US-Grossbanken mit starken Quartalsergebnissen – Aktienhandel boomt

Die drei US-Grossbanken Goldman Sachs, J.P. Morgan Chase und Citigroup haben im dritten Quartal von einem starken Aktienhandel und teilweise höheren Erträgen im Kundengeschäft profitiert.

Während Goldman Sachs den Gewinn deutlich steigerte und Citigroup die Markterwartungen übertraf, verzeichnete J.P. Morgan einen überraschenden Rückgang im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen.

Goldman Sachs: Haupttreiber Aktienhandel

Goldman Sachs erzielte einen Nettogewinn von rund 5,3 Milliarden Dollar und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamterträge stiegen um knapp ein Viertel auf rund 18,7 Milliarden Dollar. Haupttreiber war der Aktienhandel, dessen Erträge um mehr als 70 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar zunahmen.

Auch die Gebühren im Investmentbanking sowie die Erträge aus Fonds- und Vermögensverwaltung legten zu. Die Einnahmen aus dem Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen gingen dagegen leicht zurück.

J.P. Morgan: Schwäche im Anleihenhandel

J.P. Morgan Chase verzeichnete im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren einen Rückgang der Erträge um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es war der erste Rückgang in diesem Bereich seit mehr als zwei Jahren. Die gesamten Handelserträge erreichten 10,3 Milliarden Dollar und blieben damit unter den Analystenerwartungen (Bloomberg) von 10,5 Milliarden Dollar.

Der Aktienhandel entwickelte sich dagegen besonders stark: Die Erträge stiegen um 49 Prozent auf 4,95 Milliarden Dollar und erreichten damit einen Rekord für ein drittes Quartal. Die Gebühren im Investmentbanking erhöhten sich um 14 Prozent auf 3 Milliarden Dollar.

Zahlreiche Risiken, breite Palette von Szenarien

Zudem hob J.P. Morgan seine Prognose für den Nettozinsertrag im Gesamtjahr auf 106,2 Milliarden Dollar an. Im Juli hatte die Bank noch 105,5 Milliarden Dollar erwartet. Für 2027 rechnet sie im Basisszenario mit rund 107 Milliarden Dollar, ohne das Marktgeschäft.

Konzernchef Jamie Dimon verwies auf Risiken durch hohe Staatsdefizite, hartnäckige Inflation, erhöhte Vermögenspreise, steigende Zinsen und geopolitische Entwicklungen. Die Bank sei auf eine breite Palette möglicher Szenarien vorbereitet.

Citigroup profitiert von Anleihenhandel und Zahlungsverkehr

Auch Citigroup übertraf die Analystenerwartungen. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 2.85 Dollar gegenüber prognostizierten 2.65 Dollar. Der Umsatz stieg um rund 8 Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar.

Besonders gut entwickelte sich der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Die Erträge dieser Sparte stiegen auf 4,4 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Erwartungen von 4,3 Milliarden Dollar. Nach Angaben der Bank war es das stärkste dritte Quartal in diesem Geschäft seit mindestens zehn Jahren.

Schwächeres M&A-Geschäft

Das Dienstleistungsgeschäft, das Unternehmen und Staaten bei Zahlungsverkehr und Liquiditätsmanagement unterstützt, steigerte seine Erträge um 15 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar.

Schwächer entwickelte sich dagegen das Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen: Die Erträge sanken um 4 Prozent. Auch die Einnahmen aus der Emission von Anleihen gingen zurück.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Aktienhandel bei allen drei Instituten eine wichtige Ertragsstütze bleibt. Bei den übrigen Geschäftsbereichen fiel die Entwicklung uneinheitlich aus: Während Citigroup im Anleihenhandel zulegte, musste J.P. Morgan dort Einbussen hinnehmen.