Die UBS geht in die Tiefe

Taiwan (Bild: Shutterstock)

Taiwan (Bild: Shutterstock)

Man kann es als Paradigmenwechsel deuten: Die UBS, die in Asien bislang nur Millionäre oder noch reichere Privatkunden im Wealth Management bediente, nimmt sich jetzt auch der «ärmeren» Klientel an – in Taiwan.

Die UBS ist weltweit die grösste Vermögensverwalterin und bietet im Ausland ein umfassendes Angebot für wohlhabende Privatpersonen an, die mindestens zweieinhalb Millionen Franken an investierbarem Kapital haben. Damit bewegt sich die Schweizer Grossbank im klassischen Private-Banking- oder auch Wealth-Management-Geschäft.

Was gerüchteweise bereits seit geraumer Zeit die Runde machte, bewahrheitet sich nun. Die UBS geht in Asien eine Stufe tiefer und bietet – vorerst in Taiwan – ein «Offering» für Kunden mit investierbaren Mitteln ab umgerechnet 250'000 amerikanischen Dollar an, wie die Schwester-Website finews.asia am Mittwoch berichtete.

Das ist neu und lässt sich durchaus als Paradigmenwechsel deuten, zumal die Schweizer (Gross-)Banken, besonders in Asien, bislang ausschliesslich auf die vermögende und sehr vermögende Klientel setzten.

Flat-Fee für «Kleinkunden»

Weil aber auch im Top-Segment die Bäume nicht in den Himmel wachsen und gleichzeitig eine nicht zu ignorierende Mittelschicht in vielen asiatischen Ländern heranwächst, besteht im so genannten Affluent-Geschäft zweifelsohne ein gewisses Wachstumspotenzial.

Was das heisst, veranschaulicht die UBS gleich selber, indem sie davon ausgeht, dass in Taiwan rund 650'000 Affluent-Kunden Vermögenswert von umgerechnet rund 630 Milliarden Dollar halten. Dazu gehören Unternehmer und Manager. Möglich wird ein solches Flat-Fee-Angebot nicht zuletzt auf Grund der heutigen technologischen Mittel (Fintech), die es dem Kunden erlauben, online Markt- und Produkte-Analysen zu beziehen, aus Anlagefonds auszuwählen und unterschiedliche Kommunikationswege mit der Bank zu nutzen.

Fortsetzung in China?

In der Vergangenheit taten sich die Schweizer Banken, die sich mit Affluent-Angeboten ins Ausland wagten eher schwer und brachen die Experimente in der Regel nach einigen Jahren mangels durchschlagendem Erfolg wieder ab.

In Taiwan unternimmt die UBS nun einen weiteren Versuch, der möglicherweise in China eine Fortsetzung finden könnte. Zum einen, weil es dort eine enorm grosse Anzahl an Affluent-Kunden hat, und sich die UBS zum mit Geschäftsräumlichkeiten an bester Passantenlage ins Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten verankern will.

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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