Schwellenländer-Anleihen bieten immer noch attraktive Zusatzrenditen

Kieran Curtis

Kieran Curtis ist Senior Portfolio Manager bei Standard Life Investments.

Die Massnahmen der Europäischen Zentralbank haben die Anleihenrenditen auf Tiefststände gedrückt. Investoren müssen nun Renditen anstreben, die der Verzinsung ihrer Verbindlichkeiten nahe kommen.

Standard Life Investments

Zahlreiche Anleihenmärkte ausserhalb der EU, die höhere und steilere Renditekurven bieten, scheinen verlockend. Ein Beispiel dafür sind Schwellenmarktanleihen.

Den JP Morgan-Indizes zufolge liegt die Zusatzrendite von Staatsanleihen aus der Eurozone gegenüber auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen aus Schwellenmärkten so hoch wie im Jahr 2009. Demgegenüber ist der Renditeaufschlag bei auf lokale Währungen lautenden Schwellenmarktanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen aus der Währungsunion so hoch wie noch nie zuvor.

Nicht risikolos

Diese potenziell höheren Renditen sind jedoch nicht risikolos. Eine erfolgreiche Anlage in Schwellenmarktanleihen hat in den letzten Jahren erhebliche Sorgfalt erfordert. Die Schwellenmärkte insgesamt florieren normalerweise, wenn der Welthandel zunimmt und reichlich Liquidität verfügbar ist. Das Handelswachstum stagniert jedoch seit einem halben Jahrzehnt. Obwohl weltweit nach wie vor Unmengen von Liquidität vorhanden sind, bestehen begründete Befürchtungen, dass dies bald anders sein könnte. In der Tat hat das niedrige Nachfragewachstum so lange angehalten, dass die Schwellenländer seit mehreren Jahren antizyklische Massnahmen aufrecht erhalten haben, um die Auswirkungen auf ihre Volkswirtschaften bis zum Eintritt der Erholung abzumildern.

Die weltweite Erholung lässt jedoch nach wie vor auf sich warten, und die Wirtschaftsaktivität zahlreicher Schwellenländer verlangsamt sich erneut, da die Wirkung der Fördermassnahmen nachlässt und ihre Kosten spürbar werden. Dennoch bestehen nach wie vor viele Chancen.

Unsere Ansicht

Bei Standard Life Investments sind wir der Ansicht, dass viele der grösseren Emittenten von Staatsanleihen unter den Schwellenländern nicht überzeugen. Und wo sich interessante Renditen finden, sind diese oft nicht über die gesamte Palette der verfügbaren Instrumente hinweg erhältlich. So sind zum Beispiel die makroökonomischen Trends in Brasilien ausserordentlich schwach und werden sich im Jahr 2015 voraussichtlich nicht bessern.

Wir sind jedoch der Ansicht, dass der Markt das zunehmende politische Kapital des neuen Finanzministers unterschätzt und daher sowohl die Wahrscheinlichkeit von Ratingherabstufungen als auch die voraussichtliche Höhe der Inflation in den nächsten Jahren überschätzt.

Dies macht sowohl inländische als auch US-Dollar-Anleihen attraktiv, wobei wir jedoch in Bezug auf den Wert der Währung vorsichtig sind. Hinsichtlich der Türkei sind wir davon überzeugt, dass die Bilanz des Landes nach Jahren ungezügelter Kreditvergaben an die Privatwirtschaft anfällig gegenüber externen Schocks ist. Dieses Risiko wird immer akuter, da unabhängige Institutionen zunehmend politisiert werden. Wir meiden dementsprechend Engagements gegenüber der Türkei.

Die Situation

Während die grösseren Märkte die Schlagzeilen dominieren, weisen viele kleinere Schwellenmärkte positive Wirtschaftstrends auf, von denen die Anleger profitieren können. Die Philippinen sind seit mehreren Jahren aufgrund von Ausrüstungsinvestitionen und in jüngster Zeit aufgrund von Exporten um mehr als 5% pro Jahr gewachsen.

Dennoch sind die globalen Peso-Anleihen des Landes billiger als die Papiere seiner südostasiatischen Pendants, die mit rückläufigen Exporten und schwächeren Bilanzen zu kämpfen haben. In der Dominikanischen Republik hat ein neues Kreuzfahrtschiffterminal mit mehreren Liegeplätzen die Tourismusbranche auf den höchsten Pro-Kopf-Wert in Lateinamerika angekurbelt, während die Goldexporte ebenfalls erheblich zugenommen haben. Obwohl die Inflation das Jahr 2014 unterhalb von 2% beendete, werden inländische Anleihen mit fast 10% verzinst und die 30-jährigen US-Dollaranleihen sehen ebenfalls attraktiv aus.

Erfahrene Portfolio-Manager

In diesem Umfeld müssen Manager die Bewertungen sorgfältig gegen die Fundamentalwerte abwägen und sie müssen bereit sein, entschlossen zu handeln, wenn sich das Gleichgewicht verlagert. Anleger auf der Suche nach höheren Renditen sollten nach Vermögensverwaltern Ausschau halten, die sich auf besonders nachhaltige Renditen konzentrieren und dabei Substanzwert-Fallen meiden.

Weitere Informationen und Kontakt:

André Haubensack
Investment Director Schweiz
Standard Life Investments
Mobil: + 41 44 552 00 55
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: europe.standardlifeinvestments.com

Toby Rockingham
Investment Director Schweiz
Standard Life Investments
Tel.: +44 (0) 131 245 6378
Mobil: +44 (0) 751 508 3465
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: europe.standardlifeinvestments.com

 

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