Gold: Spekulanten wetten in Scharen auf Preiszerfall

Der Goldpreis nähert sich unaufhaltsam der 1000-Dollar-Marke. Und jetzt wird erstmals auch das Gros der Hegdefonds vom Pessimismus gepackt. Warum ein Rohstoffexperte der Saxo Bank trotz allem zum Einstieg ins Edelmetall rät.

Der Unzenpreis notiert derzeit mit rund 1'100 Dollar – so tief wie seit über fünf Jahren nicht mehr. Und das Gros der Rohstoffprofis prophezeit einen weiteren Rückgang, wie auch finews.ch hier und hier berichtete.

Nun hat die Stimmung auch bei den Hedgefonds gedreht, wie an den Terminmärkten zu beobachten ist. Erstmals seit der Datenerfassung in 2006 wetten mehr Profi-Spekulanten auf einen fallenden Goldpreis als auf Zugewinne im gelben Metall (siehe Grafik), wie Ole Hansen (Bild unten), Head of Commodity Strategy bei der dänischen Saxo Bank, in einer am Montag publizierten Analyse beobachtete.

Gold Long Short 500

Zugleich seien die Beteiligungen an goldbesicherten ETF im Juli um 63,6 Tonnen zurückgegangen, so der Analyst. Hansen weist darauf hin, dass ein monatlicher Rückgang in dieser Grösse zuletzt im zweiten Quartal 2013 verbucht wurde.

US-Zinswende bietet Einstiegschance

Ole Hansen160Die extrem schlechte Stimmung gegenüber Gold und anderen Edelmetallen sieht Hansen hingegen als Einstiegschance für Anleger: «Wir sehen die mögliche Zinsanhebung in den USA als eine gute Kaufgelegenheit, da dies Unsicherheiten beseitigt, die sich in den vergangenen Monaten anhäuften», argumentiert Hansen.

Sollte der Goldpreis jedoch nachhaltig unter die Marke von 1'090 Dollar pro Unze fallen, werde auch die Saxo Bank gezwungen sein, ihr Goldpreisziel von 1'275 Dollar nach unten zu korrigieren, heisst es weiter.

Als Gründe für die negative Preisentwicklung bei Gold sieht Hansen fehlende Inflation, steigende Anleihenrenditen, kollabierende Schwellenland-Währungen, kein Bedarf an sicheren Häfen, ein steigender Dollar – sowie wachsende Erwartungen bezüglich einer Zinswende in den USA.

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