Brigitte Bardot machte aus 50'000 Euro fast eine Million
Der Name Brigitte Bardot besitzt offenbar auch nach ihrem Tod eine enorme Anziehungskraft – und einen beträchtlichen finanziellen Wert. Bei einer Auktion im Pariser Hôtel Drouot wechselten laut Mitteilung sämtliche 285 angebotenen Gegenstände den Besitzer. Nach fast neun Stunden stand ein Gesamterlös von 953'531 Euro inklusive Gebühren zu Buche.
Das ist bemerkenswert: Vor der Auktion war der Gesamtwert auf lediglich rund 50'000 Euro geschätzt worden. Mehr als 3'000 Bieter registrierten sich für den Verkauf, rund 15'000 Menschen besuchten zuvor die Ausstellung der persönlichen Gegenstände.
«Brigitte Bardot hat sich einmal mehr als wahre Alchemistin erwiesen», kommentierte Auktionator Alexandre Millon das Ergebnis in einer Mitteilung des Auktionshauses Millon. Sie habe geschätzte 50'000 Euro in fast eine Million Euro verwandelt.
Zwei Hundehalsbänder für 9'400 Euro
Die grössten Überraschungen waren dabei nicht unbedingt die vermeintlich wertvollsten Stücke. Besonders spektakulär entwickelten sich zwei Hundehalsbänder mit Anhängern, auf denen Bardots Kontaktdaten vermerkt waren. Geschätzter Wert: gerade einmal 30 bis 50 Euro. Zuschlag inklusive Gebühren: 9'400 Euro. Damit wurde die obere Schätzung um fast das 190-Fache übertroffen.
Ein einfacher Strohhut, mit 20 bis 40 Euro bewertet, brachte 4'766 Euro. Eine Flasche des Guerlain-Parfüms «L'Heure Bleue» kletterte von einer Schätzung von maximal 60 Euro auf 3'310 Euro. Für eine Stella-McCartney-Tasche wurden 5'958 Euro bezahlt – erwartet worden waren höchstens 200 Euro.
Selbst Bardots charakteristische bernsteinfarbene Brille aus den 1960er-Jahren vervielfachte ihren Schätzpreis: Statt 120 bis 150 Euro brachte sie 2'648 Euro.
Ein Armband schlägt alle Erwartungen
Die höchsten Summen wurden teilweise für Schmuck bezahlt. Ein von Bardot getragenes goldenes Armband mit Anhängern erzielte 56'931 Euro. Das Auktionshaus hatte lediglich mit 800 bis 1'200 Euro gerechnet.
Ein goldener Herzanhänger kam auf 5'693 Euro. Aber auch Stücke, deren Wert weniger im Material als in ihrer Verbindung zur Filmikone lag, lösten Bietergefechte aus.
So brachte ein schwarzes Repetto-Tutu, das Bardot auf den Dächern von Paris getragen hatte, 5'031 Euro ein – gegenüber einer Schätzung von 400 bis 600 Euro.
Selbstporträt wird richtig teuer
Noch eindrücklicher war die Preisexplosion bei einem von Bardot selbst angefertigten Porträt. Ursprünglich mit gerade einmal 200 bis 300 Euro bewertet, wurde das Bild für 39'720 Euro verkauft – mehr als das 130-Fache der oberen Schätzung.
Auch eine Zeichnung von Jean-Jacques Sempé mit dem Titel «Brigitte Bardot macht Schlagzeilen» war gefragt. Sie erzielte 25'156 Euro. Eine auf lediglich 60 bis 80 Euro geschätzte Bardot-Zeichnung des Künstlers Aslan brachte sogar 7'282 Euro.
Gitarren und Schreibmaschine werden zu Sammlerstücken
Musikalische und persönliche Alltagsgegenstände entwickelten ebenfalls eine erstaunliche Eigendynamik. Bardots Admira-Flamenco-Gitarre wurde für 11'916 Euro verkauft – erwartet worden waren höchstens 500 Euro. Ihre Yamaha-Klassikgitarre erzielte 8'606 Euro.
Für ihre mechanische Olivetti Lettera 22, auf der Bardot an ihren Memoiren arbeitete, zahlte ein Käufer 4'634 Euro.
Damit zeigte die Auktion exemplarisch, wie wenig der materielle Wert bei persönlichen Gegenständen prominenter Besitzer über den späteren Marktpreis aussagen kann. Entscheidend war offensichtlich die Provenienz: Aus Hüten, Halsbändern oder einer Schreibmaschine wurden Sammlerstücke, sobald sie unmittelbar mit Bardot verbunden waren.
Geld geht an Stiftung und Sohn
Bardot war am 28. Dezember 2025 im Alter von 91 Jahren gestorben. Jahrzehnte zuvor hatte sie selbst bereits persönliche Gegenstände versteigern lassen: 1987 nutzte sie einen Verkauf, um ihre ein Jahr zuvor gegründete Tierschutzstiftung zu finanzieren.
Der Erlös der jetzigen Auktion fliesst gemäss den Angaben zur Versteigerung in Bardots Nachlass. Begünstigt sind die Fondation Brigitte Bardot sowie ihr einziger Sohn Nicolas-Jacques Charrier.
Ganz ohne Nebengeräusche verlief der Verkauf allerdings nicht. Bardots Witwer Bernard d'Ormale kritisierte die Versteigerung öffentlich und bezeichnete den Verkauf der persönlichen Gegenstände als «skandalös». Die Stiftung widersprach seiner Darstellung und erklärte, der Verkauf sei vom Verwaltungsrat beschlossen worden.














