ESG-Ratings stehen in der Kritik. Doch die LGT schafft Lösungen, um eine zuverlässige Basis für Nachhaltigkeitsbewertungen zu bieten – und damit die Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Wie gehen sie dabei vor?

Beim Investieren haben ESG-Ratings in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig stehen sie zunehmend in der Kritik: Die Rufe nach mehr aufsichtsbehördlichen Kontrollen werden immer lauter.

Kritik entzündet sich unter anderem an den Interessenkonflikten der ESG-Ratingagenturen aufgrund ihrer Geschäftsmodelle, an der mangelnden Transparenz der Auswertungsmethoden und an den uneinheitlichen ESG-Kennzahlen der verschiedenen Anbieter. Der wichtigste Kritikpunkt betrifft jedoch die beunruhigende Beobachtung, dass unterschiedliche ESG-Ratings dasselbe Investment sehr unterschiedlich bewerten können. Diese fehlende Korrelation verunsichert viele Anlegerinnen und Anleger, und nährt Zweifel an der Qualität der Ratings.

Sehr geringe Korrelation zwischen den ESG-Ratings

Eine im November 2022 in der Finanzzeitschrift Review of Finance veröffentlichte Studie hat dies sehr deutlich gezeigt: Die Korrelation zwischen den ESG-Ratinganbietern variierte auf einem niedrigen Niveau zwischen 0,38 und 0,71, was die Unterschiede zwischen den Anbietern verdeutlicht. Anders sieht es bei den Bonitätsratings aus, deren Korrelationen stärker gegen 1 tendieren. Das nachfolgende Beispiel veranschaulicht diese Diskrepanz anhand der ESG-Scores, mit denen fünf führende Ratinganbieter zwei bekannte Autobauer bewertet haben.

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Abweichungen aufgrund unterschiedlicher Schwerpunkte

Deuten diese Abweichungen auf unzureichende Datenqualität hin? Unserer Meinung nach nicht. Die unterschiedlichen Ergebnisse widerspiegeln stattdessen grundlegende methodische Unterschiede zwischen den ESG-Ratinganbietern. So lassen sich ESG-Ratings grob gesagt in zwei Kategorien einteilen:

  • In der ersten Kategorie finden sich ESG-Ratings wieder, die auf den Geschäftsbetrieb des Unternehmens fokussieren und die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsthemen auf die Performance bewerten. Die Bewertung zeigt somit an, wie wirksam das Unternehmen Umwelt-, Gesellschafts- und Governance-Risiken steuert.
  • Die zweite Kategorie betrifft ESG-Ratings, deren Fokus auf den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens liegt. Sie bevorzugen Firmen mit nachhaltigen Produktlinien und strafen Unternehmen ab, die ökologische oder gesellschaftliche Risiken mit sich bringen.

Es liegt auf der Hand, dass weder ausschliesslich der eine noch der andere Ansatz ausreicht. Denn jede Anlageentscheidung bezieht sich letztlich auf das Unternehmen als Ganzes. Anlegerinnen und Anleger erwarten mit Recht Bewertungen, die beide Aspekte der Unternehmensperformance abdecken.

Kundschaft wünscht ein Gesamtbild

Wir von der LGT haben intensiv an der Entwicklung eines ganzheitlicheren Ansatzes bei der Nachhaltigkeitsbewertung gearbeitet, um diese Anlegererwartung zu erfüllen. Hierzu ist eine Nachhaltigkeitsbewertung erforderlich, die sich auf rohe, also noch nicht interpretierte, ESG-Datenpunkte und Schlüsselkennzahlen (KPIs) stützt. Der Fokus auf diese Rohdaten ist unerlässlich, um eine Bewertung zu erarbeiten, die zuverlässig ist und nicht durch eine subjektive Perspektive, eine allfällige Voreingenommenheit oder der Interpretation eines spezifischen ESG-Ratingansatzes beeinflusst wird.

Dank dieser zugrunde liegenden ESG-Kennzahlen können wir zudem sektorspezifische Themen bewerten. Hierzu steuern wir die Gewichtungen der betreffenden Kennzahlen und KPIs, die für die Bewertung der einzelnen Sektoren verwendet werden. Da sich die Relevanz der verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen immer wieder verschiebt, erlaubt uns die Verwendung der zugrunde liegenden KPIs die Aktualisierung unserer Bewertungen – etwa durch Berücksichtigung neuer Themen und ESG-Daten, die laufend verfügbar werden.

Kombination von ESG-Daten mehrerer Anbieter

Wie wichtig es ist, uns bei der Bewertung auf die zugrunde liegenden ESG-Kennzahlen zu stützen, haben wir bereits erkannt. Um einen ganzheitlichen Blick zu entwickeln, sollte zudem eine Kombination von ESG-Daten verschiedener Anbieter verwendet werden. Denn die ESG-Ratingagenturen haben unterschiedliche Stärken, und so können wir je nach Themenbereich die jeweils hochwertigsten ESG-Kennzahlen kombinieren.

