Bank Linth: Denkkabinen statt Bancomatenwüste

Bank Linth: Filiale Sargans

Bank Linth: Filiale Sargans

Wie sieht die Bank der Zukunft aus? Dem Zeitgeist entsprechend müsste man vermutlich antworten: Es gibt sie physisch gar nicht mehr, angesichts der Flut an Fintech-Innovationen und der Digitalisierungs-Euphorie – Google lässt grüssen.

Anders sieht man das bei der regional tätigen Bank Linth, die ihre Geschäftsstellen in Uznach (Bild unten), Rapperswil und Siebnen nun für insgesamt 12 Millionen Franken umbaut. Nicht irgendwie, sondern nach dem hauseigenen Konzept der so genannten «Bank der Zukunft», wie es David Sarasin, der Chef der Bank Linth, beschreibt.

BankLinth Uznach 500

Denn: «Wir setzen nach wie vor auf unsere Geschäftsstellen. Der persönliche Kontakt mit unseren Kunden wird in Zukunft noch wichtiger – deshalb steht er bei uns im Zentrum», sagt der Vorsitzende der Geschäftsleitung der in den Kantonen St. Gallen, Schwyz, Glarus und Zürich tätigen Bank.

BankLinth Empfangsdesk 500

«Web, Mobile, Video oder der Besuch zuhause ersetzen für unsere Kunden nicht die Präsenz vor Ort, sondern ergänzen sie», sagt Sarasin. Auf das architektonische Konzept umgemünzt heisst das: helle Kundenzonen mit einsehbaren Besprechungs- und Arbeitsplätzen.

Multimedia-Tische und Strandkörbe

Kunden werden persönlich am Empfangsdesk (Bild oben, Sargans) begrüsst – statt einer Bancomatenwüste sehen sie zu allererst einen Bank-Linth-Mitarbeiter oder -Mitarbeiterin. Beratungen finden je nach Präferenz am Multimedia-Tisch, in Strandkörben, im Stehen oder in Sitzungszimmern mit Sichtschutz statt.

Bis 2020 sollen alle Geschäftsstellen der Bank Linth nach dem Konzept der Bank der Zukunft umgebaut werden. In Sargans wurde das Konzept bereits Mitte 2015 umgesetzt und erprobt. Im Jahr 2016 sind die Geschäftsstellen in Uznach, Rapperswil und Siebnen an der Reihe. Die durch diese Umbauten entstehenden Mehrkosten sollen mit Erträgen aus dem Verkauf von Liegenschaften weitgehend gedeckt werden.

BankLinth Denkkabine 500

Aber nicht nur die Geschäftsstellen werden umgebaut, auch der Hauptsitz wird konsequent an die veränderten Kundenbedürfnisse und Berufsprofile angepasst. Denkkabinen (Bild oben), Stehtische und Workshop-Bereich ergänzen das Raumangebot für die Bankleute der Zukunft.

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NEWS GANZ KURZ

Saxo Bank

Antonio Ferrante, der Chef der Saxo Bank Schweiz, ist zurückgetreten. Interimistisch übernimmt Patrick Hunger seinen Posten. Ferrante war nur wenig länger als zwei Jahre lang Chef des Online-Trading-Hauses. Er kam Anfang 2014 von der Credit Suisse für Søren Mose, der Saxo zusammen mit COO Ian Keates und Finanzchef Martin Beinhoff verlassen hatte.

Aargauische Kantonalbank

Das Staatsinstitut muss dem Kanton Aargau aus dem Rekordgewinn von 2015 mehr Geld abliefern. In die Staatskasse fliessen gemäss Beschluss des Eigners 91 Millionen Franken. Das sind 16 Millionen Franken mehr, als die Bank vorgeschlagen hat.

Fonds-Daten

Nach zweijähriger Zusammenarbeit haben sich zwei Dutzend Finanzinstitute angeführt von UBS, Credit Suisse und Julius Bär in Kooperation mit der Firma Fundinfo auf die Veröffentlichung des «openfunds-Standards». Die Initiative definiert häufig verwendete Fonds-Datenfelder. Jedes der 200 einzelnen Felder wird für die Datenübertragung spezifiziert und mit einem Identifier versehen.

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

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