Swiss Re steigert Gewinn in den ersten neun Monaten

Swiss Re hat seinen Reingewinn in den ersten neun Monaten 2026 um drei Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar gesteigert. Dazu hätten alle Geschäftsbereiche sowie geringere Naturkatastrophenschäden und ein solides Anlageergebnis beigetragen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Die Eigenkapitalrendite (ROE) blieb mit 22,5 Prozent unverändert. Im dritten Quartal allein betrachtet belief sich der Reingewinn auf 1,3 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr strebt der Konzern einen Reingewinn von 4,5 Milliarden Dollar an.

«Unser Ergebnis für die ersten neun Monate widerspiegelt ein diszipliniertes Underwriting und die bewussten Entscheidungen der vergangenen Quartale, unser Portfolio zu stärken und ein widerstandsfähigeres Geschäft aufzubauen», sagt Konzernchef Andreas Berger. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs im Rückversicherungsmarkt wolle Swiss Re weiterhin auf eine konsequente Zeichnungspolitik, höhere Kosteneffizienz und eine enge Zusammenarbeit mit Kunden und Brokern setzen.

Lebensrückversicherung mit deutlichem Gewinnwachstum

Die drei Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. In der Schaden- und Unfallrückversicherung (P&C Re) sank der Reingewinn um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Swiss Re begründet dies vor allem mit dem zunehmend kompetitiven Marktumfeld. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich leicht auf 77,3 Prozent nach 77,6 Prozent im Vorjahr.

Die Unternehmenskundenversicherung Corporate Solutions steigerte den Reingewinn um drei Prozent auf 714 Millionen Dollar. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 87,1 auf 86,4 Prozent.

Das stärkste Gewinnwachstum verzeichnete die Lebens- und Krankenrückversicherung (L&H Re). Ihr Reingewinn nahm um 43 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar zu. Ausschlaggebend waren insbesondere die «anhaltend günstige Sterblichkeitsentwicklung in den USA »und die Ertragskraft des bestehenden Geschäftsportfolios.

Anlageergebnis und Kostensenkungen im Fokus

Auch das Anlagegeschäft stützte die Entwicklung. Die Anlagerendite lag in den ersten neun Monaten bei 4,0 Prozent. Die laufende Rendite auf den Anlagen erhöhte sich gegenüber der Vorjahresperiode von 4,1 auf 4,2 Prozent. Das wiederkehrende Anlageergebnis belief sich auf 3,1 Milliarden Dollar.

Finanzchef Anders Malmström verwies auf die disziplinierte Zeichnungspolitik und das Portfoliomanagement als wichtige Ertragstreiber. Gleichzeitig spiegelten die tieferen Margen im Neugeschäft den Preisdruck im Rückversicherungsmarkt wider.

Swiss Re treibt zudem den Konzernumbau voran. Bis 2028 sollen die Betriebskosten um 500 Millionen Dollar sinken. Gleichzeitig will das Unternehmen gezielt in strategische Bereiche wie Underwriting, Kundenbetreuung, Daten und künstliche Intelligenz investieren. Auch das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Dollar stehe kurz vor dem Abschluss, heisst es weiter.

Die Kapitalausstattung bleibe robust: Die geschätzte Swiss-Solvency-Test-Quote lag per 1. Oktober 2026 bei 259 Prozent und damit über der angestrebten Bandbreite von 200 bis 250 Prozent.

Ausbau des Geschäfts mit Unternehmenskunden

Im Geschäftsbereich Corporate Solutions kündigte Swiss Re zudem eine strategische Zusammenarbeit mit Old Mutual Insure in Südafrika an. Die Kooperation steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Sie ergänzt vergleichbare Partnerschaften mit GNP Seguros in Mexiko und Bajaj General Insurance in Indien.

Neuer Posten des Chief Commercial Officer

Ausserdem verstärkt Swiss Re die Führung von Corporate Solutions: Lori Goltermann wird per 11. Januar 2027 die neu geschaffene Funktion als Chief Commercial Officer übernehmen. Sie war zuvor mehr als 30 Jahre beim Versicherungsmakler Aon tätig und soll die globale Strategie für Unternehmenskunden, Regierungen und Vertriebspartner verantworten.

Mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich Konzernchef Berger zuversichtlich. Die Diversifikation über die drei Geschäftsbereiche und die solide Kapitalbasis würden eine gute Grundlage bieten, um unterschiedliche Marktzyklen zu bewältigen und weitere Wachstumschancen zu nutzen.