ESG-News und Informationen über ESG-Kontroversen sollten zum Beispiel vorzugsweise von spezialisierten Anbietern bezogen werden. Dieser Input kann dann zusammen mit stärker standardisierten ESG-Unternehmensdaten aus anderen Quellen in unsere Arbeit einfliessen. Dies führt nicht nur zu einer besseren Qualität der Bewertungen, sondern erlaubt auch deren Optimierung auf Basis der besten und relevantesten Daten, die am Markt verfügbar sind.

Das Nachhaltigkeitsrating der LGT

Bei der LGT erstellen wir solche ganzheitlichen Bewertungen, indem wir zur Berechnung des LGT Nachhaltigkeitsratings die relevantesten Daten aus verschiedenen Quellen kombinieren. Als erstes ermitteln wir eine Basis-Nachhaltigkeitspunktzahl für den Sektor. Dabei stützen wir uns auf die operativen ESG-KPIs, welche die Performance des Unternehmens im Vergleich zu seinen Mitbewerbern im Sektor am besten widerspiegeln.

Bei dieser Beurteilung müssen mögliche ESG-Kontroversen untersucht werden. Sind diese schwerwiegend, wirkt sich das negativ auf die Punktzahl der Firma aus. In einem nächsten Schritt prüfen wir, inwieweit ihre Produkte und Dienstleistungen mit den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) vereinbar sind. Die Basispunktzahl passen wir dann je nach den Auswirkungen der Produkte und Dienstleistungen der Firma nach oben oder unten an.

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Daraus resultiert am Ende eine vollständigere Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance, die das Nachhaltigkeitsprofil des Unternehmens als Ganzes widerspiegelt. Ein solcher Gesamtüberblick bietet eine bessere Grundlage für die Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess. Denn er berücksichtigt sowohl die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit und der Managementpraktiken eines Unternehmens als auch die seiner Produkte und Dienstleistungen. Genau das erwarten die Kundinnen und Kunden. Denn sie wünschen sich, dass die gesamte Wertschöpfungskette der Unternehmen in ihrem Portfolio bewertet wird.

Auf Smart Banking Pro verfügbar

In den letzten 15 Jahren hat die LGT diesen Gesamtüberblick auf die Nachhaltigkeitsperformance dank des unternehmenseigenen ESG-Cockpits und Nachhaltigkeitsratings zur Verfügung gestellt, in das ESG-Daten von sechs führenden ESG-Researchanbietern einfliessen.

Das LGT Nachhaltigkeitsrating ist eines der bedeutendsten Alleinstellungsmerkmale unserer nachhaltigen Anlagestrategie. Gleichzeitig sind wir uns der Herausforderung vieler mit uns zusammenarbeitender Finanzintermediäre bewusst, angemessen über das Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Denn die am Markt verfügbaren ESG-Ratings sind nur begrenzt aussagekräftig.

Daher stellt die LGT ihrer Finanzintermediär-Kundschaft seit 2022 die unternehmenseigenen Bewertungen der Nachhaltigkeitsperformance im LGT SmartBanking Pro zur Verfügung. Der Zugang zu den Informationen ermöglicht diesen Kundinnen und Kunden eine beschleunigte Integration der ESG-Kriterien. Viele Asset Manager sind hierdurch erstmals in der Lage, selbst Nachhaltigkeitsscreenings für ihre eigenen Kundenportfolios durchzuführen. Für weitere Informationen zum LGT Nachhaltigkeitsrating und zu den umfangreichen Screening-Funktionen von SmartBanking Pro wenden Sie sich bitte an Ihre Kundenberaterin oder Ihren Kundenberater.


Markus Werner ist seit 1996 bei der LGT tätig, seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung der LGT Bank AG sowie seit 2018 Leiter Intermediärgeschäft der LGT Banken in der Schweiz und Liechtenstein. Er ist eidgenössisch diplomierter Bankfachmann sowie von der AZEK als Finanz- und Anlageexperte zertifiziert.

 

Christopher Greenwald ist Head of Sustainable Investing bei der LGT Bank (Schweiz) AG. Davor war er Leiter Sustainable Investment Research & Specialists bei UBS Asset Management, Leiter des Researchs für nachhaltige Anlagen bei RobecoSAM sowie Leiter der ESG Content Strategy bei Thomson Reuters und Director of Data Content bei ASSET4. An der Duke University doktorierte er in Politikwissenschaften und verfügt über ein MBA der HEC Lausanne sowie das FAME-Zertifikat des Swiss Finance Institute.


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