Swiss Fintech mit grosser Kelle angerichtet

(Bild: Shutterstock)

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Die Schweiz soll ein führendes Zentrum für Digitalisierung in der Finanzbranche werden. Dieses Ziel verfolgt der neue Verband «Swiss Fintech Innovations» – und wartet mit Überraschungen auf.

Mit Swiss Fintech Innovations bündeln mehrere Unternehmen des Finanzplatzes ihre Kräfte und sorgen gemäss eigenen Angaben für einen direkten Austausch zwischen Finanzwirtschaft, Finanztechnologie (Fintech-Startups), Wissenschaft, Dienstleistern, Behörden, Organisationen und Politik. Das teilte der neue Verband am Donnerstag mit.

Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen für die vielfältigen und zukunftsweisenden Fintech-Initiativen und -Aktivitäten in der Schweiz und damit die Digitalisierung der Finanzbranche aktiv voranzutreiben.

Zusammenarbeit über den Tellerrand hinaus

Schwerpunkte setzt Swiss Fintech Innovations bei der Anziehung und Förderung von innovativen (Jung-) Unternehmen und Fachkräften, der intensiven und direkten interdisziplinären Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, der Unterstützung optimaler regulatorischer Rahmenbedingungen und technischer Standards sowie der Verfolgung gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Darüber hinaus sollen die Stärken und Vorteile des Fintech-Standorts Schweiz national und international wirkungsvoll kommuniziert werden. Eine enge Kooperation ist geplant mit dem Swiss Fintech Research Lab, das derzeit von der Universität Zürich aufgebaut wird, sowie mit bestehenden und künftigen Innovation Labs, Accelerators, Förderprogrammen und Investoren.

Überraschungen zuhauf

Das sind indes alles Punkte, die schon im Vorfeld dringend gefordert und demnach erwartet wurden. Dennoch birgt der Verband in seiner jetzigen Form auch einige Überraschungen. Das sind sie auf einen Blick:

Die UBS ist nicht dabei:
Swiss Fintech Innovations wird finanziell und operativ getragen durch seine Mitgliedsunternehmen. Zum Zeitpunkt der Gründung sind dies die Banken Credit Suisse, die Hypothekarbank Lenzburg, Lombard Odier, Raiffeisen, die Bank Vontobel und die Zürcher Kantonalbank (ZKB), ausserdem die Börsenbetreiberin SIX und die Versicherer Swiss Life und Helvetia. Ein entscheidender Player fehlt aber mit der grössten Schweizer Bank, der UBS. Diese beteiligte sich zuletzt am kürzlich lancierten Kickstart Accelerator, über den auch finews.ch berichtete.

Als Triebkräfte hinter Swiss Fintech Innovations erwiesen sich in den letzten Monaten vorab die Bank Vontobel und die ZKB – letztere stellt mit Daniel Heinzmann auch den Verbands-Präsidenten.

Die Vertretung der Wissenschaft:
Als Vorstandsmitglied und Stimme der Forschung amtet im neuen Verband der bekannten Finanzwissenschafter Thorsten Hens von der Universität Zürich. Eher zu erwarten gewesen wäre, das Thomas Puschmann, der von der Universität St. Gallen and die Uni Zürich wechselte, diese Rolle übernehmen würde. Er baut das Swiss Fintech Research Lab an der Universität Zürich auf und gehört zu den Treibern der Standort-Initiative der ersten Stunde.

Immerhin sitzt Puschmann mit in der Geschäftsführung des Verbands; Hens, der mit Puschmann in der Forschung zusammenarbeitet, ist im Advisory Board des Fintech Research Lab vertreten.

Die Allianzen sind noch nicht gefestigt:
Mit Digital Zurich 2025, der Swiss Finance & Technology Association und der Startup-Vereinigung SFS sind wichtige Szene-Vertreter mit im Boot. Organisationen wie die international ausgerichtete Global Fintech Association, hinter der unter anderem Leonteq-CEO Jan Schoch steht, der Swiss Innovation Outpost oder der erste Schweizer Fintech-Inkubator Fusion in Genf bleiben vorläufig aussen vor (siehe Grafik unten).

SFI Grafik

Damit steht Swiss Fintech Innovations nicht so breit abgestützt da, wie es von einer gebündelten Standort-Initiative zu erwarten wäre. Hier will der Verband aber Abhilfe schaffen: «Eine weitere Verstärkung in allen Landesteilen wird angestrebt. Mit verschiedenen Unternehmen und Institutionen werden bereits Beitrittsgespräche geführt», hiess am Mittwoch.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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