Promi-Butler bringt Bankern Benimm-Regeln bei

(Bild: Shutterstock)

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Die Unnahbarkeit der Banker gehört bald der Vergangenheit an. Denn neuerdings müssen sie beim Butler in die Schule.

Seit es keine Selbstverständlichkeit mehr ist, dass ein Kunde auf Lebzeiten seiner Bank die Treue hält, müssen sich auch die Kundenberater neue Manieren zulegen. Darum schicken manche Banken ihr Personal nun zum Butler in die Schule. Korrektes Benehmen und Bedienen ist jetzt angesagt – zum Beispiel bei der Bank Linth.

Sie hat sich vor einiger Zeit zum Ziel gesetzt, eine «Bank der Zukunft» zu werden, was sie etwa mit ihrem neuen Filialkonzept oder ihrem hybriden Robo-Advisor-Modell vorlebt. Über beides hat finews.ch verschiedentlich berichtet.

Branchenweiter Transformationsprozess

Für ein regional tätiges Finanzinstitut mischt die Bank Linth in diesem branchenweiten Transformationsprozess tatsächlich sehr weit vorne mit. Doch nun geht das Geldhaus noch einen Schritt weiter, wie CEO David Sarasin am Donnerstag in Rapperswil erklärte.

Künftig lernen sämtliche Mitarbeiter, die im direkten Kundenkontakt stehen, von einem renommierten Butler, wie man mit der Klientel elegant umgeht. Insgesamt müssen rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Linth einen solchen Kurs durchlaufen.

Radikaler Filialumbau

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Seit das Bankgeschäft immer mehr zu einem Beratungsgeschäft mutiert – denn alle übrigen Transaktionen lassen sich mittlerweile online abwickeln –, muss auch der physische Umgang mit den Kunden neu interpretiert werden, zumal auch der klassische Panzerglas-Schalter immer mehr der Vergangenheit angehört.

Das ist bei der Bank Linth der Fall, wo es im Zuge eines radikalen Filialumbaus in den insgesamt 19 Geschäftsstellen bloss noch «Begegnungszonen» gibt und es umso mehr auf Benimm-Regeln, korrektes Auftreten und Empathie abkommt.

Butler bei Gunter Sachs

CV 500

Wie konsequent die Bank diesen Paradigmenwechsel anpackt, unterstreicht allein schon die Tatsache, dass sie für die Ausbildung einen der renommiertesten Butler in der Schweiz angeheuert hat: Hanspeter Vochezer (Bild oben). Er hat nicht nur sämtliche Ausbildungen, die es auf diesem Gebiet gibt, erfolgreich absolviert, sondern er war als Butler auch schon für den legendären Lebemann und Playboy Gunter Sachs tätig.

Seit 2011 ist Vochezer Inhaber der Firma Knigge Coaching (& Swiss Butlers), die Knigge-Seminare und Management-Schulungen in den Bereichen Personal-Branding und Image-Consulting anbietet. Auf die Kombination Butler und Banker setzt nicht nur die Bank Linth, auch die Schweizer Grossbank UBS nimmt die Dienste Vochezers in Anspruch.

Ein gemeinsames Gebot

Für die Bank Linth ist das Engagement eines Butlers eine weitere Etappe auf dem Weg zur «Bank der Zukunft». Gleichzeitig illustriert dieses Projekt auch, welchem fundamentalen Wandel das Berufsbild des Bankers mittlerweile ausgesetzt ist. Allerdings gibt es zwischen Butlern und Bankern auch mindestens eine Gemeinsamkeit: Bei beiden ist Diskretion oberstes Gebot.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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