Luzerner Kantonalbank: Gewinn steigt – Anlagegeschäft gewinnt an Bedeutung
Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) setzt ihren Wachstumskurs fort. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte das Institut einen Konzerngewinn von 242,7 Millionen Franken. Das entspricht einer Steigerung um 8,7 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, wie die Bank am Freitag mitteilte.
Der Geschäftsertrag erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 555,8 Millionen Franken. Bemerkenswert: Das Wachstum verteilt sich zunehmend auf verschiedene Ertragsquellen. Die zinsunabhängigen Erträge legten um 14,6 Prozent auf rund 195 Millionen Franken zu.
«Wir sind mit unserer Strategie LUKB30 bereits nach neun Monaten voll auf Kurs», erklärte CEO Daniel Salzmann. Vor allem bei der angestrebten Ertragsdiversifikation habe die Bank deutliche Fortschritte erzielt.
Vermögensverwaltung legt kräftig zu
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Erfolg erhöhte sich um 12,8 Prozent auf 118,4 Millionen Franken. Besonders stark entwickelten sich die Erträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft, die um 17,5 Prozent beziehungsweise 15,9 Millionen Franken zunahmen.
Auch im Geschäft mit Vermögensverwaltungs- und Beratungsmandaten verzeichnete die Bank einen deutlichen Zuwachs. Das entsprechende Volumen stieg seit Ende 2025 von 16,8 Milliarden auf 18,5 Milliarden Franken.
Bereinigt um die Marktentwicklung flossen der LUKB in den ersten neun Monaten zusätzliche Mandatsvermögen von 1,03 Milliarden Franken zu. Damit ist das Jahresziel von mindestens 1,2 Milliarden Franken bereits weitgehend erreicht.
Salzmann führt die Entwicklung auch auf die Unsicherheit an den Finanzmärkten zurück. «Die globalen Börsen sind für viele Anlegerinnen und Anleger nach wie vor unberechenbar. Sie legen deshalb ihre Anlageentscheide vermehrt in professionelle Hände.»
Zinsengeschäft trotzt dem Nullzinsumfeld
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung im klassischen Zinsengeschäft. Trotz des Nullzinsumfelds erhöhte sich der Nettozinserfolg um 4,3 Prozent auf 361 Millionen Franken.
Die Bank führt dies unter anderem auf ihr aktives Zinsmanagement zurück. Dieses ermögliche es, unterschiedliche Marktkonstellationen gezielt zu nutzen, erklärte Finanzchef Marcel Hurschler.
Zusätzliche Impulse kamen vom Kreditgeschäft. Die Kundenausleihungen erhöhten sich seit Ende 2025 um 1,9 Prozent auf 47,2 Milliarden Franken. Davon entfielen 41,6 Milliarden Franken auf Hypotheken, deren Bestand um 1,7 Prozent zunahm.
Dabei verschiebt die Bank ihre Kreditvergabe gezielt. Das Geschäft mit Immobiliengesellschaften, die unter das Kollektivanlagengesetz (KAG) fallen, wurde reduziert. Im übrigen Hypothekargeschäft erzielte die LUKB dagegen ein Wachstum von 988 Millionen Franken.
Handelsgeschäft wächst zweistellig
Auch das Handelsgeschäft entwickelte sich positiv. Der entsprechende Erfolg erhöhte sich um 13 Prozent auf 63,1 Millionen Franken.
Damit steuerte das gesamte zinsunabhängige Geschäft rund 35 Prozent zum Geschäftsertrag bei. Die Entwicklung ist für die LUKB strategisch bedeutsam, weil sie ihre Abhängigkeit vom klassischen Zinsgeschäft reduzieren will.
«Wir wachsen in allen Ertragssparten, im zinsunabhängigen Geschäft aber deutlich überproportional», betonte Salzmann.
Mehr Personal und höhere Investitionen
Das Wachstum hat allerdings seinen Preis. Der Geschäftsaufwand stieg um 6,6 Prozent auf 257,3 Millionen Franken.
Besonders deutlich erhöhte sich der Personalaufwand, der um 6,9 Prozent zunahm. Ende September beschäftigte die Bank 1'259,4 Mitarbeitende auf Vollzeitbasis, 56,2 Vollzeitstellen mehr als Ende 2025.
Die Bank begründet den Anstieg unter anderem mit der Übernahme zahlreicher Lehr- und Praktikumsabgänger im Sommer.
Hinzu kommen höhere Investitionen in Informatik, Räumlichkeiten und Marketing. Der Sachaufwand erhöhte sich um 6,1 Prozent auf 74,3 Millionen Franken.
Trotzdem konnte die LUKB ihre Effizienz leicht verbessern. Die Cost-Income-Ratio sank von 46,1 Prozent Ende 2025 auf 45,5 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich unter dem strategischen Höchstwert von 50 Prozent.
Gewinnprognose bestätigt – oberes Drittel erwartet
Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich die Bank zuversichtlich. Sie erwartet einen Konzerngewinn im oberen Drittel der im August angehobenen Prognosespanne von 305 bis 320 Millionen Franken.
Auch die weiteren strategischen Finanzziele für 2026 sieht die LUKB in Reichweite.
Mittelfristig verfolgt die Bank ehrgeizigere Ziele: Bis 2030 soll der bereinigte Konzerngewinn auf mehr als 340 Millionen Franken steigen. Die zinsunabhängigen Erträge sollen dann über 310 Millionen Franken erreichen.
Interimslösung für das Privatkundengeschäft
Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Führungswechsel hat die LUKB zudem eine weitere Personalentscheidung getroffen.
Wie bereits bekannt, übernimmt Stefan Studer am 1. Januar 2027 die Nachfolge von Daniel Salzmann als CEO.

René Arnold übernimmt interimistisch die Leitung des Departements Privat- und Gewerbekunden. (Bild: zVg)
Da Studer bisher das Departement Privat- und Gewerbekunden führt, muss auch diese Position neu besetzt werden. Bis zur Ernennung einer definitiven Nachfolge übernimmt René Arnold ab Anfang 2027 interimistisch die Leitung.
Der 1970 geborene Arnold ist seit 1986 für die LUKB tätig. Er begann seine Karriere als Lernender, leitete später verschiedene Geschäftsstellen und ist seit 2020 Marktbereichsleiter Mitte im Privat- und Gewerbekundengeschäft.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat seine aufsichtsrechtliche Gewähr bestätigt.
Für den scheidenden CEO Daniel Salzmann sind die Neunmonatszahlen ein erfreulicher Abschluss seiner Amtszeit. «Quartal um Quartal belegt die LUKB, dass das Potenzial unseres Geschäftsmodells langfristig noch lange nicht ausgeschöpft ist», erklärte er.













