UBS gegen CS: Glaubenskrieg unter den Grossbanken

Haute Couture, Bild Pinterest

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Während die Credit Suisse ob ihren quantitativen Anlagestrategien ins Schwärmen gerät, sehen das die Hedgefonds-Verfechter der UBS ganz anders.

Wenn es in der Finanzbranche einen Gradmesser für den Erfolg gibt, dann ist es der Lohn. Entsprechend gibt das jährliche Ranking der bestbezahlten Hedgefonds-Manager heuer zu denken, welches das Branchenportal «Institutional Investor» unlängst publizierte. Denn von den acht Top-Verdienern waren sechs gar keine «Hedgies» mehr – sondern Quants.

Quants – das Schlagwort steht für Anlagestrategien, die auf Algorithmen beruhen und mit massig viel Rechenleistung im Rücken die Märkte bewegen. Die Computer-gestützten Investoren tun das blitzschnell, relativ kostengünstig und ohne die im Börsenspiel oft hinderlichen Emotionen. Vor allem: Sie tun es erfolgreich.

Applaus für die Credit Suisse

Während Hedgefonds-Manager aus Fleisch und Blut, lange Zeit als Genies gefeiert und mit exorbitanten Gehältern gemästet, seit Monaten in der Bredouille stecken, verdienen Quants in der Regel gutes Geld für ihre Investoren. So auch im letzten Mai, was laut dem Branchen-Portal «Business Insider» nun selbst der krisengeschüttelten Credit Suisse (CS) Applaus abnötigt.

Mehr noch: Quants seien die neue «Haute Couture» in der Vermögensverwaltung, hielt die Schweizer Grossbank jüngst in einem Schreiben an ihre Kunden fest. Wie Couturiers würden die Quants nämlich aus einer grossen Anzahl Anlagestilen mit fein kalibrierten Instrumenten Portefeuilles nach Mass zusammenschneidern, schwärmt die CS.

Trendiges «House of Quants»

Schon jetzt sei das «House of Quants» deshalb unter allen Hedge-Strategien die trendigste, stellt die Grossbank fest. Kunden, die bisher traditionellen Hedgefonds-Managern folgten, verlangten nun in Scharen nach Quants.

Diese Erkenntnis wird zumindest an der Wall Street von weiten Kreisen geteilt. Mehr noch: In der New Yorker Finanzmetropole hat ein fieberhaftes Wettrüsten um die schlagkräftigsten Quants eingesetzt; Spezialisten für Computer-basierte Investment-Strategien wechseln derzeit in Massen aus der darbenden Hedgefonds-Industrie ins Banking. Dort werden sie mit offenen Armen empfangen.

Bloss nicht an den Algorithmen schrauben

Auch in der Schweiz sind die Quants auf dem Vormarsch: Leda Braga, die Chefin der in Genf beheimateten Quant-Spezialistin Systematica, glaubt fest daran, dass die Zukunft den Systemen gehören wird. In der Finanzkrise von 2008 lernte sie, «nicht an den Algorithmen» zu schrauben, wie finews.ch berichtete.

Ganz anders als Braga die CS denkt man indes bei der UBS. Die grösste Schweizer Bank hat sich dieses Jahr als vehemente Verfechterin der glücklosen Hedgefonds-Branche geoutet; noch letzte Woche warb Mark Haefele, globaler Anlagechef im UBS Wealth Management, kräftig für die Investmentvehikel.

Nicht gerade erhebend

Haefele räumte zwar ein, dass deren Performance seit Jahresbeginn «nicht gerade erhebend» gewesen sei. In Anbetracht des Negativzins-Umfelds würden Hedgefonds aber renditehungrige Investoren weiterhin befriedigen.

Ob jene Investoren trotz ihres Hungers die teuren Hedgefonds-Gebühren nicht satt haben, wird sich noch weisen. Schon heute steht jedoch fest, dass der Wettstreit zwischen Quants und Hedgefonds einen Glaubenskrieg unter den Grossbanken entfacht hat.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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