Tech-Schwergewichte zwingen ETF-Riesen zum Umbau

Auch passive Fonds müssen auf Veränderungen an den Märkten reagieren. Vanguard hat beim FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF am 15. Oktober 2026 den bisherigen Referenzindex durch eine Variante mit begrenzten Einzelgewichten ersetzt. Die Änderung betrifft sowohl die ausschüttenden als auch die thesaurierenden Anteilsklassen.

Der Grund liegt in Südkorea: Marktbewegungen hätten das Gewicht einiger dortiger Technologieunternehmen im bisherigen Index erhöht, erklärt Vanguard in einer Mitteilung an Anleger. Bei weiterem Wachstum hätte der ETF möglicherweise die Diversifikationsvorgaben für UCITS-Fonds nicht mehr erfüllt. Mit dem Wechsel will der Anbieter diesem Risiko vorbeugen.

Mehr als die Hälfte in Südkorea

Wie stark ein einzelner Markt das regionale Portfolio prägen kann, zeigen die von Vanguard veröffentlichten Fondsdaten. Per Ende September entfielen 51,9 Prozent des Vermögens auf Südkorea. Australien folgte mit 30,5 Prozent. Hongkong kam auf 9,18 Prozent, Singapur auf 7,47 Prozent und Neuseeland auf 0,95 Prozent.

Der Fonds investiert in grosse und mittelgrosse Unternehmen entwickelter Märkte in Asien und im Pazifikraum unter Ausschluss Japans. Eine gleichmässige Verteilung über diese Länder ist damit jedoch nicht verbunden. Die Ländergewichte können erheblich voneinander abweichen, wie die Portfolioübersicht des Anbieters verdeutlicht.

Neue Leitplanken für Einzelpositionen

Seit Mitte Oktober bildet der Fonds den FTSE Developed Asia Pacific ex Japan Daily Capped Index ab. Diese Indexvariante begrenzt die Gewichte einzelner Unternehmen. Laut Vanguard soll dies die Diversifikation und die Einhaltung der UCITS-Vorgaben unterstützen. Anleger müssen wegen der Umstellung selbst nichts unternehmen.

Die Anpassung verändert die Regeln des abgebildeten Börsenbarometers. Der Fonds bleibt passiv verwaltet: Die Gewichtung der Anlagen richtet sich weiterhin nach dem Referenzindex.