Eine weitere Bank verabschiedet sich von Singapur

Selbst in Singapur wachsen nicht alle Bäume in den Himmel. Nun zieht sich eine weitere Privatbank aus dem asiatischen Wachstumsmarkt zurück.

Bereits im vergangenen Jahr gab die Société Générale (Private Banking) bekannt, ihre Zelte in Asien abzubrechen, wie auch finews.ch berichtete. Das Geschäft, rund 12 Milliarden Franken an Kundengeldern, ging an die in Singapur domizilierte DBS Bank.

Nun streicht ein weiteres Institut die Segel, wie verschiedene asiatische Finanzmedien berichten. Diesmal handelt es sich um die Banque International à Luxembourg (BIL), wie ein Sprecher des Unternehmens entsprechende Informationen bestätigte. Gemäss eigenen Angaben ist das Institut mit Gründungsjahr 1856 die älteste Privatbank des Grossherzogtums.

Was mit den Kunden und ihren Vermögen geschehen soll, ist nicht bekannt. Auch die Höhe der verwalteten Gelder ist ein Geheimnis.

Knackpunkt: Kritische Grösse

Verbürgt ist lediglich, dass in Singapur bisher 23 Personen beschäftigt waren, was gemessen am gesamten Personalbestand der BIL-Gruppe von rund 2'000 Beschäftigten, eine wahrlich «vernachlässigbare» Grösse ist. Offenbar hat der Standort Singapur in der neuen Firmenstrategie «BIL 2020» keinen Platz mehr, weil er nie die kritische Grösse erlangt hat, wie BIL-CEO Hugues Delcourt diese Woche zu Protokoll gab.

Diese viel zitierte kritische Grösse dürfte in den nächsten zwei Jahren noch für einige Finanzhäuser in Singapur ausschlaggebend werden, ob sich eine Präsenz in diesem Stadtstaat respektive in Südostasien lohnt. Mit ein paar Milliarden Franken an Kundengeldern aus der Region ist definitiv kein Staat zu machen.

Wenig Mandate

In Branchenkreisen ist immer wieder die Rede davon, dass eine Präsenz erst gerechtfertigt sei, wenn man mindestens 30 Milliarden Franken oder gar 50 Milliarden Franken verwaltet. Diese Grösse ist denn auch realistisch, denn die Kosten in Asien sind heute hoch, insbesondere was die Regulation sowie die Löhne anbelangt, zumal es nach wie vor zu wenig talentierte Kundenberater gibt.

Banken, die mit weniger als 30 Milliarden Franken an Kundengeldern in Asien erfolgreich sein wollen, müssen entweder in einer Nische höchst erfolgreich tätig sein oder aber einen überdurchschnittliche hohen Anteil an so genannten Vermögensverwaltungsmandaten bei ihrer Klientel platziert haben. Doch in der Regel sind Asiaten gegenüber solchen «discretionary mandates» eher zurückhaltend. Sie treffen ihre Anlageentscheide lieber gleich selber.

Andere Zielmärkte

Der Rückzug der BIL in Singapur geht parallel einher mit einer neuen Strategie, die darauf abzielt, mit tieferen Kosten nur noch die Märkte in Europa und im Nahen Osten zu bearbeiten. Das kommt nicht von ungefähr. Europa ist der Heimmarkt der in Luxemburg domizilierten Bankengruppe, die ihrerseits von Investoren aus dem Dunstkreis der katarischen Herrscherfamilie kontrolliert wird, wie auch finews.ch verschiedentlich schon berichtete.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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