Fintech: Die UBS steht vor dem digitalen Angriff

Roboter, Bild Shutterstock

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Die Schweizer Grossbank tüftelt an einem digitalen Angebot, das intern unter dem Namen «Attacker»-Modell läuft. Recherchen von finews.ch lassen erstmals erahnen, was die UBS damit vorhat.

Am Rande eines Wealth-Managements-Gipfels in Genf vom letzten Juni machte Jürg Zeltner eine Ankündigung, mit der er ohne Weiteres in einer Rätsel-Show hätte auftreten können.

Die UBS, sagte der Leiter der Division Wealth Management damals, arbeite an einem neuartigen, digitalen Beratungsmodell. Dieses werde ganz ohne Banker aus Fleisch und Blut auskommen. Ein Robo-Advisor sei es jedoch nicht, orakelte Zeltner. Ebenso hielt er sich zum Wie und Wo des erstmaligen Einsatzes bedeckt.

Recherchen von finews.ch im Umfeld der Bank lassen nun erstmals erahnen, was sich hinter dem nebulösen Digitalisierungs-Projekt verbirgt. Wie Kenner der Arbeiten berichten, könnte es in der künftigen Wachstumsstrategie der Grossbank gar eine bedeutende Rolle spielen.

Zuschlagen – rasch und günstig

Darauf lässt der Name schliessen, unter dem das Vorhaben UBS-intern läuft: dort ist vom «Attacker»-Modell die Rede. Einsatzbereit ist es spätestens Anfang 2017, allenfalls sogar schon früher, wie die Insider berichteten. Die Vorbereitungen dazu unterstehen Zeltner höchstpersönlich.

Der martialische Namensgebung und die Nähe zum Chef kommen wohl nicht von ungefähr. Zweck des Angebots ist es, in Märkte vorzudringen, in denen die UBS über wenig Strukturen verfügt. Online kann so der dortigen Kundschaft unkompliziert Zugang zu vielen Dienstleistungen der UBS geboten werden.

Noch ist offenbar noch nicht entschieden, in welchen Testmarkt und bei welchem Kundensegment das Instrument im Endeffekt zum Einsatz gelangt. Die UBS kommentierte das neue Angebot gegenüber finews.ch nicht weiter.

Doch die Logik hinter dem Attacker-Modell liegt auf der Hand: Das UBS-Wealth-Management muss Hunderte Millionen Franken an Kosten einsparen, während sich bereits erschlossene Märkte zuletzt unergiebig zeigten.

Fintech-Startups machen es vor

Da erweist sich der digitale «light»-Vorstoss als Mittel der Wahl – diverse Fintech-Startups haben schon vorgemacht, wie rasch die geographische Expansion so zu schaffen ist. Beispiele sind etwa der niederländische Robo-Advisor Pritle, der dieser Tage in der Schweiz eingetroffen ist. Oder der finnische Mobile-Lender Ferratum, der seine Dienste mittlerweile in ganz Europa anbietet.

Auch die UBS hat schon gezeigt, wie so eine «Attacke» ablaufen könnte. Letzten April rollte sie in Taiwan ein Angebot für Affluent-Kunden aus, das ebenfalls von digitalen Instrumenten flankiert wurde.

Grund genug also für die Konkurrenten, den neuesten Digitalisierungs-Streich aus dem Hause UBS zu fürchten.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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