Im Steuerstreit mit den USA hat die Grossbank einen Berater engagiert, der früher in der Kontroverse um die nachrichtenlosen Vermögen eine wichtige Rolle spielte.

Stuart_EizenstatDie Credit Suisse hat den amerikanischen Anwalt Stuart Eizenstat (Bild) engagiert, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt und dabei auf ein E-Mail verweist. Darin bestätigt der 68-jährige Eizenstat diesen Sachverhalt, will aber materiell zum Steuerstreit keine Stellung beziehen - «weil ich Credit Suisse vertrete und wir uns in einem heiklen Verhandlungsmoment befinden», schreibt Eizenstat.

Der Mann ist heute Partner der Anwaltskanzlei Covington & Burling in Washington. Seine Beziehungen zur Schweizer Bankbranche datieren aus der Zeit, als er in den neunziger Jahren im Auftrag des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton den nachrichtenlosen Vermögen von Holocaust-Opfern nachspürte.

CS neigt zu Alleingängen

Damals kritisierte er mit der Moralkeule in der Hand, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, den Schweizer Finanzplatz für dessen Verhalten im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit danach. Heute nun hat Eizenstat die Fronten gewechselt und berät die Credit Suisse in ihren neusten Auseinandersetzungen mit dem amerikanischen Staat, dem er seinerzeit als Diplomat gedient hat.

Dem Vernehmen nach schaltet sich Eizenstat in letzter Zeit vermehrt direkt in die Suche nach einer Lösung des Steuerkonflikts ein. Dies wird allerdings nicht überall begrüsst. Vor allem die kleineren Schweizer Banken, die ebenfalls wegen Beihilfe zur Steuerflicht im Visier der US-Justiz stehen, klagen, dass die CS in der aktuellen Situation zu «Alleingängen» neige.

War die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS rückblickend gesehen die beste Lösung?
War die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS rückblickend gesehen die beste Lösung?
  • Ja, es gab keine andere, wirtschaftlich sinnvolle Alternative.
    26.62%
  • Nein, man hätte die Credit Suisse abwickeln sollen.
    18.57%
  • Nein, der Bund hätte die Credit Suisse übernehmen sollen.
    28.24%
  • Man hätte auch ausländische Banken als Käufer zulassen sollen.
    9.06%
  • Man hätte eine Lösung mit Schweizer Investoren suchen sollen.
    17.5%
pixel