Haute Capital will an die SIX und stellt das Geschäft neu auf
Bei Haute Capital Partners stehen grössere Veränderungen an. Die 2017 gegründete und seit 2022 an der BX Swiss kotierte Beteiligungsgesellschaft will ihr Geschäftsmodell schärfen und gleichzeitig den Börsenplatz wechseln.
«Wir wollen uns auf Private Equity und Beteiligungen an Schweizer Unternehmen fokussieren», sagt Thibault Leroy Bürki im Gespräch mit finews. Damit verabschiedet sich das Unternehmen vom Immobilien- und Krypto-Geschäft.
Damit konkretisiert Haute Capital die bereits eingeleitete Neuausrichtung des Unternehmens. Im vergangenen Geschäftsjahr stiess die Gesellschaft ihre kotierten Beteiligungen ab und schichtete das entsprechende Portfolio zwischen dem vierten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 in liquide Mittel um. Das Unternehmen hatte diesen Schritt mit der stärkeren Fokussierung auf nicht kotierte Private-Equity-Investitionen begründet.
Neue Gesellschaft für Finanzinnovationen
Eine Rolle bei der Neuausrichtung soll auch die neu gegründete Tochtergesellschaft Haute Intelligence spielen. Nach Angaben von Bürki soll sie unter anderem dazu dienen, neue Finanzinstrumente und Geschäftsmodelle zu testen.
Der Umbau erfolgt nach einem finanziell anspruchsvollen Geschäftsjahr. Haute Capital wies für 2025 einen Reinverlust von 4,44 Millionen Franken aus. Gleichzeitig führten Transaktionen mit eigenen Aktien zu einer positiven Veränderung der Kapitalreserven von 7,22 Millionen Franken. Diese wurde nach Swiss GAAP FER direkt im Eigenkapital verbucht.
Die Generalversammlung genehmigte Ende Juni die Jahresrechnung trotz eines eingeschränkten Prüfungsurteils und eines Going-Concern-Hinweises der scheidenden Revisionsstelle. Eine neue Revisionsgesellschaft soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung gewählt werden.
Bürki weist die daraus entstandenen Zweifel an der finanziellen Verfassung des Unternehmens zurück. «Haute Capital steht heute bezüglich Liquidität besser da als zu der Zeit, als der Aktienkurs auf dem Höchststand war», sagt er gegenüber finews.
Das Unternehmen selbst hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen Anfang Juni von einer gestärkten Bilanz und höheren Kapitalreserven gesprochen. Zudem soll der geplante Wechsel der Rechnungslegung auf IFRS und die damit verbundene Bewertung der Beteiligungen zum Fair Value künftig ein transparenteres Bild des Portfolios ermöglichen.
Börsen-Wechsel auch aus Transparenz-Gründen
Der wohl weitreichendste Schritt betrifft jedoch die Börsenkotierung. Haute Capital strebt einen Wechsel von der BX Swiss an die SIX Swiss Exchange an.
«Durch eine Kotierung an der SIX können wir mehr Transparenz bieten und erhalten auch mehr Visibilität, was sich letztlich wiederum in mehr Aktivität manifestiert», sagt Bürki. Die entsprechenden Vorbereitungen sind angelaufen.
Haute Capital ist seit Mai 2022 an der BX Swiss kotiert. Beim damaligen Direct Listing wurden 1 Million Namenaktien mit einem Eröffnungskurs von 42.50 Franken zum Handel zugelassen, was einer Marktkapitalisierung von 42,5 Millionen Franken entsprach. Im Oktober 2023 meldete das Unternehmen, nur 17 Monate nach dem Börsengang eine Bewertung von 100 Millionen Franken erreicht zu haben.
Bürki muss Doppelmandat aufgeben
Mit dem geplanten Wechsel an die SIX sind auch Veränderungen in der Corporate Governance verbunden.
Bürki führt Haute Capital derzeit in einer Doppelfunktion als CEO und Verwaltungsratspräsident. Im Zuge des angestrebten Börsenwechsels soll diese Struktur angepasst werden.
An der ordentlichen Generalversammlung Ende Juni war Bürki noch als Präsident bestätigt worden. Auch Dieter Bratschi wurde als Mitglied des Verwaltungsrats wiedergewählt. Die Wahl zusätzlicher Mitglieder wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Haute Capital begründete dies damit, die Weiterentwicklung der Governance gemeinsam mit den nächsten strategischen Schritten des Unternehmens vornehmen zu wollen.
An einer ausserordentlichen Generalversammlung soll nun ein neuer Verwaltungsratspräsident gewählt werden.
Finma stellte Fragen
Haute Capital informierte seine Aktionäre an der Generalversammlung zudem über Kontakte mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma.
Im September 2025 hatte die Behörde Auskünfte verlangt, um mögliche Unregelmässigkeiten bei der Abwicklung von Aktientransaktionen abzuklären. Haute Capital beantwortete die Anfrage im Oktober. Nach Angaben des Unternehmens gab es seither keine weiteren Rückmeldungen; ein Enforcementverfahren liege nicht vor.
Eine weitere Anfrage der Finma erfolgte im Februar 2026 im Zusammenhang mit einer geplanten qualifizierten Beteiligung an einem regulierten Vermögensverwalter. Auch diese Fragen habe Haute Capital beantwortet.
Mit der strategischen Fokussierung, dem Umbau der Governance und dem angestrebten Wechsel an die SIX steht Haute Capital nun vor einer entscheidenden Phase.














