1MDB-Skandal: Singapurs letzte Warnung

Ravi Menon, Direktor MAS

Ravi Menon, Direktor MAS

Im Fall 1MDB haben die Singapurer Finanzaufseher bisher die typischen Reaktionen von jemandem gezeigt, der in den Strudel eines Skandals gerät. Schweigen, bis der Druck zu gross wird, dann rabiate Rundumschläge – so gegen die Tessiner Privatbank BSI –, und schliesslich Schuldzuweisungen an Dritte.

Inzwischen ist die Singapurer Aufsicht MAS beim letzten Schritt angelangt: sicherstellen, dass ihr Gleiches nie wieder geschieht. So jedenfalls lässt sich die Botschaft verstehen, die MAS-Direktor Ravi Menon kürzlich vor Medienvertretern verlauten liess.

Untersuchungen angekündigt

Wie die Agentur «Bloomberg» berichtete, forderte Menon, Finanzunternehmen müssten für Moral und Wachsamkeit ihrer Mitarbeitenden sorgen. Und für das Einhalten der Compliance-Vorschriften stünden Verwaltungsräte und Manager in der Pflicht, so der oberste Finanzaufseher Singapurs.

Bei den Ermahnungen wollte es Menon jedoch nicht belassen. Wie weiter berichtet wurde, kündigte er gleich noch an, dass die MAS vermehrt Unternehmen nach Fehlverhalten untersuchen werde.

Nach diversen bereits angekündigten Massnahmen bezüglich Geldwäscherei-Bekämpfung und Überwachung können Menons Worte getrost als letzte Warnung der Aufsichtsbehörde verstanden werden. Auch Schweizer Banken im Stadtstaat dürften deshalb ganz genau zugehört haben.

Umso mehr, als nicht wenige von ihnen ins Visier der MAS geraten sind.

Drahtzieher im Visier

Wie auch finews.ch berichtete, kündigte die Behörde letzten Juli ein scharfes Vorgehen gegen die Drahtzieher im 1MDB-Skandal an. Dazu untersucht die MAS auch die Rolle von sechs Banken: Die Schweizer BSI, die Singapurer DBS, die UBS Singapur, Falcon Private Bank, Standard Chartered sowie die lokale Bank Raffles Money Change.

Während das Verdikt über die BSI bereits gefallen ist, kündigte die MAS regulatorische Massnahmen unter anderem gegenüber der UBS an.

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