John Paulson hat in Gold umgeschichtet

Manche Finanz-Analysten erwarten im 4. Quartal 2012 einen neuen Goldpreis-Rekord. Auch Hedge-Fund-Manager John Paulson glaubt wieder an das gelbe Edelmetall. 

Die Nachrichtenagentur «Bloomberg» nahm die laut ihrer internen Rangordnung fünf besten Edelmetall-Analysten ins Gold-Preis-Verhör. Es sind dies Daniel Brebner von der Deutschen Bank, Jochen Hitzfeld von UniCredit, Bart Melek von TD Securities, David Wilson von Citigroup sowie Jason Schenker von Prestige Economics.

Diese fünf «Star-Analysten» erwarten im Schnitt in diesem Quartal einen Goldpreis von 1'680 Dollar. Im nächsten Quartal sollen es sogar 1'800 Dollar pro Unze werden, wie das Branchenportal «Foonds» und das «Handelsblatt» vermelden.

John Paulson switcht in den «Gold Fund»

Auch Jeffrey Sica, Präsident bei SICA Wealth Management, glaubt fest an die Vorzüge des gelben Edelmetalls. «Die Leute haben das Vertrauen in die Regierungen verloren. Die allgemeine Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum wird den Goldpreis antreiben.»

John_Paulson

Der Hedge-Fund-Manager John Paulson (Bild), der über seine Gesellschaft Paulson & Co. in New York etwa 24 Milliarden Dollar verwaltet, habe zudem einen Teil des Geldes aus seinem 6,8 Milliarden Dollar schweren «Credit Opportunities Fund» herausgenommen und es in seinen 1,2 Milliarden Dollar schweren «Gold Fund» gesteckt.

Paulson hält bereits den Löwenanteil am grössten durch Gold unterlegten börsengehandelten Fonds «SPDR Gold Trust».

Kontrakte bis 2'300 Dollar

Die Bestände an durch Gold unterlegte börsengehandelte Produkte seien in diesem Jahr schliesslich um 1,6 Prozent auf 2'394 Tonnen gestiegen. Die sieben gängigsten Optionen auf an der Comex gehandelte Terminkontrakte würden ausserdem Basiswerte zwischen 1'800 und 2'300 Dollar aufweisen, heisst es weiter.

Der umsatzstärkste Optionskontrakt bietet zudem das Recht zum Gold-Kauf bei 2'200 Dollar – der Kontrakt läuft bis Juli 2012.

Weniger optimistisch

Im Gegensatz zu Paulson sind andere Hedge-Fund-Manager skeptischer. Diese hätten ihre Kursziele auf einen höheren Goldpreis reduziert. Auch andere Fondsmanager und spekulativ orientierte Investoren seien weniger optimistisch, so das Branchenportal «Foonds» weiter.

Insgesamt hätten diese ihre Wetten auf höhere Preise reduziert und würden 109'511 US-Terminkontrakte und Optionen halten. Das entspricht dem geringsten Wert seit Januar 2009. Ende Februar 2012 waren es noch 197'552 Kontrakte gewesen, wie aus den Daten der Commodity Futures Trading Commission zu entnehmen ist.

Zentralbanken am Werk

Zentralbanken würden hingegen weiterhin Gold kaufen, heisst es weiter. Sie stockten ihre Bestände im vergangenen Jahr um 439,7 Tonnen auf, was dem grössten Plus seit knapp fünf Jahrzehnten entspricht.

Auch in diesem Jahr erwartet der in London ansässige World Gold Council ein ähnliches Ausmass der Notenbanken. Ebenso prognostiziert die Citigroup diese Goldkäufe auf 400 Tonnen, die Deutsche Bank rechnet sogar mit 500 Tonnen.

 

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