Black Tie für Bad Boys
Henry Ford soll seinen Kunden das Modell T in jeder beliebigen Farbe angeboten haben, solange sie schwarz sei.
Beim Range Rover Sport SV Black stellt sich die Farbfrage gar nicht erst: Lack, Embleme, Felgen, Bremssättel, Auspuffendrohre und sogar die Motorhaube aus Karbon sind in glänzendes Schwarz getaucht.
Wucht und Dynamik...
finews hat den Range Rover Sport vor zwei Jahren als «First Edition» mit 530 PS getestet und erlebte dabei ein «fesselndes Spiel aus Wucht und Dynamik».
Nun folgt mit dem Range Rover Sport SV Black die Steigerung: 635 PS, ein eigenständiges Fahrwerk und ein Auftritt, der keinen Zweifel an seinen Absichten lässt.
... in Steigerungsform
Vieles, was uns am Grundmodell gefallen hat, bleibt erhalten und wird gar gesteigert: Die Karosserie würde nach wie vor in jedem futuristischen Weltraum-Film als Raumschiff durchgehen; die gewölbte Frontpartie bringt die ultraschmalen Scheinwerfer zur Geltung, die nach hinten abfallende Dachlinie verleiht dem Wagen seine individuelle Gestalt.
Mit knapp fünf Metern Länge bleibt der Sport kompakter als der grosse Range Rover und damit auch im Stadtverkehr gut handhabbar.

Raumschiff in Narvik Black: der Range Rover Sport SV Black. (Bild: zVg)
Dresscode: Black Tie
Beim ersten Test hatten wir dem Range Rover Sport attestiert, er trete als Geländewagen in Gala-Uniform auf. Der SV Black trägt nun gewissermassen Smoking.
Die Lackierung in Narvik Black wird ergänzt durch glänzend schwarze Akzente, geschmiedete 23-Zoll-Räder und, als Novum, ein SV-Emblem aus schwarzer Keramik an der Heckklappe. Range-Rover-Chef Martin Limpert beschrieb das Modell bei der Lancierung zu Recht als Ausdruck kühner Rebellion im Gewand sportlichen Luxus.
Schwarz bis in die Fingerspitzen
An der Bahnhofstrasse wirkt der SV Black wie ein Gast im tadellosen Abendanzug, bei dem man den Verdacht nicht ganz los wird, dass er nicht nur wegen der Canapés gekommen ist. Diskret ist das Auto nicht, dafür aber umso stilsicherer.
Das Konzept setzt sich im Innenraum konsequent fort. Die Performance-Sitze sind mit Ebony-Windsor-Leder bezogen, die Bedienelemente aus satiniert schwarzer Keramik gefertigt, die Zierleisten in Grand Black gehalten.

Schwarz statt Chrom: Auch Grill und Embleme tragen Abendgarderobe. (Bild: zVg)
Body-and-Soul-Sitze
Beim Öffnen der Türen leuchten Einstiegsleisten mit dem Schriftzug «SV Black» auf. Unverändert gut ist das Betriebssystem Pivi Pro, das über den 13,1 Zoll grossen Touchscreen intuitiv und folgsam mit dem Fahrer kommuniziert und sich nahtlos mit dem Smartphone verbindet.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die sogenannten Body-and-Soul-Sitze. Eine von der Firma Subpac entwickelte Technologie übersetzt die Bässe der Musik in fein abgestufte Vibrationen im Sitz. Dazu kommen sechs Wellness-Programme, die je nach Bedarf beruhigen oder beleben sollen: ein netter Gimmick, aber wohl nicht der Grund, dieses Auto zu fahren.
Motor aus München
Über den V8-Biturbo mit 4,4 Litern Hubraum im Grundmodell hatten wir geschrieben, er liefere genau das, was man brauche, um das Auto schwungvoll zu bewegen, aber nicht wahnsinnig viel mehr.
Im Herzen des SV Black schlägt ebenfalls ein V8-Biturbo aus dem Hause BMW, allerdings in einer schärferen Ausbaustufe aus der M-Abteilung und kombiniert mit Mildhybrid-Technik. Er leistet nun 467 Kilowatt respektive 635 PS und stemmt ein Drehmoment von 750 Newtonmetern, kurzzeitig sogar 800. Von 0 auf 100 km/h geht es in 3,9 statt 4,5 Sekunden. Abgeriegelt wird erst bei 290 km/h (anstatt 250 km/h).

Kommandozentrale für 635 PS: Wählhebel aus satiniert schwarzer Keramik. (Bild: zVg)
Hydraulik statt Stabilisatoren
Ein zentraler Unterschied zum Grundmodell liegt aber im Fahrwerk. Beim herkömmlichen Range Rover Sport hatten wir festgestellt, dass die Masse und die hohe Sitzposition die Fliehkräfte dämpfen.
Der SV verwendet stattdessen das System 6D Dynamics: Klassische Stabilisatoren werden durch einen hydraulisch vernetzten Kreislauf ersetzt, der die Seitenneigung in Kurven sowie das Nicken beim Beschleunigen und Bremsen weitgehend unterdrückt. Im SV-Modus senkt sich der Wagen zudem um 15 Millimeter ab.

Das Cockpit des SV Black. (Bild: zVg)
Deutlich mehr Fahrspass
Das alles zahlt spürbar auf die Fahrfreude ein: Auf der Autobahn erweist sich das 2,8-Tonnen-SUV als Leistungssportler mit untadeligem Überholprestige; auf der Landstrasse lässt es sich deutlich agiler bewegen als die Basisversion.
Beim Verbrauch bleibt der Brite sich treu: Die Werksangabe liegt bei 11,9 Litern pro 100 Kilometer, im Test waren es eher gegen 15 Liter (mit viel deutscher Autobahn).
Unter dem Strich findet finews: Der Range Rover Sport SV Black nimmt alles, was das Grundmodell auszeichnet, und spitzt es zu: im Auftritt, in der Leistung und vor allem in der Fahrdynamik. Wer einen eleganten Gala-Auftritt mit einem Schuss Rebellion verbinden will, findet hier die passende Garderobe. Sie ist ab 229'400 Franken erhältlich. Wer wirklich ins Gelände über Stock und Stein will, ist mit dem Land Rover Defender OCTA, den wir kürzlich getestet haben, besser beraten. Allerdings: Im Smoking geht man auch nicht auf eine Bergtour.















