Europas ETF-Boom knackt den nächsten Rekord
Der europäische ETF-Markt steuert auf ein Rekordjahr zu. In den ersten neun Monaten dieses Jahres flossen börsengehandelten Fonds netto 345 Milliarden Euro zu. Damit ist der bisherige Jahresrekord von 327 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025 übertroffen, wie aus dem «ETF Watch» von BNP Paribas Asset Management hervorgeht. Die Auswertung bezieht sich auf UCITS-ETFs.
Allein im September kamen 32,9 Milliarden Euro hinzu. Drei Monate vor Jahresende liegt das Neugeschäft damit rund 5,5 Prozent über dem gesamten Vorjahreswert.
Globale Aktien bleiben gefragt
Den grössten Teil der September-Zuflüsse verbuchten Aktien-ETFs mit 27,7 Milliarden Euro. Dabei dominierten globale Strategien, die 18,4 Milliarden Euro anzogen. Auf US-Aktien entfielen 3,1 Milliarden Euro, auf europäische Aktien 2,2 Milliarden Euro.
Auch Anleihen-ETFs waren gefragt: Ihnen flossen laut BNP Paribas Asset Management im vergangenen September 7,9 Milliarden Euro zu, davon 3,5 Milliarden in Staatsanleihenstrategien. Das Wachstum verteilt sich damit auf mehrere Anlageklassen.
Frisches Geld treibt das Wachstum
Eine separate Auswertung von LSEG Lipper bestätigt die Rekordentwicklung. Für den dort erfassten europäischen ETF-Markt beziffert das Analysehaus die Nettomittelzuflüsse der ersten neun Monate auf 346,7 Milliarden Euro. Im gesamten Jahr 2025 waren es 332,5 Milliarden Euro gewesen.
Das verwaltete ETF-Vermögen stieg laut LSEG Lipper bis Ende September auf rund 3,25 Billionen Euro, nach etwa 2,58 Billionen Euro zum Jahreswechsel. Vom Zuwachs entfielen 346,7 Milliarden Euro auf frisches Anlegergeld und 324,3 Milliarden Euro auf die Wertentwicklung der Anlagen. Der Vermögensanstieg beruht damit zu etwas mehr als der Hälfte auf Nettomittelzuflüssen.
Aktive Manager drängen in den Markt
Neben dem klassischen Indexgeschäft gewinnt die aktive Verwaltung innerhalb der ETF-Struktur an Bedeutung. Nach Angaben von Morningstar erreichte das Vermögen aktiver ETFs in Europa Ende August 123 Milliarden Euro. Das entsprach einem Wachstum von 42 Prozent gegenüber Ende 2025.
Mit einem Anteil von 3,8 Prozent am gesamten europäischen ETF-Vermögen bleibt das Segment allerdings klein. Zudem verteilt sich das Wachstum ungleich: Morningstar verweist auf eine hohe Konzentration bei wenigen Anbietern und darauf, dass zahlreiche neue Produkte Schwierigkeiten haben, Anlegergeld anzuziehen.
Für traditionelle Asset Manager eröffnet die ETF-Struktur einen zusätzlichen Vertriebsweg. Der Markteintritt allein garantiert jedoch noch kein tragfähiges Geschäft.
Pictet erweitert das Schweizer Angebot
Die Bewegung ist auch an der Schweizer Börse sichtbar. Im September begrüsste SIX mit Pictet und HANSAINVEST zwei neue ETF-Emittenten.
Pictet kotierte am 10. September seine AI Enhanced Equity UCITS ETFs. Die aktiv verwalteten Aktienstrategien nutzen ein proprietäres KI-Modell zur Titelauswahl. Das quantitative Anlageteam überwacht den Prozess und die Portfoliokonstruktion.
Die Palette umfasst globale, amerikanische und europäische Aktien sowie weltweite Aktien ohne US-Anteil. Pictet zielt damit auf eine Kernallokation im Portfolio und strebt zugleich eine Mehrrendite gegenüber den jeweiligen Vergleichsindizes an.
















