Tessiner Goldraffinerie plant Expansion in Asien

Valcambi und der Hongkonger Stahlproduzent Shiu Wing Steel wollen ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Am 7. Oktober wurde eine entsprechende Absichtserklärung (letter of intent) unterzeichnet, wie das Unternehmen bekanntgab.

Das Joint Venture soll in Hongkong Edelmetalle verarbeiten, wie es weiter heisst. Geplant ist eine technologisch fortschrittliche Raffinerie mit Lagerinfrastruktur am Standort von Shiu Wing Steel in Tuen Mun, Hongkong.

Das gemeinsame Projekt soll die Erfahrung und das technische Know-how von Valcambi in der Verarbeitung von Edelmetallen mit der industriellen Präsenz und Marktkenntnis des Hongkonger Partners verbinden. Ziel sei es, Kunden im asiatisch-pazifischen Raum zu bedienen und eine Raffinerieplattform aufzubauen, die hohen Anforderungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit, verantwortungsvolle Beschaffung und betriebliche Effizienz entspricht, heisst es weiter.

Anlässlich der Unterzeichnung besuchte Christopher Hui, Hongkongs Staatssekretär für Finanzdienstleistungen und Treasury, die Anlagen von Valcambi in Balerna. Hui war zuvor an der Jahreskonferenz der London Bullion Market Association (LBMA) im italienischen Sorrent aufgetreten und hatte dort die strategische Ausrichtung Hongkongs im Gold- und Edelmetallsektor vorgestellt.

Schweizer Raffinerie-Know-how

Valcambi sieht in der Kooperation eine Möglichkeit, näher an wichtige Kundenmärkte heranzurücken. «Asien ist ein Schlüsselmarkt für die Edelmetallindustrie und wird künftig eine noch wichtigere Rolle spielen», sagte CEO Simone Knobloch.

Shiu Wing Steel wurde 1956 gegründet und ist nach eigenen Angaben das einzige Stahlwerk Hongkongs.

«Die Zusammenarbeit mit Valcambi bietet uns die Möglichkeit, unsere lokalen industriellen Fähigkeiten und unsere Marktkenntnis mit einem der weltweit anerkanntesten Kompetenzzentren für die Raffination von Edelmetallen zu verbinden», erklärte Dario Pong, Verwaltungsratsmitglied von Shiu Wing Steel.
Projekt befindet sich in der Planungsphase

Mit der Absichtserklärung wollen die beiden Unternehmen die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens weiter prüfen. Konkrete Angaben zum Investitionsvolumen, zum Zeitplan für die Inbetriebnahme oder zur Eigentümerstruktur machten die Unternehmen nicht. Auch der Abschluss der Transaktion ist damit noch nicht bestätigt.