Commerzbank-Übernahme: Bafin büsst UniCredit-Partner

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat gegen die japanische Investmentbank Nomura eine Geldbusse von 320'000 Euro verhängt. Nomura habe im Mai und Juni 2026 erforderliche Stimmrechtsmitteilungen zur Commerzbank nicht rechtzeitig übermittelt, teilte die Aufsicht am Dienstag mit. Die Behörde spricht von einer «Aufsichtspflichtverletzung im Zusammenhang mit Verstössen gegen das Wertpapierhandelsgesetz».

Derivate spielen eine wichtige Rolle

Nomura hat mit UniCredit unter anderem einen sogenannten Total Return Swap vereinbart. Dieser ermöglicht es den Italienern, sich bis Mai 2027 insgesamt 2,44 Prozent der Commerzbank-Aktien entweder physisch liefern oder deren Gegenwert in bar auszahlen zu lassen.

Darüber hinaus tätigte Nomura während des Übernahmeangebots weitere Derivategeschäfte und erwarb Commerzbank-Aktien. Zeitweise hatte das japanische Institut laut eigenen Stimmrechtsmeldungen Zugriff auf mehr als acht Prozent der Commerzbank-Anteile.

Im Juli erreichte UniCredit im Zuge ihres Übernahmeangebots eine Beteiligung von 47,6 Prozent. Inzwischen hat die Europäische Zentralbank die geplante Übernahme genehmigt. Weitere regulatorische Schritte stehen allerdings noch aus.

Sieben Meldungen nachträglich korrigiert

Die Bafin beanstandet ausdrücklich nicht die Derivategeschäfte oder Aktienkäufe als solche, sondern die Verletzung der gesetzlichen Meldepflichten. Nach deutschem Wertpapierhandelsgesetz müssen Investoren dem betroffenen Unternehmen und der Finanzaufsicht innerhalb von vier Handelstagen mitteilen, wenn sie bestimmte Beteiligungsschwellen erreichen, über- oder unterschreiten.

Die Pflicht gilt auch dann als verletzt, wenn eine zunächst fristgerecht eingereichte Meldung fehlerhaft ist und später korrigiert werden muss.

Im Fall von Nomura wurden am 17. Juni insgesamt sieben zuvor zwischen Anfang Mai und Anfang Juni abgegebene Stimmrechtsmitteilungen nachträglich berichtigt. Dabei handelte es sich nach den vorliegenden Angaben vorwiegend um kleinere Anpassungen.

Die Bafin könnte bei entsprechenden Verstössen theoretisch Bussen von bis zu zehn Millionen Euro oder fünf Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Die nun ausgesprochene Sanktion liegt deutlich darunter.

Nomura erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, man kommentiere die Einzelheiten des Austauschs mit den Aufsichtsbehörden nicht. Das Unternehmen nehme die Einhaltung regulatorischer Vorschriften jedoch sehr ernst. Gegen den Bussgeldbescheid kann Nomura Rechtsmittel einlegen.

UniCredit holt ausgelagertes Geschäft zurück

Unterdessen treibt die italienische Grossbank den Umbau ihrer eigenen Geschäftsbereiche voran. Wie UniCredit am Dienstag einen Reuters-Bericht bestätigte, will sie Teile ihrer Wertpapierdienstleistungen wieder selbst übernehmen, die vor zwanzig Jahren an die französische Société Générale ausgelagert worden waren.

Betroffen ist eine Einheit von Société Générale Securities Services mit 54 Beschäftigten in Mailand und Turin. Diese sollen frühestens im Januar 2027 zu UniCredit wechseln. Société Générale hatte den Bereich 2006 übernommen. Der entsprechende Dienstleistungsvertrag war zuletzt 2017 bis Ende 2026 verlängert worden.

UniCredit will damit die Abhängigkeit von externen Dienstleistern reduzieren und ihre Wertpapierabwicklung in Italien und Deutschland stärker vereinheitlichen. Insgesamt sind im Rahmen des entsprechenden Transformationsprogramms mehr als 200 neue Funktionen vorgesehen. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

Milliardenanleihe wird vorzeitig zurückgezahlt

Eine weitere Massnahme betrifft die Finanzierung der Bank. UniCredit kündigte am Dienstag an, eine ursprünglich bis November 2027 laufende grüne Senior-Anleihe im Umfang von einer Milliarde Euro bereits am 15. November 2026 vollständig zurückzuzahlen. Die 2022 ausgegebene Anleihe wird zum Nennwert zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurückbezahlt.