Credit Suisse: Sind 10 Franken je Aktie noch nicht tief genug?

Aktienkurs (Bild: Shutterstock)

Aktienkurs (Bild: Shutterstock)

Erstmals ist der Aktienkurs der Credit Suisse unter die psychologisch wichtige 10-Franken-Marke gefallen. Fünf Gründe, weshalb der Abwärtsdruck anhalten könnte.

Da kann CEO Tidjane Thiam lange betonen, dass die Credit Suisse (CS) sicherer sei als in den Jahren zuvor: An der Börse scheinen seine Mahnungen nicht mehr zu verfangen. So handelten die CS-Titel am Mittwoch kurzzeitig unter 10 Franken. So tief wie noch nie.

Zwar erholte sich der Aktienkurs schnell wieder. Doch der Schaden ist angerichtet. Denn mit dem Reissen der psychologisch wichtigen Marke könnte die CS-Aktie in einen Abwärtssog geraten, dessen Tiefen aus heutiger Warte nur schwer auszuloten sind. Dies aus folgenden Gründen:

1. Die Automatismen an der Börse

Eigentlich ist es völlig einerlei, ob ein Titel zu 10 oder zu 9.99 Franken notiert. Doch in der Psyche der Anleger spielen «runde» Zahlen eine wichtige Rolle. Entsprechend werden viele Investoren bei der 10-Franken-Marke eine Stop-Loss-Grenze gesetzt haben. Die Folge: Verkäufe ziehen Verkäufe nach sich. Und der Kurs gerät noch mehr unter Druck.

2. Die drohende Abkehr der ETF

Wie die Agentur «AWP» berichtete, blüht der CS-Aktie nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg der Abstieg aus dem europäischen Leitindex Stoxx Europe 50. Infolge der Kursturbulenzen sei der Titel auf Platz 86 im Barometer durchgereicht worden. Sollte sie es bis zum 30. Juli nicht zurück in die Top 74 schaffen, würde ein Abstieg via «Fast Exit» folgen, wie berichtet wird.

Der Rauswurf aus dem Leitindex könnten nochmals für massiven Druck auf die Kurse sorgen. Denn das würde die zahlreichen Indexfonds auf den Stoxx Europe 50 zwingen, den Wechsel nachzuvollziehen – und zu verkaufen.

3. Die Reaktion der Grossinvestoren

Bisher standen die Grossaktionäre, darunter der katarische Staatsfonds Qatar Holding und die saudische Olayan Group, wie eine Mann hinter der Strategie von CS-Chef Thiam. Die amerikanische Harris Associates nutzte gar die Kursschwächen der letzten Wochen für Zukäufe.

Doch nun zitierte die Agentur «AWP» Händler, gerade Akteure in Grossbritannien und dem arabischen Raum seien mit Verkäufen aufgefallen. Zudem sollen sich Gerüchten zufolge derzeit Grossaktionäre in «grossen Mengen» von den Papieren trennen. Die Phalanx hinter Thiam scheint zu wanken.

4. Die Demontage des CEO

Erst kürzlich hat CS-Präsident Urs Rohner seinem CEO Thiam in einem Interview den Rücken gestärkt. Doch mit Blick auf den Aktienkurs ist die Strategie des gebürtigen Ivorers demontiert. Bei seinem Antritt bei der zweitgrössten Schweizer Bank genau vor einem Jahr war die CS-Aktie noch 26 Franken wert gewesen.

Aus dem Lager der Investoren wird die Kritik an Thiam derweil immer lauter. Eine vielbeachtete Umfrage, über die auch finews.ch berichtete, stellte Thiam kürzlich ein «ungenügendes» Zeugnis aus.

Die britische Online-Bank IG gelangte am Mittwoch in einem gesalzenen Kommentar gar zum Schluss, dass sich die CS «nicht mehr lange über Wasser halten» könne. Die Übernahme durch eine andere Bank wäre daher keine Überraschung mehr, so IG weiter.

5. Die Furcht vor der Zukunft

Thiam ist zugute zu halten, dass er mit der «Strategieanpassung» vom vergangenen Oktober viel neuen Wind in die Bank brachte, auf dringende Forderungen der Investoren einging und mit alten Seilschaften aufräumte. Umso mehr geht mit Blick auf seinen möglichen Rücktritt als CS-CEO die Furcht vor dem Nichts um. Thiam hat die CS-Investoren auf seine Strategie eingeschworen.

Ein Plan B ist bei der Grossbank nicht in Sicht.

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