Nick Clay: «Dividendenpapiere sind grundsätzlich neu zu beurteilen»

Nick Clay, Newton (BNY Mellon)

Nick Clay, Newton (BNY Mellon)

Die Anzahl der Rentner weltweit wird bis 2050 auf zwei Milliarden steigen. Während Rentner früher Anleihen bevorzugten, könnten sie künftig zunehmend höherwertige Dividendenpapiere in Betracht ziehen.

Von Nick Clay, Portfolio Manager, Global Equity Team, Newton (BNY Mellon)

Dividendenpapiere können wesentlich höhere Erträge als Anleihen und Bargeld bieten, dennoch verfolgen Anleger aber häufig keinen dividenenorientierten Ansatz. Vielleicht hat das damit zu tun, dass Aktien traditionell mit Ertragsvolatilität und begrenztem Wachstumspotenzial in Verbindung gebracht werden.

Wir sind jedoch der Ansicht, dass eine ertragsorientierte Strategie, die sich auf Unternehmen mit einer disziplinierten Kapitalzuteilung konzentriert, selbst in Baisse-Märkten Renditen erzielen kann, die relativ stabil sind und zusätzlichen Kapitalschutz bieten wie auch die Aussicht auf langfristiges Kapitalwachstum eröffnen können. Am wichtigsten dabei ist selbstverständlich ein höchst anspruchsvolles Auswahlverfahren bei den Aktien.

Weltweites Wettrüsten

Ein weiterer Faktor bei dieser Neubeurteilung von Dividendenpapieren wird von manchen Kommentatoren als weltweites «Wettrüsten» zwischen den Zentralbanken mit Zinssenkungen und quantitativer Lockerung beschrieben, was die Palette an Möglichkeiten für ertragssuchende Investoren einschränkt. Diese Kombination aus niedrigen Anleiherenditen und hoher Nachfrage nach Ertrag schafft ein günstiges Umfeld für Dividendenpapiere.

Die Führungsgremien grosser Unternehmen, vorab in den USA und Japan, überdenken ausserdem die Rolle der Dividenden. Viele Unternehmen haben erhebliche Barbestände in ihren Bilanzen. Dies nach Jahren mit hohen Einkünften verbunden mit niedrigeren Kapitalausgaben und weniger personellen Neueinstellungen im Vergleich zu Phasen früherer Wirtschaftsaufschwünge.

Nur ein einmaliger Nutzen

Sie verspüren zunehmenden Druck, entweder Dividenden zu zahlen respektive diese zu erhöhen oder Aktien zurückzukaufen. Viele realisieren nun, dass sie eher für Dividendenerhöhungen als für Aktienrückkäufe belohnt werden. Der Rückkauf von Aktien wirft nur einen einmaligen Nutzen ab.

Eine Dividendenerhöhung kann hingegen die Aktienbewertungen langfristig verbessern, insbesondere in einem Umfeld mit langsamem Wirtschaftswachstum, in dem man auf traditionelle Impulsgeber für Ertragszuwächse zur Stützung der Aktienkurse nicht zählen kann. Während viele entwickelte Volkswirtschaften hoch verschuldet sind und in absehbarer Zukunft nur langsam wachsen werden, eröffnen sich Chancen bei Dividendenpapieren in Unternehmen mit einem stabilen Wachstum und wenig oder keinen Schulden. Dies speziell in den Branchen Basiskonsumgüter, Versorgungsbetriebe, Telekommunikation und Gesundheitswesen.

Zyklischer als Schatzpapiere

Sicherlich gibt es Vorbehalte. Selbst Dividendenpapiere mit niedrigeren Beta-Faktoren sind zyklischer als Schatzpapiere, so dass sie kein perfekter Ersatz für festverzinsliche Anlagen sind. Der Reiz von Dividendenpapieren könnte ebenfalls nachlassen, wenn Zentralbanken ihre quantitativen Lockerungsmassnahmen eindämmen oder die Inflation steigt.

Wir erwarten aber nicht, dass die heutigen Zinssätze von nahezu Null in naher Zukunft drastisch ansteigen werden. Zudem glauben wir weiterhin, dass Renditen auf Staatsanleihen und Bareinlagen bis auf weiteres auf historischen Tiefständen, in vielen Fällen unter der Inflationsrate, bleiben dürften.

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