Historische Indikatoren sprechen für gutes 2009

Der Börsenexperte Peter Meier, Herausgeber des Anlegerbriefes «Zyklen-Trends-Signale», sieht viele Gründe für eine Erholung.

Nur selten sei die Stimmung zu Beginn eines neuen Aktienjahres schlechter gewesen als heute, stellt Peter Meier in der neusten Ausgabe seines Anlegerbriefes fest. Angesichts dieser miserablen Situation könnte jedoch der Punkt des maximalen Pessimismus überschritten sein. Eine Reihe historisch bewährter Indikatoren sprächen dafür, dass die Zeit zum Kauf von Aktien gekommen sei: 

KGV
Nimmt man das Kurs/Gewinnverhältnis für die Gewinne der letzten fünf Jahre zum Massstab, so befinden wir uns derzeit im Bereich der tiefsten 20 Prozent aller je vorgekommenen Bewertungen. Von einem solch tiefen Niveau aus glänzten Aktien in den folgenden drei und zehn Jahren mit durchschnittlichen jährlichen Gesamtrenditen von 15,7 respektive 15,1 Prozent.

Bewertung
Nach einem Bewertungsmodell von Ford Equity Research, das seit 1970 berechnet wird, sind Aktien derzeit mit einem Wert von 0,68 nur noch halb so teuer wie im Schnitt der letzten 40 Jahre und ähnlich billig wie im Börsentief von Dezember 1974, als die Kennzahl bei 0,61 lag.

Zehnjahresrenditen
Die durchschnittliche Zehnjahresrendite von Aktien in den letzten zehn Jahren ist aktuell negativ - etwas, was sich bisher erst zwei Mal überhaupt ereignet hat: 1938 und 1939. Jedes Mal in der Vergangenheit stiegen die durchschnittlichen Zehnjahresrenditen von einem ähnlichen Tiefpunkt steil an.

Cash
Derzeit sind 8'850 Milliarden Dollar in Cash, Sparguthaben und Geldmarktfonds parkiert. Das ist 74 Prozent des aktuellen Börsenwerts aller US-Firmen - so viel wie seit 1990 nicht mehr. In den acht bisherigen Malen, als ähnlich viel Geld an der Seitenlinie lag, ist der S&P-500-Index in den folgenden sechs Monaten im Mittel um 24 Prozent gestiegen.

Stimmung
Die Stimmung bei den Anlageberatern (Advisor Sentiment) ist auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Diese Stimmungsbarometer sind an Extrempunkten wie jetzt traditionell ein Kontraindikator.

Mit Blick auf die letzten 100 Börsenjahre sind laut Meier heute zwei Dinge bemerkenswert: Erstens die aussergewöhnlich hohe Differenz zwischen der Gewinnrendite von Aktien und der Rendite von Staatsanleihen. Zweitens, dass Aktien bewertungsmässig immer noch nicht in die billigsten 10 Prozent aller historischen Beobachtungen vorgestossen sind.

Trotzdem rechnet Peter Meier nicht, dass die Kurse nun direkt weiter fallen werden. Viel wahrscheinlicher sei eine Korrektur über die Zeit bis zur nächsten Baisse, nach einem zwischenzeitlichen Haussezyklus -ähnlich wie in den siebziger Jahren. Das absolute Tief wurde 1974 erreicht, doch bewertungsmässig war der Tiefpunkt wegen steigender Unternehmensgewinne erst 1982.

 

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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