemlos über Facebook Produkte vermarktet werden können (Swatch: 236'882 «Likes», Produktefotos, Werbekampagnen), würden den Banken bei einem ähnlichen Vorgehen Dutzende von Klagen wegen Verstössen gegen Regulationsvorschriften ins Haus flattern.

USA als Hindernis

Denn einerseits stehen, wie erwähnt, die Facebook-Server in den USA. Wer also via Facebook wirbt, muss sich an die US-Vorschriften halten. Diese sind für Banken besonders strikte. Hinzu kommt, dass Facebook global erreichbar ist. Würden Banken ein stärkeres Auftreten via Facebook verfolgen, könnten sie von anderen Jurisdiktionen an den Pranger gestellt werden.

Das passive Auftreten der Schweizer Banken auf Facebook ist daher nicht – oder nicht allein – auf einen Konservatismus des Bankensektors zurückzuführen, sondern auf die rechtlichen Probleme, mit welchen die Banken im Umgang mit Facebook konfrontiert werden.

 

Kommentare 

 
#2 Gast 2011-04-19 10:37
facebook scheint was für medienorientierte dauerdarsteller zu sein, für journis und youngsters wohl ein traum. alle, die ihre privatspähre schätzen und schützen möchten, lassen tunlichst ihre finger davon.
Zitieren
 
 
#1 Gast 2011-04-19 08:01
Facebook ist absolut wertvoll, wenn es um Werbung, Adresssammlungen, persönliche Daten, persönliche Informationen über den eigenen Rechner, dessen IP, dessen Hardware etc. geht. Und genau hier liegt das Problem aller Netzwerke (auch bei Xing, Linkeding etc.). Die Sicherheit ist nicht gegeben. Über die Netzwerke und deren Vernetzung zu anderen genannten crawlt man sämtliche, sämtliche Daten von Personen im Netz und deren Verbindungen ab. Macht man das seriös und professionell, entsteht daraus ein Persönlichkeitsprofil, ein Bewegungsmuster mit Anwendung von persönlichen Daten und Vorlieben die weit über das hinaus gehen, was ein konventioneller Detektiv herausfinden kann. Finger weg von diesen Netzwerken die etwas suggerieren was einer kleinen Gemeinschaft vorenthalten wird. Sollte ihr HR Berater ein flammender Befürworter für digitale Netzwerke sein, ist das ein Indiz dafür, dass er / sie keine Ahnung von Personenkompetenzen besitzt, laden sie mehr Bewerber ein und reden sie mit ihnen!
Zitieren
 
 
Banner

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories, Links und Apps aus aller Welt

  • Diese Gefahren drohen Facebook
  • World Gold Council: Offizielle Goldbestände weltweit
  • Überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber mit Soft Skills
  • Facebook-Aktien sind «Muppet–Köder»
  • Selbstmanagement: Machen Sie sich unentbehrlich
  • Steve Forbes Tochter als Künstlerin
  • Eliteuni Harvard für alle
  • Sachwerte-Boom erfasst jetzt auch Briefmarken
  • DZ-Bank-Chef will Managergehälter an Löhne koppeln
  • Bankenaufsicht überprüft J.P. Morgan

+ mehr

RATINGS UND RANKINGS

BlogsymbolDie besten Finanzblogs
Die 25 besten Blog-Adressen im deutschen Sprachraum.
+ Ratings & Rankings

JOKE(R)

In Frankreich hat definitiv eine neue Zeitrechnung begonnen...

+ weiterlesen

EXCHANGE TRADED FUNDS

ETF Spezial

  • ETF: Facebook sorgt für Umschichtungen
  • Lyxor legt Fondsgeschäft zusammen

+mehr

PERSONAL-KARUSSELL

Wer wechselt wohin? Wer steigt auf?

Der Überblick über die Personalbewegungen in der Schweizer Finanzbranche.

Aktuell: UBS, Aon, Plenum Investments, Pictet, Zurich, Credit Suisse, BNY Mellon, Julius Bär, Allianz Suisse, Lombard Odier, Bordier.

+ weiterlesen

BLOG-HUB

Die neusten Ideen von Marc Faber, Jim Rogers, Paul Krugman, Nouriel Roubini, Greg Mankiw und anderen mehr.

+ Beiträge lesen

JobDirectory.ch
Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.
+ weitere Jobangebote

Facebook

Banner

Bill Gross Blog

Bill Gross

Bill Gross exklusiv:
«In einer Welt der finanziellen Repression»

+ weiterlesen

PRIVATE_3_2012_2

PRIVATE 3/2012
Das Geld-Magazin

+ weiterlesen

Newsletter

Newsletter-Symbol Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen finews.ch-Newsletter und Sie erhalten 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Buchtipp

Neustart: 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Neustart

50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Von Claude Baumann und Ralph Pöhner

Das Buch versammelt 33 namhafte Persönlichkeiten und präsentiert deren zukunftsgerichtete Ideen.

+ Mehr zum Buch und bestellen

Anregungen

Telefonnummer der Redaktion:
+41 79 292 66 64

Schreiben Sie uns Ihre Ideen, verraten Sie Gerüchte oder sagen Sie uns einfach, über welches Thema Sie gerne etwas lesen würden.

+ Mitteilung schreiben

 
Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

article thumbnailEine Bankfiliale ist heute ein Internetcafé, eine Stube, eine Pianobar oder ein Quartiertreff. Hier sehen Sie Ideen aus fünf Kontinenten für die Bank der Zukunft.
+ weiterlesen
Nachrichten aus dem reichen Leben

symbolluxus4_thumbKultur und Stil, Zahlen und Ökonomie: Hier geht es um die vermögenden Menschen dieser Welt. Und über die Chancen, die sie der Finanzbranche bieten.
+ weiterlesen
Exklusiv in der Schweiz

Bill GrossDie monatliche Kolumne über aktuelle Anlagethemen des weltweit bekanntesten Anleihen-Experten und Investors Bill Gross.
+ weiterlesen