Bank of America muss Milliarden-Busse zahlen

Die Bank of America (BoA) muss wegen Mängeln bei der Geldwäschebekämpfung und Verstössen gegen US-Sanktionsvorschriften mehr als 1,21 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Wie das US-Finanzministerium (US Treasury) am Dienstag mitteilte, umfasst das Massnahmenpaket unter anderem eine zivilrechtliche Rekordstrafe von 750 Millionen Dollar, verhängt vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC).

Ein weiterer Teil der Sanktionen geht auf 475 mutmassliche Verstösse gegen Sanktionsprogramme zurück, die unter anderem Russland und Iran betreffen. Zudem ordneten die Aufsichtsbehörden weitere Auflagen für das Finanzinstitut an.

Den Behörden zufolge habe die Bank ihre Umsatzinteressen über die erforderlichen Compliance-Massnahmen gestellt. Statt verdächtige Transaktionen und Kundenaktivitäten eigenständig und proaktiv zu überwachen, habe sie sich in erheblichem Umfang auf Anfragen von Strafverfolgungsbehörden und anderen Banken verlassen. Damit habe das Institut einen wesentlichen Teil seiner Pflicht zur Erkennung und Meldung verdächtiger Vorgänge an Dritte ausgelagert, erklärte das Finanzministerium.

Behörden verschärfen Kontrollen

Die US-Behörden gehen verstärkt gegen Versäumnisse bei der Geldwäschebekämpfung vor. Erst in der Vorwoche war American Express wegen unzureichender Erkennung und Meldung von Geldwäsche mit einer Strafe von 350 Millionen Dollar belegt worden.

US-Finanzminister Scott Bessent betonte, Versäumnisse eines Finanzinstituts dieser Grösse würde nicht nur das Unternehmen selbst gefährden, sondern könnten das gesamte US-Finanzsystem erheblichen Risiken durch illegale Finanzströme aussetzen. Die verhängten Strafen sollen deutlich machen, dass auch die grössten Finanzinstitute nicht über dem Gesetz stünden.

Die Sanktionen stehen im Zusammenhang mit einer bereits 2024 vereinbarten Aufsichtsmassnahme des OCC. Damals war der Bank of America vorgeworfen worden, Verdachtsmeldungen nicht rechtzeitig eingereicht und kein ausreichendes Programm zur Geldwäschebekämpfung unterhalten zu haben.

Belastung für den Gewinn

Die finanziellen Folgen dürften sich deutlich in der Bilanz niederschlagen. Bank of America erwartet, im Rahmen ihrer für Mittwoch vor Börsenbeginn geplanten Quartalszahlen eine nicht steuerlich abzugsfähige Belastung von rund 1,2 Milliarden Dollar auszuweisen. Der Nettogewinn je Aktie dürfte dadurch um etwa 17 Cent sinken.

Die Bank erklärte, sie arbeite mit den Aufsichtsbehörden an der Verbesserung ihrer Massnahmen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Das Unternehmen habe Milliardenbeträge in Technologie investiert und Tausende Mitarbeiter für diesen Bereich eingesetzt. Die noch erforderlichen Verbesserungen würden mit Nachdruck umgesetzt. Die dafür eingesetzten Mitarbeiter und Ressourcen seien bereits in der Kostenbasis berücksichtigt.