Schweizer Firmen setzen beim IT-Outsourcing auf Wachstum statt nur auf Kostensenkung
Trotz der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz bleibt die Auslagerung von IT-Dienstleistungen für Schweizer Unternehmen ein wichtiges Thema. Laut der jüngsten «IT Sourcing Study Switzerland 2026» von Whitelane Research planen 30 Prozent der befragten Unternehmen, ihren Anteil an extern vergebenen IT-Dienstleistungen in den kommenden zwei Jahren zu erhöhen. Das ist etwas mehr als die 27 Prozent vor einem Jahr.
Weitere 32 Prozent rechnen mit einem unveränderten Outsourcing-Anteil. Damit erwarten insgesamt 62 Prozent der befragten Unternehmen eine stabile oder zunehmende Bedeutung externer IT-Dienstleister.
Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von mehr als 170 Führungskräften aus Schweizer Unternehmen mit hohen IT-Ausgaben. Insgesamt wurden mehr als 400 Geschäftsbeziehungen mit 22 IT-Dienstleistern untersucht.
Skalierbarkeit ist der wichtigste Treiber
Bemerkenswert ist, dass Kosteneinsparungen nicht allein im Vordergrund stehen. Für Unternehmen, die ihre Zusammenarbeit mit externen IT-Dienstleistern ausbauen wollen, ist die flexible Anpassung ihrer IT-Kapazitäten besonders wichtig.
61 Prozent dieser Unternehmen nennen die Skalierbarkeit als entscheidenden Grund für zusätzliches Outsourcing. Jeweils 57 Prozent wollen Zugang zu neuen Technologien erhalten oder ihre Kosten reduzieren.
Damit stehen neben der finanziellen Entlastung zunehmend strategische Überlegungen im Zentrum. Unternehmen wollen auf technologische Veränderungen reagieren können, ohne sämtliche erforderlichen Kapazitäten und Fachkenntnisse selbst aufbauen zu müssen.
Outsourcing bleibt auch für Banken relevant
Für den Schweizer Finanzplatz sind diese Entwicklungen besonders interessant. Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter sind auf leistungsfähige IT-Systeme angewiesen und müssen gleichzeitig hohe Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und regulatorische Kontrolle erfüllen.
Die Auslagerung von IT-Dienstleistungen kann den Zugang zu spezialisierten Technologien erleichtern. Gleichzeitig bleiben Fragen der Abhängigkeit von einzelnen Anbietern, der Datensicherheit und der Kontrolle geschäftskritischer Prozesse zentral.
Die Whitelane-Erhebung liefert allerdings keine separat ausgewiesenen Ergebnisse für Schweizer Banken. Die Resultate beziehen sich auf die befragten Unternehmen mit hohen IT-Ausgaben insgesamt.
KI breiter eingeführt
KI ist mittlerweile nahezu überall. Laut Studie gaben noch 1 Prozent an, keine KI zu nutzen, während 34 Prozent auf Tools wie ChatGPT und Copilot zugreifen. Die bedeutendste Veränderung ist die wachsende Wirkung proprietärer KI-Lösungen, wobei der Anteil der Organisationen, die von bedeutenden geschäftlichen Vorteilen berichten, von 9 Prozent im Jahr 2025 auf 17 Prozent im Jahr 2026 gestiegen ist, was auf einen Übergang von Experimenten hin zur breiteren operativen Einführung hinweist.
Kundenzufriedenheit als Massstab
Neben den Outsourcing-Plänen untersucht Whitelane auch, wie zufrieden die Unternehmen mit ihren bestehenden IT-Dienstleistern sind. Dabei werden sowohl einzelne Dienstleistungsbereiche als auch Kriterien wie Sicherheit, Servicequalität, Kundenbetreuung und Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet.
Im Bereich Cloud- und Infrastrukturdienstleistungen erreicht Kyndryl eine Kundenzufriedenheit von 83 Prozent. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der IT-Dienstleister belegt damit einen geteilten ersten Platz und wird von Whitelane als «Exceptional Performer» eingestuft.
Bei einzelnen Leistungsindikatoren erzielt Kyndryl ebenfalls hohe Werte. Im Bereich Sicherheit erreicht das Unternehmen 84 Prozent und damit laut Mitteilung den höchsten Wert unter den untersuchten Anbietern.















