Die ZKB frischt ihren Swiss Rating Guide auf

Die Zürcher Kantonalbank hat ihre jährliche Übersicht der am Schweizer Kapitalmarkt aktiven inländischen Emittenten vorgelegt. Die Schuldnerporträts sind verfeinert worden, der Umfang der Publikation hat sich verdoppelt. 


Das Credit Research der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat vor wenigen Tagen zum 25. Mal den Swiss Rating Guide präsentiert. Kernstück des jährlichen Kompendiums sind jeweils die Porträts der inländischen Schuldner am Markt für Frankenanleihen, inklusive einer Tabelle zu den ausstehenden Anleihen. Doch hat die ZKB die Jubiläumsausgabe auch zum Anlass genommen, den Rating Guide gründlich zu überarbeiten.

Zuerst allerdings zu dem, was mehr oder weniger gleich geblieben ist. Wie üblich enthält das Werk eine kurze Analyse der wichtigsten Entwicklungen am Schweizer Kapitalmarkt im abgelaufenen Jahr und eine Statistik zu den Ratingveränderungen.

Ratinguniversum ZKB

Am Schweizer Anleihenmarkt dominieren weiterhin die sehr guten Schuldner.

Diesmal handelt es sich um 165 Emittenten, was einer Abdeckung des Inlandsegments von 98 Prozent entspricht (weitere 15 Kantone und Städte ohne Porträts sind in der Ratingübersicht enthalten), einige Schuldner mehr als im Rating Guide 2o25. Neu dazu gekommen sind Cham Swiss Properties (BBB–), Energie 360° (A–), Siegfried (BBB–), das Spital Männedorf (BBB), Stadler Rail (BBB–), das Universitätsspital Basel (AA) und die SRG SSR (BBB). Aus dem Universum entlassen wurden Hirslanden, Autoneum und das See-Spital, weil sie keine Anleihen mehr ausstehend haben.

Vom Juli 2025 bis September 2026 sind 12 Schuldner besser eingestuft und nur 3 zurückgestuft worden. Bei den Aufsteigern handelt es sich um Galderma Group (neu BBB), Hilti (A+), Implenia (BBB–), Intershop (BBB), den Kanton Genf (AA), Raiffeisen Schweiz (AA–), Services Industriels de Genève (AA–), SFS (A–), Straumann (A–), Sulzer (BBB+), Swiss Prime Site (A–) und UBS Group (A).

Schweizer Grossbank als Aufsteigerin des Jahres

Die Grossbank wurde als einzige Schuldnerin in diesem Zeitraum gleich um zwei Stufen (Notches) nach oben befördert.

Ebenfalls unter den Ratingveränderungen figurieren die nun fusionierte Helvetia Baloise und Primeo Energie Gruppe. Beide (bzw. alle drei) Schuldner waren allerdings bereits im Vorjahr ebenfalls mit je A– bewertet worden, zwischenzeitlich war die ZKB indes aus rechtlichen Gründen ratingmässig «restricted».

Ein jeweils um ein Notch tieferes Rating haben die Berner Kantonalbank (neu A+), Rieter (B+) und Clientis (BBB+) erhalten.

Im Rückblick erinnert die ZKB daran, dass 2025 am Kapitalmarkt ein Ausnahmejahr war. Inländische und ausländische Schuldner begaben 558 neue Anleihen (+18 Prozent gegenüber 2024) mit einem Gesamtvolumen von rund 124 Milliarden Franken (+15 Prozent). Die Risikoaufschläge (Differenz zwischen der Rendite und dem Swapsatz, Credit Spreads) am Sekundärmarkt seien trotz geopolitischer Unsicherheiten insgesamt stabil geblieben.

Anleihenvolumen ZKB

Ausstehendes Volumen an Frankenobligationen von heimischen und auswärtigen Schuldnern.

Das kurze Ende der Zinskurve blieb nach der Senkung des Leitzinses durch die Nationalbank im Juni 2025 auf 0 Prozent festgenagelt, dagegen schwankten die längeren Renditen stärker und bewegten sich nach oben, v.a. 2026 im Einklang mit der internationalen Zinsentwicklung, wenn auch in viel schwächer ausgeprägter Form.

Doch nun zu den konzeptionellen Anpassungen am Rating Guide: Neu sind die Porträts nicht mehr alphabetisch, sondern nach Sektoren geordnet. Sie enthalten deutlich mehr Informationen zum jeweiligen Schuldner, z.B. eine Übersicht zu den Stärken und Schwächen aus Bonitätssicht und mehr Kennzahlen sowie Grafiken. Das schlägt sich im Umfang nieder. Der Rating Guide 2026 umfasst 431 Seiten, mehr als das Doppelte des Vorjahres.

Aktueller, dafür nicht mehr in papierener Form

Ein Wermutstropfen, zumindest für etwas ältere Semester (zu denen sich der Schreiber dieser Zeilen zählt), ist, dass die Publikation nur noch in elektronischer Form und damit nicht mehr gedruckt erhältlich sein wird. Die ZKB stellt dafür in Aussicht, dass Bondinvestoren über ihr Research Portal auf Schuldnerporträts zugreifen können, die bei wesentlichen Ereignissen unterjährig aktualisiert werden. Die gesammelten Aktualisierungen sollen quartalsweise verfügbar sein.

Noch offen ist gemäss der ZKB, ob sich die Anleger auch an einen neuen Erscheinungstermin gewöhnen müssen. Bisher war der Rating Guide nämlich jeweils am ZKB-Bondholder-Anlass vor den Sommerferien präsentiert worden. Im Juli hatte die Staatsbank an dieser Veranstaltung angekündigt, dass die Flaggschiffpublikation ihres Credit Research heuer später (die Rede war vom September) erscheinen werde (finews berichtete).