Schweizer Anleger sind Europas Spitzenreiter bei aktiven ETFs

Aktiv verwaltete Exchange Traded Funds (ETFs) gewinnen bei professionellen Investoren zunehmend an Bedeutung. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in der Schweiz. Hierzulande beträgt der durchschnittliche Anteil aktiver ETFs in den Portfolios bereits 15,7 Prozent. Damit liegt die Schweiz vor Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien.

Das zeigt die Studie «Unwrapping the Wrapper» von Fidelity International. Für die Untersuchung befragte CoreData Research 310 professionelle Anlageentscheider in fünf europäischen Ländern, die aktive ETFs bereits einsetzen oder deren Nutzung planen.

In den kommenden 18 Monaten wollen Schweizer Investoren ihre durchschnittliche Allokation in aktive ETFs auf 21,3 Prozent erhöhen. Im Durchschnitt aller untersuchten Märkte soll der Anteil von derzeit 10,2 auf 14,6 Prozent steigen.

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Schweizer setzen auf gezielte Ergänzungen

Auch bei der Verwendung aktiver ETFs unterscheiden sich Schweizer Anleger von ihren europäischen Kollegen. Während solche Produkte andernorts zunehmend als Kernbestandteil eines Portfolios betrachtet werden, dienen sie in der Schweiz vor allem als gezielte Ergänzung.

Die Hälfte der befragten Schweizer Investoren setzt aktive ETFs hauptsächlich als sogenannte Satelliten-Investments ein. Im europäischen Durchschnitt sind es lediglich 33 Prozent.

Entsprechend verbreitet sind hierzulande Strategien, bei denen Fondsmanager grössere Freiheiten bei der Titelauswahl haben. Sogenannte High-Conviction-ETFs werden von 40 Prozent der Schweizer Befragten eingesetzt, gegenüber 33 Prozent im europäischen Durchschnitt. Bei diskretionären, weitgehend benchmarkunabhängigen Strategien beträgt das Verhältnis 38 zu 32 Prozent.

Schwellenländer besonders gefragt

Unterschiedliche Präferenzen zeigen sich auch bei den Anlageklassen und Regionen. Während europaweit aktive ETFs auf US-Aktien mit 44 Prozent das grösste Interesse auf sich ziehen, stehen bei Schweizer Investoren Schwellenländer im Vordergrund. 43 Prozent der hiesigen Befragten sehen dort besonders attraktive Einsatzmöglichkeiten. Europaweit folgen auf US-Aktien die Schwellenländer mit 33 Prozent, Small Caps mit 29 Prozent und europäische Standardwerte mit 28 Prozent.

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Nachfrage nach aktiven Strategien steigt

Insgesamt wollen die europäischen Investoren ihre Engagements in aktiven ETFs deutlich ausweiten. Bereits heute investieren 25 Prozent der Befragten mindestens ein Viertel ihrer Aktienallokation in solche Produkte. Innerhalb der kommenden zwölf Monate dürfte dieser Anteil gemäss ihren Absichten auf 37 Prozent steigen. Bei Anleihen wird eine Zunahme von 18 auf 25 Prozent erwartet.

Besonders gefragt sind Produkte mit einer ausgeprägten aktiven Positionierung. Jeder zweite professionelle Anleger wünscht sich ein breiteres Angebot an High-Conviction-ETFs. Bei benchmarknahen und diskretionären Strategien beträgt dieser Anteil jeweils nur 25 Prozent.

«High-Conviction-ETFs könnten die nächste Wachstumsphase des Marktes prägen. Unsere Daten zeigen hier eine besonders hohe Nachfrage nach neuen Produkten», erklärt Stefan Kuhn, Head of ETF Distribution EMEA bei Fidelity International.

Kosten und Rendite bleiben entscheidend

Trotz des wachsenden Interesses stellen professionelle Anleger klare Anforderungen an die Produkte. Für 79 Prozent der Befragten ist die Kosteneffizienz besonders wichtig. Es folgen Liquidität und Handelbarkeit mit 75 Prozent sowie Transparenz mit 74 Prozent.

Ebenso viele Investoren erwarten von aktiven ETFs das Potenzial, ihre Vergleichsindizes zu übertreffen. Für 71 Prozent spielen zudem die Diversifikation und die Steuerung von Konzentrationsrisiken eine wichtige Rolle.

Europäischer Markt steuert auf eine Billion Dollar zu

Das Wachstum dürfte sich auch im verwalteten Vermögen niederschlagen. Weltweit verwalten aktive ETFs laut Fidelity und Morningstar inzwischen mehr als 2,4 Billionen Dollar. In Europa könnte das Vermögen aktiver UCITS-ETFs bis 2031 die Marke von einer Billion Dollar überschreiten.

Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb unter den Anbietern zu. Seit 2023 hat sich deren Zahl mehr als verdoppelt. Die Anzahl aktiver ETF-Produkte in Europa ist im selben Zeitraum von 95 auf mehr als 400 gestiegen.

Die Ergebnisse beruhen auf einer im Juli und August 2026 durchgeführten Befragung. Erfasst wurden ausschliesslich professionelle Anleger, die aktive ETFs bereits nutzen oder deren Einsatz planen.