Revolut will zur Schweizer Bank werden

Revolut macht in der Schweiz den nächsten grossen Schritt. Die britische Neobank hat bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma ein Gesuch für eine Schweizer Banklizenz eingereicht. Wie das Unternehmen berichtet, wird der Antrag derzeit von der Aufsichtsbehörde geprüft.

Eine Bewilligung würde Revolut ermöglichen, sein Angebot in der Schweiz deutlich auszubauen. Bislang wird die Finanz-App von vielen Kunden vor allem für günstige Zahlungen und Fremdwährungstransaktionen auf Reisen genutzt.

Das soll sich ändern.

Bereits 1,3 Millionen Kunden

Revolut verfügt nach eigenen Angaben bereits über rund 1,3 Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz. Allein 2025 kamen rund 240'000 neue Kunden hinzu.

Damit hat die Neobank inzwischen eine beträchtliche Reichweite im Schweizer Markt aufgebaut. Zum Vergleich: Die Finanz-App Yuh zählt laut SRF rund 400'000 Kunden, Neon etwa 250'000.

Mit einer eigenen Schweizer Banklizenz könnte Revolut nun stärker ins klassische Retail Banking vordringen und damit auch für etablierte Schweizer Banken zu einem ernstzunehmenderen Konkurrenten werden.

Schweizer IBAN und Lohnkonto

Geplant sind unter anderem vollwertige Lohnkonten mit Schweizer IBAN, die von der Schweizer Einlagensicherung geschützt sind. Auch die Zahlungsabwicklung für Händler soll Teil des künftigen Angebots werden.

Darüber hinaus prüft Revolut laut SRF weitere Angebote, darunter Säule-3a-Produkte sowie eine Integration von Twint. Damit würde sich das Unternehmen in der Schweiz zunehmend von einer Zahlungs- und Trading-App zu einer Universalbank entwickeln.

150 Millionen Franken für die Schweiz

Für diesen Ausbau nimmt Revolut viel Geld in die Hand. In den kommenden fünf Jahren will das Unternehmen mehr als 150 Millionen Franken in den Schweizer Markt investieren.

Das Geld soll unter anderem in neue Produkte und zusätzliche Arbeitsplätze fliessen. Auch Verwaltungsrat und Führung sollen ausgebaut werden. Derzeit beschäftigt Revolut in Zürich rund 30 Mitarbeitende. Mit einer Schweizer Banklizenz dürfte diese Zahl deutlich steigen.

Weltweit mehr als 80 Millionen Kunden

Revolut zählt weltweit mittlerweile mehr als 80 Millionen Kunden. Das Unternehmen verfügt bereits über Banklizenzen in Grossbritannien, Litauen und Frankreich. In den USA erhielt Revolut jüngst eine bedingte Genehmigung der zuständigen Bankenaufsicht OCC.

Ob und wann die Finma dem Schweizer Lizenzgesuch zustimmt, ist derzeit offen.