KOF hebt Wachstumsprognose deutlich an
Für das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) ohne internationale Sportgrossanlässe erwartet das KOF nun ein Wachstum von 1,9 Prozent. In seiner Sommerprognose hatte es noch mit 0,8 Prozent gerechnet. Für 2027 und 2028 prognostiziert das Institut jeweils ein Wachstum von 1,7 Prozent.
Getragen wurde die Entwicklung vor allem von kräftigen Warenexporten, insbesondere von Pharmaprodukten. Auch der private Konsum sowie Bau- und Ausrüstungsinvestitionen stützten die Konjunktur. Für das dritte Quartal rechnet das KOF allerdings mit einer vorübergehenden Wachstumspause, bevor sich die Wirtschaft im vierten Quartal wieder moderat beschleunigen dürfte.
Inflation bleibt niedrig
Die Inflation dürfte trotz höherer Energiepreise niedrig bleiben. Das KOF erwartet für 2026 und 2027 jeweils eine Teuerungsrate von 0,6 Prozent und für 2028 von 0,5 Prozent.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins im September bei null Prozent belassen. Das KOF rechnet bei der nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung im Dezember mit einer Anhebung um 25 Basispunkte. Danach dürfte der Leitzins bis 2028 unverändert bleiben.
Investitionen und Konsum stützen
Die Investitionen entwickeln sich laut KOF besser als bislang angenommen. Für die Bruttoanlageinvestitionen wird 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und 2027 von 2,7 Prozent erwartet. Vor allem die Bauinvestitionen dürften weiter zulegen.
Auch der private Konsum bleibt eine wichtige Stütze der Binnenwirtschaft. Verbesserte Konsumentenstimmung, steigende Detailhandelsumsätze und höhere verfügbare Einkommen sprechen laut KOF für eine anhaltende Erholung.
Exportwirtschaft zwischen Erholung und US-Zöllen
Die verbesserten Aussichten in Europa dürften den Schweizer Aussenhandel stützen. Insbesondere die Maschinen- und Elektroindustrie zeigt laut KOF Anzeichen einer Stabilisierung, während die Pharmaindustrie weiterhin wichtige Wachstumsimpulse liefert.
Gleichzeitig bleiben die US-Zölle und die schwache Nachfrage in einzelnen Absatzmärkten Belastungsfaktoren für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft.
Arbeitsmarkt erholt sich nur teilweise
Auch für den Arbeitsmarkt fällt die Prognose günstiger aus. Das KOF erwartet für 2026 ein Wachstum der Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten von 1,5 Prozent, nach zuvor prognostizierten 0,5 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit dürfte dennoch erhöht bleiben. Für 2026 und 2027 rechnet das Institut mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von jeweils 3,1 Prozent. 2028 soll sie leicht auf 3,0 Prozent sinken.
Hohe Risiken
Trotz der besseren Aussichten bleibt die Unsicherheit hoch. Als zentrale Risiken nennt das KOF eine weitere Eskalation im Nahen Osten, zusätzliche US-Zölle und eine schwächere Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten. Auch steigende Finanzierungskosten infolge von Problemen bei hoch verschuldeten Staaten könnten die Weltwirtschaft belasten.
Auf der anderen Seite könnten eine Entspannung der Handelskonflikte, zusätzliche europäische Investitionen und eine schnellere Verbreitung künstlicher Intelligenz die Schweizer Konjunktur stärker ankurbeln als derzeit erwartet.















