UBS: Sorgen für die Zeltners

Jürg Zeltner, CEO UBS Wealth Management

Die Bank sucht einen Deal in Deutschland: Sie will das Verfahren wegen möglicher Steuervergehen endlich beilegen. Eine Streitfrage dabei: Welcher UBS-Topmann muss seinen Kopf hinhalten?

Die UBS befindet sich in Vergleichsverhandlungen mit der Staatsanwaltschaft Bochum: Ziel ist es, das Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu beenden. Dies meldet das «Handelsblatt» in der Ausgabe von diesem Freitag. Deutschlands grösste Wirtschaftszeitung beruft sich dabei auf «banknahe Kreise».

Die Meldung an sich ist ja noch nicht branchenbewegend. Das Verfahren gegen die UBS läuft seit 2012: Weil die Schweizer Bank zahlreichen deutschen Kunden bei der Steuerflucht geholfen haben soll, kam es mehrfach zu Razzien – sowohl in UBS-Niederlassungen wie in Privaträumen von UBS-Angestellten. Und dass sich die Bank um einen Vergleich bemüht, gehört zum Ablauf.

Im Oktober hatte der Bochumer Oberstaatsanwalt Norbert Salamon denn auch bestätigt, dass sein Amt in Kontakt mit UBS-Juristen stehe. Er befand aber, es sei zu früh, um über einen Verfahrensabschluss nachzudenken.

Das «Handelsblatt» in Düsseldorf erfuhr jetzt aber, dass die deutschen Behörden für einen Vergleich – neben einer Millionen-Zahlung – auch fordern, dass ein UBS-Manager namentlich die Verantwortung für die gesetzeswidrigen Handlungen übernehme.

Liste streng vertraulich

Die UBS habe bereits eine Liste der Personen zusammengestellt, welche im fraglichen Zeitraum eine leitende Funktion im Deutschland-Geschäft innehatten. UBS wollte zu der Angelegenheit keine Angaben machen. Die Liste sei streng vertraulich.

Als «Kandidaten» für die undankbare Rolle genannt werden aber zwei Namen: Jürg und Urs Zeltner. Die verdächtigen Handlungen konzentrieren sich auf einen Zeitraum vor 2009, und Jürg Zeltner war von 2005 bis 2007 Chef von UBS Deutschland – zu einer Zeit, als die Bank dort sehr stark auf Expansion setzte. Im November 2007 wurde er dann zum Head of Wealth Management für Nord-, Ost- und Zentraleuropa ernannt – bevor er dann 2009 zum globalen Wealth-Management-Chef aufstieg.

Sein älterer Bruder Urs Zeltner wiederum war bis November 2011 der Leiter des Offshore-Geschäfts mit deutschen und österreichischen Kunden. Nach einem Sabbatical wurde er dann im Sommer 2012 zum Vice Chairman Wealth Management Europe ernannt.

Nur hochrangige Manager

Interessant der offensichtliche Grund dafür, dass die Quellen Nordrhein-Westfalen gerade diese beiden Namen fallenlassen: «Beobachter erwarten, dass die Staatsanwaltschaft nur die Nennung eines aktiven und hochrangigen UBS-Managers in der Einstellungsverfügung akzeptiert» – so das «Handelsblatt».

Natürlich muss dies noch lange nicht bedeuten, dass am Ende Wealth-Management-Chef Jürg Zeltner als verantwortliche Einzelfigur dastehen muss. Allerdings: Viele «aktive und hochrangige UBS-Manager» für die undankbare Rolle verbleiben gar nicht. Mit Stephan Zimmermann befindet sich zum Beispiel ein anderer Deutschland-Chef aus der heiklen Periode bereits eher im Hintergrund. Bis September 2013 noch COO im Wealth Management, ist Zimmermann inzwischen für besondere Aufgaben zuständig; derzeit leitet er dabei das Projekt einer juristischen Aufspaltung der UBS

Julius Bär und Credit Suisse hatten in ähnlichen Verfahren bereits Vergleiche geschlossen in Deutschland. Julius Bär berappte wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehungs-Hilfe vor drei Jahren 50 Millionen Euro, die Credit Suisse musste wenig später 150 Millionen Euro hinblättern.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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