Pamela Thomas-Graham: Eine Zukunft im Luxus

Pamela Thomas-Graham (Bild: Keystone)

Erst vor einem Monat hat Pamela Thomas-Graham die Credit Suisse verlassen. Nun ist die vielseitige Managerin unter die Blogger gegangen. Dahinter steckt wohl mehr.

Das Betreiben eines Blog ist wohl nicht gerade das, was von einer ehemaligen Topmanagerin einer Grossbank als nächster Karriere-Schritt erwartet wird. Aber Pamela Thomas-Graham tut genau dies: Sie ist am 1. August mit ihrem Blog «Dandelion Chandelier» online gegangen.

Dandelion Chandelier blog

«Dandelion Chandelier» heisst so viel wie Löwenzahn-Kronleuchter, womit die kreisrunde Form eines Lüsters beschrieben wird. Der Name sagt es: Die 53-jährige Thomas-Graham geht mit ihrem Blog zurück zu den Wurzeln – oder zumindest zu einem Teil ihrer Wurzeln –, war die Amerikanerin doch vor ihrem Engagement bei der Credit Suisse (CS) President des Mode- und Luxusunternehmens Liz Claiborne gewesen.

Unrühmliches Ende bei der CS

So gesehen scheinen ihre sechs Jahre, welche sie bei der CS verbracht hat, eine Art Seitensprung gewesen zu sein. Einer, der relativ unrühmlich endete. Denn Thomas-Graham, die von Brady Dougan zur Schweizer Grossbank geholt worden war, war von dessen Nachfolger Tidjane Thiam im Oktober 2015 aus der Konzernleitung entfernt worden. Sie war fortan noch Chefin für die Kundengruppen Afro-Amerikaner sowie LGBT-Community, also Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle.

Ihr CS-Ziehvater Dougan hatte ihr 2010 einen hohen Posten mit weitreichenden Aufgaben zugeschanzt: Sie leitete die Bereiche Marketing, Talentförderung, Branding, Personal und Kommunikation. Doch weniger noch als Dougan gelang es Thomas-Graham, sich mit der Welt des Schweizer Bankings anzufreunden.

Medien und Luxus

Als ehemalige Chefin des Medienunternehmens CNBC und einer Luxusmarke schien sie nicht so recht in die diskretere und unglamouröse Banking-Welt passen zu wollen.

Nun versucht sich Thomas-Graham also als Luxus-Bloggerin. Gestartet ist sie mit drei Einträgen und einer Reihe von Instagram-Fotos, von denen eines die Balkonaussicht auf den Arenal zeigen, einen Vulkan in Costa Rica.

Dandelion Chandelier Insta

Allerdings ist das Segment der Luxus-Blogs extrem hart umkämpft und nur die wenigsten der unabhängigen Schreiber schaffen es, sich damit auch einen Lebensunterhalt zu verdienen.

Schnittstelle zwischen Luxus, Technologie, Marketing

Thomas-Graham nimmt denn auch ihre Blogger-Tätigkeit mit dem Satz auf: «Noch ein Blog...im Ernst? Braucht das die Welt?» Die Harvard-Absolventin und erste Afro-Amerikanerin, die Partner beim Beratungsunternehmen McKinsey geworden war, ist der Meinung, ja, das braucht es.

Sie wolle hier die «Schnittstelle zwischen Luxus, Marketing und Technologie» untersuchen, alle drei Multi-Milliarden-Dollar-Branchen mit besonderen Charakteristika. Sie werde über Mode-, Beauty-, Reise-, Auto- und auch Privat-Banking-Themen schreiben und den Lesern aufzeigen, wie diese Branchen die Aufmerksamkeit vermögender Konsumenten gewännen.

Gummistiefel von Louis Vuitton

Der Weg dahin wird für Thomas-Graham sehr weit sein. Im Gegensatz zu etablierten Bloggern, die bereits hunderttausende von Lesern- und Social-Media-Followern haben, zeigt das Instagram-Profil von «Dandelion Chandelier» bislang ganze 16 Follower. Dem Twitter-Account von Thomas-Graham folgen 136 andere Twitterer.

Weder sie noch ihre Blog-Seite ist auf Facebook, sodass der grossen weiten Welt wohl noch lange verborgen bleiben wird, dass Thomas-Graham auf Gummistiefel von Louis Vuitton steht.

Es geht um eine Menge Geld

Was also steckt wirklich hinter dem Blog? Hinweise gibt sie selber, indem sie prophezeit, dass der Boom bei Technologieunternehmen die wachstumsschwache Luxusbranche gehörig durcheinander bringen werde und Marken wie Apple und Google in einem Atemzug mit Dior oder Burberry genannt würden.

«Hier geht es um eine Menge Geld. Habe ich jetzt Ihre Aufmerksamkeit?», fragt Thomas-Graham den Leser. Ein konkretes Beispiel ist Angela Ahrendts, die ihren Job als Chefin von Burberry zugunsten von Apple aufgab, wo sie das Retail- und Online-Geschäft leitet und die höchstbezahlte Managerin ist.

Angesichts Thomas-Grahams bisherigen Karriere scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie einen lukrativen Job in einer der glamouröseren Branchen annehmen wird, über die sie zurzeit schreibt. Eine Anfrage von finews.ch über ihre weiteren Pläne blieb unbeantwortet.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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