Beat Wittmann wieder im Geschäft

Der zuletzt im Dunstkreis der Raiffeisen-Gruppe engagierte Beat Wittmann stellt sich einer neuen Herausforderung, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Beat Wittmann (Bild) lässt nichts anbrennen. Bis Ende Juni 2015 steht er offiziell noch im Sold der Raiffeisen-Gruppe, wo er im Verlauf der vergangenen zweieinhalb Jahre die Multi-Asset-Manager-Boutique TCMG aufgebaut hatte. Aus dieser hatte er Ende Oktober 2014 seinen Austritt bekanntgegeben, nachdem die Raiffeisen-Gruppe einen Strategiewechsel und die Gründung der Notenstein Asset Management beschlossen hatte, wie auch finews.ch berichtete. TCMG wurde dabei in die neu gegründete Asset-Management-Gesellschaft integriert.

Damals hiess es, Wittmann werde die Notenstein Asset Management in der Übergangs- und Integrationszeit als Berater begleiten und danach als eigenständiger Asset Manager und Investor ausserhalb der Gruppe wieder tätig zu werden. Und dieses Versprechen löst er nun offenbar ein.

Internationale Beratung und Vermittlung

Wie Recherchen von finews.ch ergaben, lanciert der gebürtige Bündner Anfang Juli die im Zürcher Seefeld ansässige und unabhängige Finanzdienstleistungs-Firma Porta Advisors.

Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das international ausgerichtet Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen für institutionelle Investoren, Family Offices und andere Firmen anbieten will, wie Wittmann entsprechende Informationen gegenüber finews.ch bestätigte.

Fokus auf den Finanzsektor

Beteiligungsnahmen insbesondere im Finanzsektor mit Fokus auf Europa (Spanien, Grossbritannien) seien ebenfalls angedacht. Aufgrund der Neubewertungen in dieser Branche, dem hohen M&A-Potenzial sowie der fortschreitenden Digitalisierung (Stichwort: Fintech) sieht Wittmann in dem Bereich enorme Chancen, um den anvisierten Kundengruppen einen Mehrwert erbringen zu können.

Selber öffentliche kollektive Anlagevehikel, etwa Fonds verwalten oder vertreiben, will das Unternehmen jedoch nicht. Denkbar ist mittefristig aber in den Bereich Fintech zu investieren, um Online-Plattformen für unterschiedliche Kredite (spezielle Hypotheken, Corporate Loans) zu ermöglichen.

Pläne auch in London

Die Mehrheit an Porta Advisors halten Wittmann und sein langjähriger Weggefährte und Corporate-Finance-Spezialist Daniel Kornmann; ebenfalls aus gemeinsamen Dynapartners- und TCMG-Tagen figuriert Katja Parisi unter den Führungsverantwortlichen der neu gegründeten und an der Alten Feldeggstrase 14 in Zürich beheimateten Firma.

Weitere Investoren sind offenbar mit von der Partie, vorläufig aber nicht näher bekannt. Ziel ist es, über die nächsten paar Jahre ein Team von fünf bis zehn Mitarbeitern aufzubauen und ein ebensolches auch auf dem Finanzplatz London zu haben.

Die Gründer von Porta Advisors wollen ihr Know-how den erwähnten Kunden namentlich beim Aufbau von Beteiligungen in einzelne Firmen sowie in konzentrierte Portfolios in Publikums- sowie in Privatmärkten (Club Deals) zur Verfügung stellen; und zwar mit dem Ziel, «ungebunden von Aktienindizes eine absolute Performance» zu erzielen.

Abschied vom eigentlichen Banking

Mit diesem jüngsten unternehmerischen Schritt verabschiedet sich Wittmann definitiv aus dem eigentlichen Banking und übernimmt eine in der Branche eher weniger wahrnehmbare Rolle. Die ersten bedeutenden Ausbauschritte von Porta Advisors dürften nach Ablauf einer Konkurrenzklausel mit der Raiffeisen-Gruppe im nächsten Jahr folgen.

Wittmann studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel bevor er 1985 zur UBS stiess, wo er während zehn Jahren in verschiedenen Funktionen im Asset Management tätig war. Im Jahr 1995 wechselte er zur Clariden Bank, später Clariden Leu, wo er CEO Investments Products, Chief Investment Officer und Mitglied der Geschäftsleitung war.

Ein Abstecher führte ihn 2007 zur Bank Julius Bär, wo er als CEO Investments Products und Mitglied der Geschäftsleitung tätig war. Anfang 2009 gründete er mit Partnern den Vermögensverwalter Dynapartners in Zollikon bei Zürich, der später in die Dachgesellschaft TCMG Asset Management integriert wurde.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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